Donnerstag, 6. Dezember 2018

Schuhmoden in Weimar und Westphalen

Ja, wo fang ich denn mal an mit dem Beitrag?
Zunächst vielleicht mit der - wohl eher wenig verwunderlichen - Mitteilung, dass St.Crispinius Geist noch immer durch unser Haus weht und es ihm offensichtlich derart behaglich erscheint, dass er beschlossen hat meine kleine Werkstatt für längere Zeit zu beehren.
Also gibt es am heutigen St. Nikolaustag zwar keine Stiefel, aber mit neuen Schuhen kann ich dienen.
Im letzten Jahr an dem Jubeltag eines weiteren Heiligen, nämlich St.Valentin, erhielt ich ein Paar wunderschöne Schuhschnallen, die sich mir nach der Fertigstellung der ledernen Felgenhauer Schuhe, augenblicklich in Erinnerung riefen.
Glücklicherweise trug man in den 1790er Jahren noch ab und an die lange in Mode gewesenen Schnallenschuhe, wenngleich sich der Stil ein wenig angepasst hatte.
In Bertuchs Journal des Luxus und der Moden wird 1789 der sinkende Stern der Schnallenschuhe erläutert, ebenso im Journal de la Mode et du Gout vom Juni 1790. Monsieur Heurteloup, der derzeit mit diesem Journal für ein neues Kleidungsstück arbeitet, hat sich darüber freundlicherweise mit mir ausgetauscht.
Well, where do I start with this blogpost?
Maybe first I should let you know that St.Crispin's spirit probably is quite fond of our house and now dwells in the nooks and crannies of my workshop.
Hence this year I won't fill any boots on St.Nikolaus Day, but probably come up with shoes.
Last year on another saints day, namely St.Valentin, I received the gift of a pair of gorgeous shoe buckles, which came to my mind again after finishing the Felgenhauer shoes. 
Luckily these were still worn in the 1790s, although the shape slightly changed.
Bertuch's Journal des Luxus und der Moden keeps us informed in 1789 about the fall of shoe buckles and shoes with latchets. A fact that is also stated in the Journal de la Mode et du Gout from Juni 1790. Monsieur Heurteloup, who is currently working with the Journal, has kindly shared a text passage about it with me.
1790, Journal de la Mode et du Gout (Quelle/source: Bunka Gakuen)
Die Schnallenschuhe verabschiedeten sich seit den 1780er schleichend aus der Mode, denn mit den schweren Schnallen galten sie als unbequem, wie uns das Journal blumig beschreibt.
Lediglich farbenfrohe Schnallenschuhe fanden noch an die Füße der eher jungen Damen...und im westfälischen Sauerland hielten sich bekanntermaßen die Moden auch ein wenig länger. 
Vor meinem geistigen Auge sah ich schwarze Schnallenschuhe, die über das heimatliche Pflaster knirschten.
Ich liebäugelte also mit einem Modell, dass bereits die neue spitze Form der 1790er aufwies, aber dennoch meine Schuhschnallen zur Geltung bringen würde.
Shoes with latchets gradually took their leave from fashion since the 1780s, because the heavy buckles suddenly were seen as uncomfortable, which is described in both journals mentioned above.
Only colourful shoes with latchets were still found on the feet of young ladies...and most probably they also remained in fashion in the westphalian Sauerland, where fashions generally were slower.
I already imagined black shoes, which walk over the cobbled sauerlandian streets. 
I've chosen a pair, which already had the very pointy 1790s shape, yet could be still adorned with my shoe buckles.
1780-1800 Black English Satin Shoes (Quelle/source: Manchester Art Gallery)
Und endlich würde der etwas in die Jahre gekommene Kummerbund aus schwarzem Satin, den mir meine Freundin Natalie von A Frolic through Time schon vor einigen Jahren zugesandt hatte, zum Einsatz kommen. Damals ahnten wir sicherlich nicht, dass der Stoff ausgerechnet in Schuhen enden würde!
Zunächst galt es auf dem Leisten ein Schnittmuster für die Schuhe zu entwickeln, mit einer Pappsohle, weißer Baumwolle und etwas Malerkrepp.
And finally the vinatge sash made from black satin, which was kindly given to me by my dear friend Natalie from A Frolic through Time, has had it's purpose found. I guess we both haven't imagined it to be turned into shoes!
First I needed to come up with a pattern on the last, with a cardboard sole, cotton and tape.
Wie man unschwer erkennen kann, steht es meinem Schusterjungen Oskar ins Gesicht geschrieben: "Nicht Dein Ernst?"
Aber das mumienhaft anmutende Probestück verfehlte nicht seine Wirkung und schon bald ging es an das Nähen des Schuhblatts der westphälischen Schuhe.
You cannot fail to notice the frown on my apprentice Oskar's face, saying:
"Seriously?"
But the mummified-like mockup was helpful and it resulted in sewing the uppers.
Voila! Quartier und Vorderblatt aus Satin mit Leinen, der - wie historisch erwähnt - mit Stärkekleber aufgeleimt wurde. Das Einfassband besteht aus feinem baumwollenen Band in Leinwandbindung, das mit Eisengallustinte eingefärbt wurde. Das Münsterische gemeinnützliche Wochenblatt erklärt in seiner Ausgabe von 1793 die verschiedenen Beizen, die Verwendung fanden, u.a. auch simpel angesetzte Eisenbrühen für die schwarze Farbe.
Voila! The front and back made of satin and linen, which is - historically authentic - glued together. The ribbon is made of cotton in plain weave, dyed with iron gall ink or oak gall ink. The Münsterische gemeinnützliche Wochenblatt 
explains in it's 1793 issue different mordants, which were used, like a quick and easy iron gall mordant.
Das vernähte Schuhblatt ist bereit um auf den Leisten und die Sohle gezogen zu werden.
The assembeled upprs, ready to be attached to the sole.
Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden und nach der Trocknung, konnte ich einen ersten Eindruck darüber gewinnen, ob der Absatz zum Schuh passt.
I was contend with the result and after it dried, I could decide whether the heel would match the shoe.
Passt!
Fits!

Und wie immer bei Schuhpaaren, folgte das andere Stück. Beide sind auf dem gleichen Leisten gefertigt, aber durch das Tragen erhalten sie bald ihre Prägung.
And as it is usually the case, a second shoe follows the first. Both are sewn on the same last, due to wearing each gets it's unique shape.
Diesmal hatte ich die hintere Naht kurviger zugeschnitten, was dem Tragekomfort sehr zuträglich ist.
Sie passen perfekt.
This time I've cut and sewn the back seam more curved, which was helpful for the comfort of wearing them.
They do have a perfect fit.
Durch das Aufleimen haben die Laschen mehr Stabilität bekommen, sodass die Schnallen den feinen Satin später nicht einreissen lassen.
Due to the glue the latchets are more sturdy, thus the buckles' pikes do not fray the delicate fabric.
Im Gegensatz zu den Felgenhauerschuhen aus Dresden kommen die Schuhe aus der westphälischen Provinz ohne Schuhmacherlabel aus, stattdessen sind sie mit "links" und "rechts" versehen.
In contrary to the Felgenhauer shoes from Dresden, the shoes from the westphalian countryside do not come up with shoe labels, instead they are marked with "left" and "right".
Die hochwertige Kunstledersohle, die Ledersohlen nachempfunden ist.
The high quality faux leather sole, which mimics real leather.
Mit diesen Schuhen kann man das heimischen Pflaster unsicher machen, aber auch in Weimar müssen sie sich nicht verstecken!
These shoes are not only suitable for the Sauerlandian streets, but would also make a great appearance in Weimar!
Bereit für die Schuhschnallen!
Ready for the shoe buckles!
Endlich haben die Schnallen einen neuen Platz zum Glänzen gefunden!
Finally the beautiful shoe buckles have a spot to shine!
Da im Journal de la Mode et du Gout auch noch farbenfrohe Paare für die jungen Frauenzimmer erwähnt wurden, setzte ich das Schnittmuster gleich noch in einem Kontrastprogramm um und fertigte ein Paar aus der Weimarer Schuhmacherwerkstatt Schönkett & Frau.
Und welche Farben könnten fröhlicher und jugendlicher sein als Froschgrün und Pink?!
As the Journal de la Mode et du Gout also mentioned colourful shoes for young ladies, I did a second pair from the same pattern as it would be done in the Shoeworkshop of Schönkett & Frau in Weimar.
And what colours could be more colourful and youthful than kermit green and pink?!
Die Laschen wurden in pinker Seide ausgeführt, eingefasst sind sie mit rosafarbenem Ripsband.
The latchets are made from pink silk, bound in rose-coloured ribbon.
Die fertigen Schuhblätter aus faconierter Seide und aufgeleimtem Leinen
The shoes' uppers from figured silk and linen
Der erste Versuch für die Absatzfarbe gelang leider etwas zu Pink, also folgte noch eine zweite Schicht, um den Farbton des Einfassbandes zu treffen.
The first attempt on pink heels was a tad too pink, I added a second layer in rose, which matches the ribbon much better.
Das Ergebnis waren modische Schuhe, die keine junge Dame unter ihren langen Röcken verstecken mußte.
The result was a pair of fashionable shoes, which no lady should hide under her skirts.
Die Quartiere sind minimal höher geschnitten. Die Absätze dafür schmaler.
The back is slightly higher. The heels are cut much smaller.
Und hier darf das Schuhlabel nicht fehlen!
Of course the shoe label should not miss!

Jetzt wird es aber Zeit für die Schuhschnallen!
Now it's time again for the buckles!
Auch hier legen sie einen glänzenden Auftritt hin!
A magnificent appearance!
Für mich war es sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich der gleiche Schnitt des Schublatts ausgeführt werden kann. 
Andere Stoffe, Farben und andere Absätze und man erhält zwei sehr unterschiedliche Paar Schuhe.
It was interesting to see how the same pattern could result in two different pairs of shoes
with just fabrics, heels and colours. 
Da ich nicht mehr zur jugendlichen Zielgruppe gehöre, schlägt mein Herz ein wenig höher für die schwarzen westphälischen Schuhe, aber die grünen Schuhe unter einem weißen Kleid sind schon ein waherer Hingucker!
As I'm actually not counting myself to the young ladies anymore, I prefer the black westphalian shoes, but I have to admit that the green shoes, peeking out from under a skirt, are real eyecandy!
Glücklicherweise muß ich mich nicht entscheiden, sondern kann mir sozusagen beide leisten.
Lucky me, I do not need to choose between them, but can wear both ;)
Und wie läuft es sich darin eigentlich?
Üblicherweise verbringe ich den größten Teil des Tages barfuss oder zumindest bestrumpft, daher waren selbst diese kleinen Absätze mal etwas neues für mich. Man läuft sich sehr schnell ein und ich bin schon gespannt wie sich die Schuhe künftig auf dem Weimarer Pflaster schlagen.
Ich werde sicherlich ausführlich darüber berichten.
Und nun geht es vorerst zurück in die Werkstatt, denn da wartet ein sehr modisches Paar der 1790er ganz ohne Schnallen aus dem Journal des Luxus und der Moden darauf wiederentdeckt zu werden.
And how do they feel on the foot?
Usually I spend most of the day barefoot or in socks, therefore these heels were something new to me. Gladly it's something to get used to quickly and I'm curious on learning how they'll work on the Weimarian cobblestone and gravelled roads.
I will certainly let you know.
And now it's back to the workshop for me, there's a 1790s highly fashionable pair of shoes waiting to be discovered again.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Novität der Michaelis-Messe zu Leipzig: rosa Frauenzimmer-Schuh aus Leder nach englischem Vorbild

"Madame, Ihre Bestellung wurde geliefert."
"Madame, your order has been delievered."
Aber mal ehrlich, wie kam eigentlich der Frauenzimmerschuh in den 1790er Jahren an den Fuß der Dame?
Messen, wie zum Beispiel die oben erwähnte berühmte jährlich stattfindende Michaelismesse in Leipzig im September, und Jahrmärkte waren eine gute Gelegenheit neue Moden kennenzulernen und auch bereits gefertigte Schuhe zu erwerben, aber üblicherweise wandte sich Madame an den örtlichen Schuhmachermeister. Lebte sie in einer größeren Stadt, konnte sie gar bei einem sogenannten Frauen-Schuster ihre Bestellung aufgeben.
Dazu fand sich Madame zumeist vor Ort ein, um zunächst ihren rechten Fuß mit einem papierenen Band und einer Holzschieblehre ausmessen zu lassen. Von ihren Maßen fertigte der Schuhmacher einen einzigen Leisten, welcher nicht nur dem Fuß, sondern auch der neuen Schuhmode entsprach.
Aber werfen wir doch einen Blick in eine solche Werkstatt:
Seriously, how does a shoe made it's way to the foot of a lady in the 1790s?
Trade fairs, for example like the above mentioned famous annual Michaelsmas in Leipzig in September, or other fairs always have been a good opportunity to learn more about the latest fashions and even purchase readymade shoes, but usually Madame would prefer to visit the local shoe maker. If she happened to live in a big city, she could even shop at a specialized shoemaker for ladies.
Generally madame would choose to pay a visit in the shop to have her right foot measured with a paper tape and a wooden calliper. Having her foot's measurements the shoemaker first created a single last, which did not only match her feet, but also the desired fashion.
At this point we might have a peek into the shoemakers workshop:
1791, Johann Peter Voit, Faßliche Beschreibung der gemeinnützlichsten Handwerke und Künste (Quelle/source: googlebooks)
Dargestellt wird das Maßnehmen des Schuhmachers am schwarzbestrumpften Fuß der Dame. Im Hintergrund an der Wand sieht man die Leisten, wie damals üblich immer nur einer. Frauenzimmerschuhe konnten aus Leder oder "Zeug" (also verschiedenen Stoffen) hergestellt werden, wobei das Schuhblatt gar von der Kundin selbst mitgebracht werden konnte, dazu findet sich auch ein erläuternder Text in den Quellen:
Depicted is the measuring of the black-stockinged foot of the lady. In the background is a shelf with all the lasts, as it was common back then always only one for both feet.
Female shoes could be made of leather or fabric, where the uppers could even be contributed by the female costumer, this is well-described in the following passage:
1791, Johann Peter Voit, Faßliche Beschreibung der gemeinnützlichsten Handwerke und Künste (Quelle/source: googlebooks)
Transkription:
Gefärbtes Leder wird zu Frauenzimmerschuhen und zu Pantoffeln genommen; dahin gehören nun rother, grüner, gelber, blauer Safian, roth und paillegelb, auch blau und weisses Taffentleder, rauhes Kalbleder von den Weiß-und Sämischgerbern, ingleichen allerhand weisse, farbige und bunte Ledersorten. Jetzt sind reiche, gestickte, barchentne und seidene Frauenzimmerschuhe Mode, wozu man die Blätter im Kramladen kauft.
Translation:
Coloured leather is used for ladies' shoes and mules; as were red, green, yellow, blue moroccan leather, red, straw yellow, also blue and white soft leather, raw calf hide from the tanner, and also plenty white, coloured and painted leathers. Currently rich, embroidered, fustian and silk ladies' shoes are fashionable, where the uppers are bought in corner shops, general stores or rummage shops.

Auf diese Art und Weise wurde ein Schuh zu einem sehr individuellen Stück, das bis ins Detail den Vorstellungen der Kundin entsprechen konnte.
Besonders in England waren lederne bemalte Schuhe zur Mitte der 1790er sehr beliebt, wobei die Muster bisweilen für den heutigen Betrachter äußerst modern wirken: von Blümchen und Punkten über geometrische Muster ist in den Museen beinah alles zu finden, was das Frauenherz vor über 200 Jahren höher schlagen ließ und auch heute noch für Entzückung sorgt.
This way a shoe turned into quite an individual piece of fashion, as it could be fulfilled very detailed after the customer's delight.
Especially in England painted leather shoes were highly popular in the mid 1790s, while the patterns are still appealing to the modern eye: from flowers and dots to geometrical patterns, a wide range still to find in the museums and with the ability to raise the heart rate as much today as 200 years ago.

Und auch ich bin dem Charme dieser Schuhe erlegen, aber leider konnte ich nicht einfach zum örtlichen Schuster mit meinem Schublatt aus dem Kramladen und mir den Traum erfüllen, also verschwand ich - den heiligen Crispin um Beistand anrufend - in meiner Werkstatt, um zunächst einen Leisten mit dieser markanten Spitze herzustellen. Der Originalleisten in meiner Sammlung, mit dem ich zuvor den Pantoffel hergestellt habe, half mir dabei sehr...dennoch bedeutete es einige Stunden Schleifen und zig Schuhprobestücke aus Papier.
I also succumbed to the charms of these shoes, but unfortunately I could not just visit the local shoe maker with an upper from the next corner shop to realize my dream, hence I went into my own workshop - while calling St.Crispin for guidance - to build a last with the distinctive pointy toe. The original last in my collection, from which I made the mules recently, helped me a lot...nevertheless it meant hours of sanding and quite a number of paper shoe samples.
Der fertige Leisten wirkt recht zierlich und schmal, aber mit der Spitze misst er beinah 26 Zentimeter. Überhaupt führt den Betrachter das Aussehen der Schuhe oftmals in die Annahme, dass die Schuhe (und somit auch die Füße der Damen) äußerst klein waren, und sicherlich galt ein zierlicher Fuß damals als Ideal (dazu an anderer Stelle demnächst hoffentlich mehr), aber dank der detaillierten Auflistung der Museumsbestände ist zu erkennen, dass die meisten Schuhe durchaus heute gängigen Größen entsprachen.
The finished last looks rather dainty and small, but with the pointy toe piece it measures 10 1/8 inch.
Actually the shape of the shoe often misleads to think, that shoes (and the feet of the ladies) commonly have been much smaller, and most certainly a petite foot meant an ideal (more about that hopefully soon in another blog post), but due to precise museum's data it is revealed, that most shoes conform with today's sizes.

Nachdem der Leisten gefertigt war, folgte das Schuhblatt. Wie bei den Originalen kam sehr dünnes Leder zur Verwendung (mein alter Lederblouson aus den 80ern lässt grüßen), welches entsprechend der englischen Vorbilder gefärbt und bemalt wurde.
After the last was finished, I made the uppers. Following the originals I've chosen a very fine and thin leather (taken from my old leatherjacket from the 1980s), which was painted and then coloured according to the museum's pieces.

Wie in historischen Quellen beschrieben, wurde das feine Leder mittels Stärkekleber auf das Leinenfutter aufgeklebt, um dem Schuh mehr Stabilität zu geben. Die Nähte und der obere Rand wurden mit einem Band eingefasst. Im historischen Kontext waren diese Näharbeiten zumeist die Aufgabe für die Frau (oder die Töchter) des Schuhmachers.
Like described in historical sources, the thin leather was added to the linen with glue, to give more stability to the shoe itself. The seams and the upper edge were finished with a ribbon. Historically this sewing was usually done by the wife (or daughters) of the shoe maker.
Die Schuhblätter auf der Innensohle befestigt. 
Da ich durch die Verwendung von Kunstledersohlen, die nicht vernäht werden können, vom Original abweiche, gestaltet sich auch die Konstruktion ein wenig anders. Im Netz sind zahlreiche Anleitungen für die Konstruktion im Wendeschuhverfahren zu finden, weshalb ich das an dieser Stelle nicht weiter erläutere.
The uppers are attached to the insole.
As I use faux leather soles, which cannot be stitched, I therefor differ from the original construction. There are plenty of tutorials in the worldwideweb for turnshoe construction, thus I won't go into detail here.

Nachdem die Schuhe auf die Innensohle aufgeklebt wurden, habe ich zwei verschiedene Sätze Absätze gefertigt, welche anschließend mit Leder bezogen wurden. Da das Fertigen der Absätze bisweilen eine Kunst für sich war, gab es in größeren Städten auch Stöckelmacher, die sich auf die Herstellung spezialisiert hatten.
After attaching the uppers to the insole, I've done two sets of heels, which were then covered with leather. As the process of heel making is rather an art of it's own, there also have been heel makers (Stöckelmacher) in larger cities, which have specialized in this craft.
Die Entscheidung fiel schließlich auf die linke Absatzvariante. Nachdem diese an beiden Schuhen befestigt war, folgte schließlich noch das Anbringen der Laufsohle und der beliebten Pompons...
The decision was made for the left heel style. After these were attached to the shoes, finally the outer sole was assembled and the popular pompom decororation...

...und dann konnten die Schuhe, wie eingangs im Bild gezeigt, abgeholt oder geliefert werden.
...and then the shoes were ready to be fetched or delievered, like shown in the photo at the opening of this blogpost.
J.D.Felgenhauers Novität: bemalte rosa Frauenzimmerschuhe. Kein Wunder, dass die Deckel von den Schachteln gerissen wurden - ob begleitet von dem heute verbreiteten Kreischen sei dahingestellt.
J.D. Felgenhauer's novelty: coloured pink lady's shoes. No wonder that the lid was ripped of from the box - whether with a sigh or squeeze, we do not know.
Gut, ein bisschen geseufzt hat Madame dann schon bei dem Anblick von diesem Traum in rosa.
Well, a bit of a sigh was heard from Madame, when she first glanced at this pink dream.
Gut besohlt und geschmückt.
Well soled and adorned.
Auch die (Kunstleder-)Sohle ist ein Hingucker.
The (faux leather) sole is eye candy as well.
Selbst beim Umdrehen und Abschiednehmen macht Madame fortan Eindruck.
Even with turning around and walking away Madame will leave a lovely impression.
Auf Felgenhauers Modelle ist modisch einfach Verlass.
You can always rely on Felgenhauer's fashionable shoes 

Ich bin wirklich sehr zufrieden mit meinem ersten Paar Schuhen und sie waren ein gutes Lehrstück. Beim nächsten Paar weiß ich genau, worauf ich zu achten habe und wo Verbesserungen vonnöten sind. Zum Beispiel ist dieses feine, weiche Leder sehr viel nachgiebiger als man es von modernen Schuhen gewohnt ist und es schadet nicht die hintere Naht kurviger zu schneiden, ein Band in die obere Kante einzufügen (wie man es auch bei vielen Originalen sieht).
Während man beim modernen Schuhkauf eher eine halbe Nummer größer wählt, ist es hier umgekehrt, denn das feine Material und dazu der gleiche Leisten geben dem Fuß gut nach.
Überhaupt sind und waren diese Schuhe zumeist nur ein Saisonvergnügen, denn die feine Spitze stößt schnell an und es empfiehlt sich auf dem Kopfsteinplaster Überschuhe zu tragen. 
I'm truly happy with my first pair of shoes and they've been a good teacher. 
With the next pair I now know what to consider and improve. For example this fine leather is much more pliable than we are used from modern shoes and it is recommended to have a more curved back seam and a ribbon along the top (like seen in original shoes). 
While it's usually good to choose half size up in modern shoes, it's quite the contrary here, because the thin and smooth material on a straight last widens. 
Actually these shoes are and were always meant as a seasonal fun and fashion, as the pointy toe is prone to get in trouble, hence wearing overshoes on cobbled streets might be reasonable.

Dennoch kann ich es kaum abwarten sie zu tragen, auch wenn man sie unter den herrlichen Kleidern vielleicht nicht immer sieht!
Nevertheless I can't wait to wear them, although they're usually hidden under the huge dresses.

Aber Felgenhauers Schuhe machen die Füße einfach schöner!
But Felgenhauer's shoes make feet so pretty!


Und wer auch gerne ein individuelles Paar Schuhe sein Eigen nennen möchte, sich aber scheut selbst in der Werkstatt zu verschwinden, dem bietet sich die Möglichkeit ein bisschen in die Zeit um 1800 einzutauchen und ein Paar nach eigenen Wünschen bei Charos Atelier Angelica Absenta zu bestellen:
If you'd love to have your own pair of individual shoes, but are afraid to assemble them in your own workshop, there's a wonderful possibility to go back in time into around 1800 and order them after your very own desire at Charo's Atelier Angelica Absenta:
Atelier Angelica Absenta