Donnerstag, 24. Mai 2012

Die Ballade vom trotzigen Leinenkleid

Was als schnelles Nähstück für zwischendurch angedacht war, entpuppte sich als langwierige Angelegenheit und mahnende Lektion. Ich weiß nicht, ob es einem Übermaß an Sonnenschein, Sauerstoff und Vogelgezwitscher (denn natürlich steht außer Frage, dass bei diesem Wetter im Freien genäht wird), zuzuschreiben ist, aber das schlichte Leinenkleid um 1800 stellte mich von Beginn an vor Herausforderungen...
...möglicherweise lag es auch daran, dass ich keine genauen Vorstellungen hatte, wohin die Reise gehen sollte. Fest stand nur, es sollte ein bequemes Kleid sein, das für die Gartenarbeit taugt und Züge des frühen 19.Jahrhunderts trägt.
What I inteded to be a quick'n'easy project, proofed to be a tedious work and a good lesson for me. I wonder, wether it's due to the overabundance of sun, oxygen and bird song (of course having the most beautiful weather outside, I do sew in the garden), but the linen dress was a challenge right from the beginning...
...probably one reason might have been, that I didn't had any precise ideas how it should look like. I only knew it should become a comfortable dress for gardening and it should have the features of an early 19th century dress.

Also ran an die Schere und den Stoff, um ein paar Probestücke zu schneidern.
I fetched my scissors and some fabric to do a few mock-ups.
Das obere Stück schied schnell aus, aber der zweite Versuch mit den geteilten Nähten, die noch eine kleine Erinnerung an das 18.Jahrhundert gewährten, gefiel mir. Ja, zu einem Kleid für die tägliche Arbeit in Haus und Hof passt ein Schnitt, der den Anschein verbreitet, aus einem früheren, abgelegten Kleid zusammengeschnitten worden zu sein.
The upper piece soon lost my attention, but the second mock-up with the extra seams on the back piece, was very much to my liking, as it was a bit of a reminder of the 18th century fashion. Yes, indeed, the pattern was quite suitable for a working dress, as it gives the impression that a former dress/fashion was turned into a new dress.
Und so sieht es dann schließlich auf dem Papier aus. Im Bild sind die Teile für den Rücken einschließlich der Träger.
And that's what it looks like as a paper pattern. These are actually the pieces for the bodice's back including the shoulder strap.

Nachdem das Oberteil zusammengenäht war, ging es zuversichtlich an die Ärmel. Ich wollte unbedingt zweiteilige Ärmel einsetzen und auf jeden Fall lange Ärmel (auch wenn man auf Bildern dieser Zeit beim "arbeitenden Volk" eher halblange Ärmel sieht). 
Und da befand ich mich wieder mitten drin in der Ballade vom trotzigen Leinenkleid. Ich habe die Versuche irgendwann nicht mehr gezählt (aber in steter Erinnerung wird mir der Versuch bleiben, als ich einen Ärmel versehentlich falsch herum eingenäht habe). Es bedurfte wohl einem halben Dutzend kläglicher Bemühungen, zweier Schnitte und vielen aufgetrennten Säumen, ehe mich das Ergebnis endlich...endlich...zufriedenstellte.
After I've had assembled the bodice, I confidently started with the sleeves. I wanted two pieced sleeves and long sleeves (although many period paintings and caricatures show working class peoples' sleeves, which only reach down to the elbow).
And there I found myself amidst in the Ballad of the defiant linen dress. I lost count on the many attempts (but I will always remember that I even sew in one sleeve backwards). It took surely half a dozen of pitiful efforts, two patterns, many ripped off seams, before the result finally...finally was successful.

Das Oberteil aus blauem Leinenstoff (der eigentlich ein wenig dunkler ist, als im Bild), gefüttert mit Baumwollstoffresten. Komplett handgenäht (einschließlich aller Fehlversuche) mit grobem Leinenfaden. Das Tunnelband ist aus ockerfarbener Wolle gewebt.
The bodice made from dark blue linen (it's actaully a darker blue than in the photo), lined with cotton scraps from the stash, completely hand-sewn (including all failed attempts) with linen thread. The ribbon for the closure is woven from ochre-coloured wool.

Ein Blick ins Innere
Inside view

Die Ärmelnaht bleibt unversäubert. Die meisten Nähte wurden mit dem Steppstich aufgenäht. Der Rand wurde übergeschlagen und angenäht.
The sleeve seams remain raw. Most of the seams are done with top stitch. The edge was fold over and under and sewn to the inside with overcast stitches.

Und die Rückenansicht mit den eingesetzten Ärmeln.
And the back with the "sleevils".

Als nächstes geht es an den Rock. Ein wenig bang ist mir nach all den Mühen nun doch ein wenig, aber ich geb mich mal als tapferes Schneiderlein frisch ans Werk...hoffentlich bis in Kürze...
Next step will be the skirt. After all the failures I feel a bit anxious, but like the valiant little tailor I won't give in...hope to present the finished dress soon...

Sonntag, 20. Mai 2012

Kurze Nachlese zum Corset de Soie 1801

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an meine werten Leser zu den wunderbaren Kommentaren zum Corset de Soie.
Beim Durchstöbern der schier endlosen virtuellen Welt, mußte ich allerdings feststellen, dass der Verschluss mit Hilfe von Schnallen bereits die Damenwelt um 1785 in Begeisterung versetzt hat.
Durch Heileen's wunderbares Pinterest Board bin ich auf dieses Portrait von George Romney (1734-1802) gestoßen.
Thank you very much to my dear readers for the lovely comments to my previous blog post about the Corset de Soie.
While roaming the sheer endless fields of the internet, I've learned that the closure on the corset wasn't actually a new invention, as fashionable women of the 1785s already fell in love with the metal buckle closure.
Thanks to Heileen's wonderful pinterest board, I stumbled upon a beautiful portrait by George Romney (1734-1802).
George Romney, A Lady in Brown 1785 (Quelle/Source wikipedia)
Das Portrait hängt in der National Gallery, London. Dort ist es unter dem Namen "Die Pfarrerstochter" bekannt. 
Unverkennbar die versetzten Schnallen und dazugehörigen Laschen, allerdings dauerte es noch einige Jahre, ehe auch das elastische Vorderteil mittels Metalspiralen Einzug in die Mode hielt!
The portrait belongs to the collection of the National Gallery, London. It's known by the name "The parson's daughter".
We clearly see the well-known shifted buckles and tongues, yet it took another decade before the "elastic" front pieces with the inserted metal springs were introduced to fashion.

Sonntag, 13. Mai 2012

1801 Corset de Soie

 Rechtzeitig zum sonntäglichen Sonnenschein ist das grüne Korsett aus Seide bereit um ausgeführt zu werden. Bevor ich meine werten Leser einlade, mich in den Garten zu begleiten, noch ein paar weitere Einblicke in die Konstruktion des ungewöhnlichen Keidungsstücks.
Just in time to greet Sunday's sunshine my green silk corset is done. But before I invite my dear readers to join me in the garden, I'd like to share further construction details of the unusual garment.

Das Korsett wird (wie beim Original aus der Sammlung Joconde) mittels drei Laschen aus Seide und Metallstegschnallen geschlossen.
Die Verschlüsse werden mit Rückstichen nahe am Rand angenäht und auf der Rückseite versäubert.
The corset (like the original from the Joconde Collection) is closed with three metal buckles and three silk tongues.
The closures are sewn to the front pieces with back stitches.

Der Stoff wird sorgfältig untergelegt und am Futter festgenäht. Links im Bild die seidene Lasche, die zur Hälfte mit Baumwollstoff hinterlegt ist.
The farbic is folded under and then sewn to the lining. On the left is the silk tongue, of which one half is lined with cotton.
Bei dem feinen Seidenstoff ist es notwendig, die Lasche mit Baumwollestoff zu hinterlegen, da der Stoff sonst aus der Schnalle rutschen würde. 
Ich habe aber nicht die komplette Lasche unterlegt, sondern nur einen Teil, damit man bei einem eventuellen Umklappen auf den Seidenstoff und nicht das Futter blickt.
(Nachdem ich das Korsett getragen habe, kann ich allerdings verraten, dass die Laschen keinesfalls umklappen - sie betragen sich ausgezeichnet)
As the silk is quite delicate it was necessary to line the silk to prevent it from slipping out of the buckle.
But I have only lined a part of the tongue so when it turns while wearing you won't see the lining.
(After wearing the corset I'd like to add that the tongues actually stay in place very well.)

Ein Blick auf das Futter. Von außen wird das Korsett - wie beim Original - ringsherum mit kleinen Herringbonestichen aus rosa Seidengarn verziert.
Die beiden Rückenteile habe ich übrigens mit dem "weird running whip stitch thingy" verbunden.
An inside view of the lining. On the outside the corset is - like the original - decorated with a row of herringbonestitches in blushing pink silk thread.
The back parts are sewn together with the "weird running whip stitch thingy".



Die Wirkung der Metallspiralen ist hervorragend, wobei sie kein bisschen unangenehm zu tragen sind.
Ein wunderbares kleines Kleidungsstück!!! Und ein seidenens Schmückstück für ein weißes Kleid!
The effect of the metal springs is amazing and they are highly comfortable to wear.
It is such a lovely little garment!!! And a silky gem for a white dress!

Und zu guter Letzt' der versproche Ausflug in den sonnigen Garten:
And now let's have a stroll through the sunny green of the garden:




Der Ausflug in die frühen 1800er hat mir dermaßen Vergnügen bereitet, dass ich mich dazu entschieden habe mit meinem nächsten Projekt noch ein wenig in der erste Dekade des Jahrhunderts zu verweilen. Beim Lustwandeln im Garten mag so ein weißes Kleid zwar angebracht sein, aber in dem Beet lauert noch einiges an Gartenarbeit und da ist ein schlichtes Leinenkleid doch eher von Nutzen...
The early 1800s are such fun that I decided to stay in the first decade of the century with my next project. While taking a stroll and having a read in the garden a white dress might be indeed very suitable, but the herb beds and vegetable beds anticipate a whole lot of work and labour, hence a linen working dress would be of great need...

Donnerstag, 10. Mai 2012

Aufgedreht!

Die Überschrift bezieht sich im Hinblick auf den Fortschritt an meinem neuen Nähprojekt, dem "1801 Corset de Soie", nicht nur auf meinem Gemütszustand, sondern auch auf das Geheimnis, welches sich hinter der Bezeichnung "elastisch" verbirgt!
Aber der Reihe nach...
This blogpost's title is a pun, as the German term "aufgedreht" does not only mean to be excited (coll.), it is also the word for metal being spiralled/coiled. Well, in this particular case I'm not only very excited about my current project "1801 Corset de Soie", but "being coiled" is also the secret behind the term "elastic"!
But first things first...

Zunächst galt es die Kanäle in das Vorderteil des Korsetts einzunähen. Bei dieser Abreit bediene ich mich häufig eines Bleistifts, um die Reihen einigermaßen gleichmäßig hinzubekommen. Die Kanäle werden mit einfachen Vorstichen genäht. Ich habe dazu eine Nadel No.12 sharp verwendet und versucht die Stiche möglichst nur etwa 1-2 mm lang werden zu lassen, da das helle Garn ja auch auf der Vorderseite sichtbar sein wird.
First I've had to sew the channels into the two frontpieces of the corset. I usually mark the rows with a fine pencil to get them at least a bit even. The channels are sewn with tiny running stitches. I've used a No.12 sharp needle and tried to get the stitches as tiny as 1-2 mm in lenght, as the off-white thread will also be seen on the silk.



Nachdem die Kanäle eingenäht sind, wird der Rand doppelt umgeschlagen und am Futter angenäht.
After the channels are sewn in, the edges of the silk will be folded under and sewn to the lining.
Hier erkennt man auch wunderbar, dass der Stoff sich bereits ein wenig fältelt.
The fabric already starts to crease.

Zeit, dem Geheimnis der eigentlich Fältelung bzw der Bezeichnung "elastisch" auf den Grund zu gehen und Material zu finden, das dem früheren entspricht.
Den entscheidenden Anstoß gab ein Korsett aus der Sammlung des met Museum NY.
Zwar ist es von der Konstruktion ein wenig anders als die drei Corsets, die meiner Reproduktion zu Grunde liegen, aber es hat ebenfalls die elastische Vorderseite...und das Corset gibt  - zu meiner großen Freude - das Geheimnis preis!
It's about time, to focus on the term "elastic" and to lift the veil, and furthermore to find a modern substitute.
The eye opener was a corset from the met museum's collection NY.
Although the overall construction of the corset is a bit different from the three examples I've chosen for my recreation, but the front also has the elastic wings...and - to my great pleasure - the secret is revealed!
Detail des Corset C.I.46.82.8 (Quelle/source Met Museum)
Es handelt sich also um eine feine Metallspirale. Bei dem Anblick gingen meine Gedanken auf Wanderschaft und tappten lange im Dunkeln, bis der Herr des Hauses mit dem entscheidenden Hinweis für Erleuchtung sorgte: 
"Das erinnert mich an die Antriebsriemen meiner Dampfmaschine"
It is a very fine metal spring. My thoughts went wandering, but I was trapped in helplessness until my dear husband made the following crucial remark:
"This reminds me of the flexible belts of my miniature steam engine"

Und siehe da, im Programm von WILESCO gibt es die Riemen in zwei verschiedenen Längen und Durchmessern - ausgezeichnet!
I'm happy to announce that WILESCO offers them in two different lenghts and two different diameters - excellent!
Wilesco Z80 Antriebsspirale 50cm Länge/2.5 mm Durchmesser
Wilesco Z80 Flexible belts 50cm lenght/2.5 mm diameter

Das Material ist wunderbar elastisch, hält aber zugleich die Form. Es ist angenehm dünn und in keinster Weise unangenehm zu tragen.
The material is gorgeously elastic, but it keeps it's shape. It's very thin and smooth to wear.

Mit einer Zange lassen sich die Stücke auf die richtige Länge bringen. Danach werden sie in jeden zweiten Kanal eingeführt und am Ende jeweils mit Stichen und Knoten verbunden.
It's easy to cut them into the required lenght. After that they are stuffed into every second channel and then stitched and knotted in place.

Der Stoff ist etwa fünf Zentimeter länger als die Spiralen, weshalb die Enden an beiden Seiten unbedingt gut verankert werden sollten. Und so sieht es aus, wenn die Spiralen fertig eingezogen sind:
The faric itself is approx. 2 inch, that's why it is essential to safely secure the ends of the spirals. And here's how it looks like when the channels are completely done:


Unglaublich elastisch :)
Incredibly elastic :)

Sonntag, 6. Mai 2012

e-m@il für Dich - You've Got Mail (1806)

Nein, die Überschrift stimmt in der Form natürlich nicht. 
Zumindest nicht im eigentlichen Wortlaut, aber im Grunde gab es auch im Jahr 1806 einen überaus regen Ausstausch von Gedanken mittels Briefen.
Und dass der Briefverkehr unserer heutigen elektronischen Schreibwut in nichts nachstand, beweist ein Auszug aus dem wunderbaren Buch "The picture of London" (1806) von John Feltham.
Innerhalb Londons wurde die Post sechsmal täglich ausgeliefert!
Und in die umliegenden Grafschaften (Kent, Surrey, Essex, etc) immerhin noch dreimal täglich ausgeliefert, bzw von den jeweiligen Postämtern zweimal täglich nach London überführt.
Und das für ein Zweipence Stück.
The headline is of course not true.
At least not in the exact meaning, but actually people in the year 1806 have been truly avid writers, letter writers that is.
And their zest for writing letters was very much like today's for sending emails, as it's shown in an excerpt of the amazing book "The picture of London" (1806) by John Feltham.
Within London letters used to be collected and delievered six times a day!
And in the countryside close to London (Kent, Surrey, Essex,etc.) it was at least delievered three times to the countryside and collected two times.
For the amount of a twopence.

 
Auzug von/excerpt of "The picture of London" 1806 (Quelle/source googlebooks)
  
Aber welchen Wert hatte ein solches Zweipence Stück eigentlich?!
Zwölf Pence waren ein Shilling.
An dieser Stelle schlage ich mal die Brücke von der Leidenschaft des Briefeschreibens hin zu den vertrauten Gefilden der Kleiderstoffe.
In dem wunderbaren Buch "A lady of fashion - Barabara Johnson's Album of Styles and Fashion" ist für das Jahr 1806 der Kauf von sechs Yard Chamberry (Chambray - ein feiner, leichter Baumwollstoff) Musselin beschrieben und zwar für einen Preis von zwei Schilling und zwei Pence der Yard. 
Also konnte man sich entweder den Stoff für ein neues Kleid aus feinem Musselin erlauben oder aber 78 Briefe schreiben.
But what was the value of a two penny?!
Twelve pence make a shilling.
Here I'd like to build a bridge from the passion of letter writing to the familiar grounds of fabrics.
There's a note in the amazing book "A lady of fashion - Barabara Johnson's Album of Styles and Fashion" for the year 1806 about a purchase of six yards of Chamberry (chambray - a lightweight, plain weave cotton) muslin for the price of two shilling twopence a yard.
So there was a choice to either purchase fabric for a new dress or send 78 letters.

Barbara Johnson brauchte sich in dieser Hinsicht aber sicherlich nicht zu entscheiden, sie konnte sich beides leisten, was ihr herrliches Vermächtnis in Buchform belegt.
Barbara Johnson surely never had to face this choice as she was priviledged and accomplished to get both, which is beautifully shown in her "account" book.




Freitag, 4. Mai 2012

Alles neu macht der Mai!

Nachdem bisher eher die Mode der zweiten Dekade meine Aufmerksamkeit für sich beansprucht hat, hat ein außergewöhnliches Kleidungsstück mein Interesse an der ersten Dekade geweckt.
Bislang kannte ich Korsetts und Mieder nur in der Farbpalette Weiß, also staunte ich nicht schlecht, als mir ein farbiges Korsett begegnete.
While my attention generally is drawn to the garments of the second decade of the 19th century, a most unusual piece of the first decade caught my interest.
So far I was only familiar with corsets and stays in plain white for that era, the more I was astonished to find a coloured one.
Corset de Soie (Quelle/Source: Joconde)
Corset des Soie Rückseite/back (Quelle/Source: Joconde)
Hauchzarte Musselinkleider und ein farbiges Korsett?! 
Da stimmte doch etwas nicht, oder?!
Nach einiger Recherche und Dank eines Hinweises durch Mme Theo, stieß ich auf ein wunderbares Modekupfer aus der Sammlung des Journal des Luxus und der Moden, das einiges erklärte.
Delicate muslin gowns and coloured corsets?!
That doesn't work, does it?!
After some research and thanks to a hint from Mme Theo, a lovely fashion plate from the Journal des Luxus und der Moden Collection crossed my path to give an explanation.

Corset,  Journal des Luxus und der Moden 1801 (Quelle/source: nuranar)
Die seidenen Korsetts galten als Hingucker für die weißen, fließenden Kleider. Und - in meinem Gedächtnis kramend - erinnerte ich mich noch an eine weitere Variante.
The silk corsets have been the eye-catcher for the white and wonderful dresses. And - recollecting my memory - I recalled another variation I've had seen.

Busti (Quelle/Source: Abiti Antichi)
Es stand nach der Entdeckung natürlich außer Frage, dass ich mich unbedingt an ein solches Korsett/Korselette wagen wollte. In meinem Stofffundus lagerte noch wunderschöner grüner Seidentaft von einer sehr glatten und zarten Qualität. 
Also konnte es an das Erstellen eines Schnittmusters gehen.
It was surley out of question that I had to have an attempt on sewing such a corset/corselet.
I quickly found a most suitable silk taffeta in an amazing green im my fabric stash.
The next step was assembling a paper pattern.

Auf den Bildern der Orignale ist zu erkennen, dass der Seidenstoff und das baumwollene Futter an den Kanten durch Überwendlichstiche vernäht wurde. Der gestrige Tag stand dann im Zeichen von Kanten bügeln und winzigen Stichen.
The original pieces show that the silk taffeta and the cotton lining are sewn together with overcast stitches along the edges. Thus yesterday was spent with ironing edges and oh-so-tiny stitches.
Eine Hälfte des Rückteils mit Träger/ One side of the back piece with added shoulder strap

Nachdem das Futter eingenäht ist, werden die beiden Rückteile miteinander verbunden...und dann geht es an das Vorderteil, das als "elastisch" bezeichnet wird. Das Geheimnis, das sich dahinter verbirgt, werde ich   im nächsten Eintrag ans Tageslicht zu bringen - bis dahin heißt es fleißig Nähen!
After the lining is sewn in, both back pieces are sewn together...and then I'll focus on the front piece, which is called "elastic". I'll reveal the secret behind this term in my next post  - until then it's busy sewing!