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Montag, 7. November 2016

1796 Aufsatz zum Halb-Anzug

Bei der Ausstattung eines Ensembles ab Mitte der 1790er Jahre darf eine der sonderbaren Kopfbedeckungen nicht fehlen: der Aufsatz. Was für unser modernes Auge ein wenig schrullig anmutet, war damals ein beliebter Kopfputz zum Halb-Anzug. Zu jener Zeit hatten Frisur und Hutmode in ihrer Größe im Gegensatz zu den ausgehenden 1780er und frühen 1790ern eingebüßt, aber nicht in ihrer Beliebtheit.
A certain headwear should not be missing when it comes to ensembles of the mid 1790s: the head piece. What appears a bit eccentric to our modern eyes, was a popular accessory for the half dress. At that time the sheer size in headwear and hairdos has decreased, but that surely didn't apply to it's popularity.
1796, Februar, Tafel 5, Journal des Luxus und der Moden, Moden-Neuigkeiten (Quelle/source: thulb Uni Jena)
Für meine Nacharbeitung wählte ich Finnpappe, schwarzen Baumwollchintz, schwarzen Seidengaze aus altem Bestand (ein großzügiges Geschenk von Monsieur T.) und ein herrliches gefältetes Seidenband in Grün (ein liebes Geschenk von Natalie). Dazu eine schwarze alte Seidenschleife.
I've chosen cardboard, black cotton chintz, black silk gauze from antique stock (a generous gift from Monsieur T.) and a beautifully pleated silk ribbon (a lovely gift from Natalie) to serve for my recreation. I also added a black old stock silk ribbon tie.
Zunächst wir die Pappe von beiden Seiten mit dem Chintz bezogen, wobei er von außen in Falten aufgelegt wird. Der Stoff wird an den Kanten eingeschlagen und mit Überwendlichstichen zusammengenäht. An der unteren Kante wird das grüne Seidenband mit eingenäht.
Die Puffen ringsum wurden aus dem Seidengaze gefertigt. Eine große Seidengaze-Schleife ziert den Hinterkopf, eine kleine Seidenschleife die Stirn.
First the cardboard is covered with the chintz from both sides, while the fabric on the outside is set in pleats. The fabric is turned in at the edges and sewn together with overcast stitches. At the lower edge the green silk ribbon is sewn into the chintz.
The puffs are made of silk gauze. A big silk gauze tie (this fabric has the most amazing stand ever) is attached at the back, a small silk tie adorns the forehead.
Gut erkennbar, die leicht gebogene Form des Aufsatzes.
Please note the slightly bend shape of the head piece.
Im Gegensatz zum Modekupfer habe ich auf eine Feder verzichtet.
I skipped the ostrich feather shown in the plate.
Die Seidengaze-Puffen
The silk gauze puffs
Die große Schleife am Hinterkopf
The big tie at the back
Die kleine Schleife vorn
The small tie at the front

Die Aufsätze gibt es in unzähligen Ausführungen, mal neckisch klein, mal etwas ausladender. Zumeist üppig ausgeschmückt, dabei elegant und zugleich kurios.
Die Aufsätze wurden sowohl offen als eine Art Kranz getragen, der auf der Frisur saß, als auch in Form eines Demi-Bonnets, mit einer eingearbeiteten Haube.
The head pieces were common in different varieties, some whimsically small, others joyfully big. Often fully embellished, and at the dame time elegant and coy.
These head pieces were worn open, like a wreath on top of the hairdo, and also as a demi-bonnet with a cap crown attached.
1795, November, Tafel 32, Journal des Luxus und der Moden, Modenneuigkeiten (Quelle/source: thulb Uni Jena)
Zu diesem Zweck fertigte ich eine Haubenkrone aus Baumwollorganza, die mit wenigen Stichen in den Aufsatz eingenäht werden kann, fertig ist das Demi-Bonnet.
For this purpose I assembled a cap crown made of cotton organdy, which can be attached to the head piece with just a few stitches, and there we have a demi-bonnet.
Und damit ist der Kopfputz noch ein wenig schrulliger.
And this way the head dress looks even more eccentric.
Auch den Haubeneinsatz gab es in verschiedenen Größen. Vermutlich abhängig davon, wie modebewusst und mutig die Trägerin war - heute, wie damals!
The attached cap came in different sizes, too. Probably depending on the fashionable sense and bravery of the wearer - today and back then!
Ein augengefälliges Zusammenspiel
An eye-pleasing combination
Wagemutige Damen vortreten!
Bold ladies step forward!
 
Selbstverständlich kam der herrliche Aufsatz für einen Halb-Anzug auch schon zum Einsatz. Und welcher Anlass würde besser dazu passen, als ein morgendlicher Besuch in Herzogin Anna Amalias offiziellen Amtssitz im Wittumspalais in Weimar?
Of course this lovely head piece with a half dress was already worn. Could there be a better appointment than a morning visit to Duchess Anna Amalias official residence the Wittumspalais in Weimar?
(copyright Julia Bennett Nelsen, The Bohemian Belle)

Gemeinsames Warten auf Herzogin Anna Amalia im Flur zum Grünen Salon
Waiting for Duchess Anna Amalia in the hall to the Grüne Salon
 
Wittumspalais, der Grüne Salon (copyright F.Robardey)



Dienstag, 19. Mai 2015

"...bringe ein Bouquet weißer Blumen, wie sie auf eine Mütze passen."

Der Titel des heutigen Beitrags ist einem Brief von Caroline Schelling vom 18.Mai 1801 entliehen.
Eine kürzlich zurückliegende Konversation mit dem Autor der englischsprachigen Seite über Caroline Schelling betraf eben diese Textstelle und war unter anderem Anlass mir die Hutmode der Zeit genauer anzusehen...zudem juckte es mir in den Fingern ein neues frühromantisches Kleidungsstück für die spätsommerliche Fahrt nach Weimar im Gepäck zu haben.
Meine Wahl fiel auf einen Pariser Hut.
"...bring a bouquet of white flowers of the sort one puts on a cap."
Today's blog title is taken from a letter of Caroline Schelling written on 18th May 1801 (Please follow the link and peruse not only the entire letter, but the whole website!)
Due to a recent conversation with the author of the english website about Caroline Schelling, which was based on said text excerpt, I focused more on the headwear of the year...another reason was that I'd love to have a new garment in my luggage for our weekend in Weimar in Autumn.
I've chosen a Parisian hat.
Jahrgang 16, September 1801 Journal des Luxus und der Moden
Tafel 25
(Quelle/source: urmel-thulb Jena)

Ich habe mir die französische Capote unten im Bild ausgesucht. Um einen besseren Eindruck zu bekommen habe ich den Text zu dem Kupfer hinzugezogen.
I went for the french capote. To get more information I also read the accompanying text to the plate.

Jahrgang 16, September 1801 Journal des Luxus und der Moden
(Quelle/source: urmel-thulb Jena)

Transkription:
Dagegen trägt (Fig.2) einen Pariser Hut von gelbgestreiften Seiden-Bast mit gelb und weißen Krep-Puffen, zur Rechten ein Bouquet Narcissen von feinem gelben Krep.
Translation:
 Whereas (Fig.2) is wearing a Parisian hat made of silk-bast with yellow and white striped crepe poufs, on the right a bouquet of daffodils of yellow crepe.

Die erste Frage, die der Text aufwarf betraf die Bedeutung von "Seiden-Bast".
Was konnte sich hinter diesem Begriff verbergen?
Ein Blick in Bohns Waarenlager war dabei eine große Hilfe und förderte einen weiteren Begriff zutage:
Fottalongées
The first question on my mind was about the meaning of "silk-bast".
What on earth could that be?
Again Bohns Waarenlager was a great help to find more about a term, while leading to another:
Fottalongées
1805, Bohns Waarenlager (Quelle/source: googlebooks)

Transkription:
Fottalongées, Ostindische aus einem Bast und Seide gewebte Zeuge mit Streifen
Translation:
Fottalongées, ost indian woven fabric with stripes made of bast and silk

Eine Dekade später findet sich der Begriff noch in einem weiteren Buch, erwähnt wird Schweizer Seidenbast von glatter Beschaffenheit, der vor allem für Sommerkleider verwendet wird:
A decade later there's another hint in a book about the fabric, there's a smooth Swiss silk mentioned as 'silkbast', which is often used for summer dresses:

 1819, Poppe, Lehrbuch der speciellen Technologie
(Quelle/source: googlebooks)

Also handelte es sich um eine Art Seide. Die erste Hürde war genommen, aber so simpel das Hütchen auf den ersten Blick auch erscheinen mag, das war nur der Beginn einer Reihe von Fragen.
An dieser Stelle wurde mir klar, dass ich bislang kaum etwas über den Ansatz meiner Arbeiten geschrieben hatte.
Grundsätzlich versuche ich glaubwürdige Nacharbeitungen anzufertigen, dabei sind einem natürlich häufig die Hände gebunden. Vielfach sind einige Stoffe nicht mehr erhältlich oder ihre Beschaffenheit nicht entschlüsselt - ein Blick durch Bohns Waarenlager eröffnet die unglaubliche Fülle an Stoffen, die in der damaligen Zeit in Gebrauch waren, um irgendwann von der Bildfläche zu verschwinden (oft ohne Abschiedsbrief).
Leider habe auch ich keinen Goldesel im Garten weiden, was bedeutet, dass ich oft auf andere Stoffqualitäten ausweichen muß.
Und nicht immer habe ich Einblick in alle Konstruktionsweisen.
Mein Ansatz ist es daher mit möglichen Mitteln zu arbeiten, wobei ich bevorzugt Modekupfer nacharbeite, denn hier hatte es auch F.J.Bertuch bei seinem Journal des Luxus und der Moden im Sinn, den Frauen ein Bild und einen Text an die Hand zu geben, den sie mit ihren Mitteln umsetzen konnten.
Hence it is a kind of silk. The first obstacle was taken, but as simple as the hat seems on first glimpse, this was meant to be just the beginning of further questions.
At this stage I suddenly realized that I never wrote about my approach of my work.
In principle I try to do a faithful re-creation, while I often have to face certain restrictions. Often certain types of fabric aren't available anymore or we have no clue of their texture - a thorough look into a dictionary like Bohns Waarenlager reveals the huge variety of fabrics, which were used back then and then simply vanished (without leaving any note).
Furthermore I have no cash cow grazing in my back yard, which means, I often have to chose different fabric qualities.
And I have only limited access to period originals and their construction.
Therefor my personal approach is to work with given means, while I prefer working with fashion plates, because these were given by F.J.Bertuch in his Journal des Luxus und der Moden, to provide his readers with ideas via plates and texts, which could be sewn according to their means.

Hier also gab der Modekupfer Seidenbast vor, den ich natürlich nicht meterweise im Schrank liegen hatte, also wich ich auf gestreiften Seidentaft aus, von dem ich noch ein Reststück in meinem Stofflager hatte. Der Stoff war gewählt, aber die Konstruktion stellte mich vor ein großes Problem.
Da war die Rede von Krepp-Puffen, aber ich konnte nur erkennen, dass der Stoff im Kupfer in Falten gelegt war. Sollte ich dem Kupfer folgen oder dem Text?
Und was war das?! Wie konnte der Stoff entlang der Krempe nur auf diese Art verlaufen?
Und was in aller Welt war an der Konstruktion "französisch"?
Was hätte eine Hausfrau damals in diesem Falle getan? Sie hätte sich vermutlich an eine Konstruktion gehalten, die sie bereits erprobt hatte...und wenn diese dann noch von einem französischen Modekupfer kam, war das sicher ein Grund mehr.
Ich fertigte den Hut also basierend auf den Erkenntnissen meiner Kapotte vom Costume Parisien Modekupfer 168 aus dem Jahr 1799/1800.
Here the fashion plate called for silk-bast, which - alas - I have none of, thus I went for striped silk taffeta, of which I had a remnant in my stash.
The fabric was chosen, yet the construction proofed to be a mystery of it's own. There was a mention of silk poufs, yet all I could figure out in the plate was some pleats made of self fabric. Should I follow the plate or the text?
And what about that?! How could the fabric run on the brim the way it did in the plate?
And what was "french" about the construction?
 What would a period housewife have done in this case? She would probably have relied on a previous and familiar construction...especially if that particular piece was done following a french fashion plate.
I constructed the hat based on my knowledge of the capote from Costume Parisien fashion plate 168 of the year 1799/1800.

Die Krempe als Schnittmuster (oben) und aus Steifleinen und Draht gefertigt. Außen mit einer dünnen Lage Flanell. Die Krempe bleibt an den Enden geöffnet.
The brim as pattern (top) and the buckram/wire base. I added a layer of thin fannel onthe outside. The brim remains open at both ends.

Mein Stoffrest aus Seidentaft, bereits zu einem Schlauch genäht.
My fabric remnant of silk taffeta, already stitched into a tube.

Der Schlauch wird über die Krempe aus Steifleinen gezogen und mit einigen Heftstichen festgenäht. Auf diese Art und Weise laufen die Streifen nahezu wie in dem Modekupfer senkrecht entlang der Krempe.
The buckram is covered with the silk tube and staystitched with baste stitches. Choosing this construction provides that the stripes run vertical around the brim like in the fashion plate.

Die Innenseite. Am oberen Rand sieht man den Stoffüberstand, der später in Falten am Hinterkopf zusammengefasst wird.
The inside. The upper side shows the fabric excess, which is later gathered in pleats.

Das Futter aus Baumwolle
The lining made of cotton

Entlang der Kante wird ein Streifen angenäht
A stripe of bias cut fabric is sewn along the edge

Die obere Kante des Seidenschlauchs wird mit Rückstichen zugenäht
The upper edge of the silk tube is closed with back stitches.

Innenansicht. Und nun beginnt der kreative und langwierige Teil, den Stoff so zu drapieren, dass auf dem Kopf zwei Puffen entstehen. Das hat mich einiges an Zeit und Geduld (und Nerven) gekostet, weshalb ich gar nicht ans fotografische Dokumentieren gedacht habe, sondern gänzlich mit Fluchen beschäftigt war...
Inside view. And now it's the beginning of the creative and tedious part, to drape the fabric in a way, that it has two poufs on top. This did cost me some time and patience (and nerves), hence I did not thought of photo documenting this process, because I was caught up in swearing...

Die zuvor lose Rückseite wurde in Falten zusammengefasst
The loose back side was gathered in creases

Und dann schaut er doch ein wenig anders aus als auf dem Modekupfer...darüber seufzen Hausfrauen sicherlich schon seit über 200 Jahren. 
Ich denke, ich hatte einfach zu wenig Stoff zur Verfügung um die Rückseite noch voller zu gestalten.
And then it looked a bit different than in the plate...I hear housewives sighing about this for the past 200 years.
I guess, I just had too little silk, otherwise the back would have been formed a bit fuller.

Die Rückseite mit der Naht.
The back side with the seam.

Die im Titel erwähnten Blumen. Es sind keine Narcissen aus gelbem Krepp geworden, sondern ein kleines Sträußchen aus hangeschöpftem, faserigen Papier, dazu eine zweite Schleife aus Seide.
Auch diese ist nicht im Kupfer zu sehen,aber das Band war ein Geschenk meiner lieben Freundin Natalie und deshalb gehörte sie einfach auf die Mütze!
The flowers mentioned in the title. However these are no daffodils made of yellow crepe, but a small bouquet of handmade paperflowers, and there's a second bow tie.
The additional tie isn't on the fashion plate, but it was a gift from my dear friend Natalie and simply had to be a part of the cap!

Die Innenseite mit Futter aus heller Baumwolle
The inside lined with white cotton

Auf dem Kupfer sieht man lediglich ein Kinnband, aber leider nicht wie es geschlossen wird, also entschied ich mich für eine Lösung mit Haken und Ösen.
Actually only a chin strap is shown in the fashion plate, yet no hint on how to close it. I decided on a hook and eye closure.

Dienstag, 7. April 2015

1814 Cornette de Perkale

In französischen und deutschen Journalen findet man bei den Kopfbedeckungen häufig den Begriff Cornette, eine besondere Haubenart.
Die Cornette oder Flügelhaube ist dadurch gekennzeichnet, dass sie mit breiten (zumeist verzierten) Haubenflügeln (Bändern) unter dem Kinn geschlossen wird und das Gesicht einrahmt.
French and German journals did often use a certain term for headwear, called cornette.
This kind of winged cap is closed with two wide, often ruffled wings or bands under the chin, and frames the entire face.

1800/1801 (An 9), Costume Parisien 311
Cornette a pointes et a Bouffette (Quelle/source: SceneinthePast)

1813, Costume Parisien 1311,  Cornette de Tulle
(Quelle/source: SceneinthePast)

Die Hauben wurden aus den verschiedensten Materialen gefertigt von feiner Seide bis hin zur Baumwolle. Getragen wurden sie zumeist zum Morgenkleid, aber in vielen Darstellung begegnen sie uns auch als geschmackvolles Accessoire für den Alltag im Geschäftsleben, wie zum Bespiel bei Gatines Costumes d'ouvrières parisiennes.
The cornettes were made of different materials such as delicate silk or plain cotton. They were mostly worn for morning attire, but in many plates we do see them as proper accessory for daily life in business, such as in Gatine's  Costumes d'ouvrières parisiennes.
 
1815, Cornette de Perkale, Costume Parisien 1484
(Quelle/source: SceneinthePast)
Aber nicht nur in Frankreich und Deutschland war die Kopfbedeckung verbreitet, sondern auch in England fand sie Eingang in Ackermann's Repository, inspiriert durch den französischen Kupfer:
But it wasn't just popular in France and Germany, but also in England, where we find a similar plate inspired by the French:
 
1815, Morning Dress Plate 27, Ackermann's Repository
(Quelle/source: SceneinthePast)
In der Ausgabe des Ackermann's Repositorys vom November 1815 wird sie als "french mob cap" geführt.
The issue of Ackermann's Repository November 1815 called it a "french mob cap".

Die Popularität war Grund genug, einen Schnitt für eine solche Haube zu versuchen.
The popularity of this kind of cap was reason enough to try to assemble a pattern for this kind of cap.


Die Haube verjüngt sich nach oben hin leicht, was bedeutet, dass der Umfang ebenfalls abnehmend ist. Also zerlegte ich den Haubenkörper in Segmente und legte ihn neu zusammen.
The cap is reducing it's circumference toward the top. Hence I cut the pattern in segments, which are slightly trapezoid, and put them together again.

 
Das fertige Schnittmuster für meine Haube (mit Nahtzugabe). Die Haube wird lediglich am Hinterkopf mit einer Naht geschlossen.
The finished pattern for my version (with seam allowance). The cap is closed with solely one seam at the back of the head.

 
Das Schnittmuster. Links ist die Naht am Hinterkopf. Bei meiner Haube wurde der obere Rand umgeschlagen und mit einem Draht zur Verstärkung versehen, ehe ein kreisrunder Haubenboden eingenäht wurde - das ist allerdings nur eine Möglichkeit auf dem Weg zur Cornette.
The pattern. On the left is the centre back seam. For my cap the upper edge was folded and stitchted down. Then a wire was added to reinforce the top, before the circular flat cap top was sewn into it - but that's just one option for a pretty cornette
.
 
Die Haube kann auch noch entsprechend verlängert werden und am oberen Rand komplett zusammengefasst werden.
The edge of the cap can also be prolonged accordingly and then sewn together at the top in creases.

 
Die Bügelfalte zeigt, wo bei diesem Modell die Rüsche ringsum angenäht werden kann. Der obere Teil der Haube umschließt dabei enganliegend den Kopf.
The ironing line shows the height were the ruffle should be attached all the way around. The upper part smoothly encloses the head.

Bei der Dekoration der Haube sollte an Rüschen nicht gespart werden, sie setzen sich fort bis in die Haubenbänder (oder Haubenflügel).
The decoration for the cap should have plenty of ruffles, which also go all the way down the chin straps (or wings).

 Meine Version der Cornette ist aus altem Baumwollperkal gefertigt, leider hatte ich den Stoff nur noch in einem Cremeton zur Verfügung, weshalb ich die Perkale in diesem Fall von außen mit einem hauchzarten Baumwollstoff versehen habe, welcher mit dem Baumwollorganza der Rüschen harmoniert. Der Haubenboden bleibt ungefüttert.
My version of the cornette cap is made of old stock Perkale, unfortunately I only had a cream coloured piece left, hence I added a superfine cotton on the outside, which matches the colour of the cotton organdy. The top of the cap remained unlined.

Der Haubenboden.
Top of the cornette cap.


Der fest gewebte Perkal verleiht der Haube den nötigen Stand.
The finely and closely woven perkale gives the cap the stand.

Die Haubenflügel mit dem steifen Baumwollorganza.
The chin straps with the cotton organdy.

Detail der Krone. Hinter der Rüsche verbirgt sich der eingenähte Draht.
Detail of the crown. Behind the ruffle is the wired channel.

Ich bin mir sicher, dass diese Mode in unserem modernen Empfinden nicht immer auf Begeisterung stösst, und mancher mag ob der Aussicht eine solche Kopfbedeckung zu tragen, sicherlich ein ähnlich langes Gesicht machen wie Miss Marottes Schwester...
I'm quite convinced that this fashion does not match with everyones taste in our modern sense, and probably some would make the same long face as Miss Marotte's sister on the propect of having to wear such a cornette cap...


...doch bitte nicht gleich gänzlich von dieser Mode abwenden. In meinem nächsten Beitrag werde ich beweisen, dass diese Haube durchaus kleidsam sein kann, wenn ich sie mit meinem neuen 1814 Tageskleid ausführe!
...but please don't turn your back on this style. In my next blog post I will proof, that this kind of cornette cap can be quite charming and fashionable, when I sport it with my latest 1814 day dress!