Montag, 16. Februar 2015

Der denkwürdige Tag, an dem die Katze aus dem Sack gelassen wird, um zu verkünden, dass ein Haus zum Leben erwacht.

Dieser Tag ist heute!
Heute habe ich nämlich das Vergnügen, den Schleier eifriger Vorbereitungen erstmals ein wenig zu lüften und über eine Veranstaltung zu berichten, die in diesem Juni stattfindet.
Waterloo?
Nein! Nicht nur große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, sondern auch Häuser, kleine Häuser.
Sehr kleine Häuser.
Ein ebensolches steht in Menden im Sauerland und schmiegt sich mit seinen drei Wänden seit dem Jahre 1709 an die Stadtmauer, weshalb es den Namen "Schmarotzerhaus" trägt.
Vor ein paar Jahren gründete der Mendener Peter Hoppe die Mendener Stiftung für Denkmal und Kultur, um das kleine Haus an der Stadtmauer 5 vor dem endgültigen Verfall zu retten. 
Das zweigeschossige Wohnhaus wurde von Grund auf saniert und ist mittlerweile Teil des Mendener Museums und zeigt das Leben in diesem Haus um 1900.
Am 13.Juni 2015 
allerdings drehen wir die Uhren nochmal etwa hundert Jahre weiter zurück in das Jahr 1814, denn dann zieht für einen Tag die
in die Räumlichkeiten.
Die winzigen Räume, mit einer Deckenhöhe von nichtmal zwei Metern, werden von einer handvoll Damen von 11 bis 16 Uhr in eine muntere Modehandlung verwandelt.
Und während in heiterer Geschäftigkeit die Kundinnen im unteren Stockwerk mit der neusten Mode bekanntgemacht werden, sitzen im oberen Stockwerk eine Vorlagenmalerin, fleißige Stickerinnen und Näherinnen bei der Arbeit.
Ein Lehrmädchen fehlt ebensowenig, wie eine Hauswirtin, die für Ordnung sorgt.
The memorable day, when the cat was let out of the bag to tell, that a house wakes up to a new life.
This day is today!
Today I have the pleasure to eventually lift the veil of preparations for the first time and tell about an event, which will happen in June.
Waterloo?
No! Not only huge events forecast their shadows, but also houses, small houses.
Very small houses.
One such house is to be found in Menden in the Sauerland and it nestles with it's three outer walls to the medieval town wall ever since 1709, this is why it is called "Schmarotzerhaus" (cadgerhouse).
A few years ago the Menden citizen Peter Hoppe founded the trust Mendener Stiftung für Denkmal und Kultur, aiming to save the small house at Stadtmauer No.5 from decay.
The two storey house was reconstructed and is now a dependance of the local Museum in Menden and displays life around 1900.
However on June 13th 2015
we will turn back time another hundred years to 1814, because then the
(Milliner & Dressmaker Shop)
will move in for one day.
The tiny rooms, with a ceiling less than 2 metres high (or low), will be transported into a vivid milliner shop from 11 am to 4 pm by a couple of lovely re-enactors.
And while there's cheerful bustle around the latest fashion in the shop on the ground floor,
the first floor will be inhabited by a fashion plate painter, seamstresses and embroideresses, who are working busily.
An apprentice will also be there as well as a strict landlady, who will take care of ensuring good manners.

Das Schmarotzerhaus an der Stadtmauer 5 in Menden wird zu Mme Bettingers Putz & Modenhandlung
The Schmarotzerhaus will become Mme Bettinger's Milliner and Dressmaker Shop

1807, Le Bon Genre, Atelier de Modistes (Quelle/source: Dames a La Mode)


 Der Eingang mit dem Herd, das Reich der Hauswirtin
The entrance with the stove, where the landlady reigns

  Vom Eingang geht's im Juni in den Ladenbereich
In June the entrance leads two stairs up into the shop

1802, The milliner's shop 
(Quelle/source: via pinterest)

Auf halber Treppe von der Schuhmacherwerkstatt hinunter
On half staircase down from the shoemaker's workshop to the entrance

Auf dem Weg ins Obergeschoss
On the way to the first floor

Enge, steile Treppen
narrow and steep stairs

Dieses Zimmer wird sich die aus der Ferne angereiste berühmte Vorlagenmalerin mit dem Lehrmädchen und der Hauswirtin teilen - früher rückte man zusammen!
This room will be shared by the famous and far travelled fashion plate painter, the apprentice and the land lady - people back then were used to cramped confines!

In den beiden Räumen rechts werden die Näherinnen und Stickerinnen zu finden sein
The two small rooms on the right will be inhabited by the seamstresses and embroideresses

Und wieder treppab zurück in den Laden, der ganzjährig eine Schneiderwerkstatt um 1900 beherbergt, aber...
And downstairs back to the shop, which actually is a tailors workshop as seen around 1900, but...

April 1809, Journal für Fabriken, Manufakturen, Handlung, Kunst und Mode  (Leipzig) Tab III (Quelle/source: via googlebooks)

...am 13.Juni dann hoffentlich die Herzen der Damen um 1814 höher schlagen lässt.
...on June 13th hopefully pleases the taste of ladies of the year 1814.

In den folgenden Wochen werde ich noch ein bisschen mehr über dieses bezaubernde Projekt berichten, ein Besuch im Schmarotzerhaus ist aber ganzjährig möglich.
Es hat jeden ersten Samstag im Monat von 11 Uhr bis 12 Uhr für Interessierte geöffnet.
Weitere Fotos finden sich hier: Galerie Schmarotzerhaus
In the upcoming weeks I'll share more about this project, but you can visit the Schmarotzerhaus throughout the year.
It opens it's doors each month's first Saturday from 11 am to 12 am.
More photos are provided here: Galerie Schmarotzerhaus

Kommentare:

  1. Welch wundervolle Idee! Gratulation an alle, die beteiligt sind, sich darauf einlassen, mitwirbeln.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen lieben Dank! Wir sind auch schon alle sehr aufgeregt :)

      Löschen
  2. Ein ganz ganz tolles Vorhaben!!! Superschön! Ich freue mich schon auf mehr Photos!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön!!! Wir freuen uns auch schon sehr :)

      Löschen
  3. Oh toll, ich freu mich auch auf Bilder. Wünsche viel Spaß!

    AntwortenLöschen
  4. Oh wie schön! Was für eine tolle Idee, wie gerne würde ich das live sehen-aber immerhin kann ich mich ja an den Bildern erfreuen.Weiterhin viel Erfolg und frohes Schaffen, schon die Marotten und Hüte sind einfach nur wow, das wird sicher erstklassig!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen lieben Dank! Wir werden über die Vorbereitungen und die Veranstaltung sicherlich ausführlich berichten und wir haben bereits Pläne, wie wir unsere Leser mit in das Geschehen einbeziehen können...

      Löschen
  5. Das ist ja klasse!
    So ein schönes Projekt - ich wünsche Euch viel Freude.
    Ich hoffe sehr, Ihr habt einen guten Fotografen, der wie ein kleines Mäuschen Impressionen sammelt - für alle die, die nicht persönlich schauen können.

    Herzlich
    Ute

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön! Ich hoffe, wir werden viele schöne Eindrücke sammeln und weitergeben :)

      Löschen
  6. Liebe Sabine, das ist ganz wunderbar! Ich liebe solcherlei Häuser bzw. Museen ganz besonders, vor allem auch, wenn die Besucher durch diverse werkelnde Hände einiger Personen in historischen Gewändern kurzzeitig dem Eindruck erliegen, sie befänden sich wahrhaftig in einer anderen Zeit, in einer anderen Welt. Bin schon gespannt auf weitere Eindrücke und Fotos.

    Herzliche Grüße

    von Constanze

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen lieben Dank! Das Häuschen ist wirklich ein Schmückstück und wir freuen uns sehr, die Mauern beleben und in die erste Dekade des 19. Jahrhunderts zurückführen zu dürfen :)

      Löschen
  7. How cool! I can't wait to hear more about this project!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Thank you so much - we are very excited, too :)

      Löschen
  8. Dear Sabine,
    Thank you for all of the pictures of the house. It's neat..and so tiny!
    Very best,
    Natalie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Many thanks! It really is tiny, but will be filled with lots of fun and laughter from the eerie basement to the roof :)

      Löschen
  9. I wish I could come and see it myself...sigh. I hope someone is going to capture the day(s) for you either by video or photos. Cheers.

    AntwortenLöschen