Freitag, 12. September 2014

Sehnsuchtsort Weimar

Es lässt sich nur schwerlich leugnen, dass wir der 
Klassikerstadt im wunderschönen Thüringen auf's herzlichste und innigste zugetan sind,
aber dass Weimar diese Liebe strahlend erwidert, hat unsere Reise auf's schönste erfüllt.
Bei bestem Septemberwetter empfing uns die Perle an der Ilm.
Das Motto unserer diesjährigen Reise war schnell bestimmt, es prangte uns im Garten des Krims Krackow Hauses entgegen:
We are barely able to deny, that we feel a deep fondness for the classics town in the beautiful county of Thuringa, but when Weimar greeted us heartily, it filled our hearts with pure joy.
The pearl at the river Ilm welcomed us with sunny and mild September weather.
The motto of this year's journey was  quickly found on a wall opposite to the gardens of the Kirms Krackow House:

Die Welt ist voll alltäglicher Wunder (Martin Luther)
The world is full of common wonders (Martin Luther)

Kaum dem Zug entstiegen, verfällt man dem Charme der Stadt.
Mehr noch, wenn einen ein wundervolles Haus in der Schlossgasse erwartet, das für einige Tage ein Zuhause wird.
Wir hatten das Glück, gemeinsam unter dem Dach des Altstadtpalais zu residieren.
Dort, wo man noch spät abends das vertraute Rattern der Kutschen über Kopfsteinpflaster vernehmen kann und vom Klang der Glocken der Herderkirche geweckt wird.
Stepping out of the train, I felt already enticed by the town and it's charm.
A feeling that grew, when we arrived at our lovely apartments in the Schlossgasse, which we could call 'home' for a few days.
We were lucky enough to spend the weekend together under the roof of the Altstadtpalais.
A place, where the familiar sound of carriages on cobbled streets until late at night echoes, and where the tolling of the bells of Herder Church would wake us in the morning.



Am Freitag Morgen folgten wir einer Einladung in das Stadtmuseum, auch bekannt als Bertuchhaus.
Das herrschaftliche Haus am Baumgarten ist ein unbedingtes 'Muß' bei einem Besuch der Klassikerstadt, denn dort wurde das berühmte Journal des Luxus und der Moden verlegt.
Das Museum ist eine kleine Schatzkammer!
On Friday morning our first visit was for the Stadtmuseum, also known as Bertuch House.
The beautiful building at the Baumgarten is mandatory, because it was the place where the famous Journal des Luxus und der Moden was published.
The museum is full of treats!
Auf der großen Treppe im Bertuchhaus
The grand stairs in Bertuch House
(Foto: Ch. Leist-Bemmann)

Am Nachmittag trafen dann nach und nach die Mitglieder der Reisegesellschaft in Weimar ein und wir spazierten durch die Straßen bis zum Kirms Krackow Haus, wo wir in den herrlichsten Räumen empfangen wurden.
In the afternoon the members of the travel society gradually arrived in Weimar and we started for a stroll through the streets and to the Kirms Krachow House, where we were received in the lovely belle etage of the house.
In diesem Zimmer fühlten wir uns gleich wohl
We felt at home immediatley in this lovely room.

Nach dem bezaubernden Wohnhaus, ging es in den Garten im Hinterhof.
After visiting the cosy rooms of the house, we went into the backyard garden.
Hinter der Mauer liegt das Wohnhaus der Christiane Vulpius, zur anderen Seite schaut man über den Marstall zum Stadtschloss. Im Garten ist ein Cafe mit köstlichster Auswahl.
Behind the wall is the former home of Christiane Vulpius, and on the other end visitors can oversee to the royal stables and the town palace. There's a café in the garden with a tasty selection on the menu.

Am Samstag folgten wir Herzogin Anna Amalias Einladung hinaus vor die Tore der Stadt, um Schloss Tiefurt und den dazugehörigen Park zu besuchen.
Mit dem Bus hinaus sind es nicht einmal zehn Minuten zu purer Idylle.
On Saturday we accepted an invitation of Duchess Anna Amalia and left town, to visit palace Tiefurt and the park.
We went by bus into a place of pure idyll, which took less than ten minutes.
Schloss Tiefurt
(Foto: silvermedusa)

Ein Zimmer voller Harmonie und Freude. Die gelben Wände sind bemalt und der Bodenbelag - ein Vorläufer des Linoleumbodens - wurde aus wachsgetränkten Leinentüchern gefertigt.
A room full of harmony and joy. The yellow walls are handpainted and the floor - a forerunner of lino floors - was made of waxed linen fabric.

Sonnenschein, gute Laune, noch bessere Gesellschaft, das verlangt nach einem Picknick im Park!!!
Sunshine, good humour, even better company, that calls for a picknick in the park!!!



Der Tag war in der Tat so warm, dass es sich einige mutige Damen nicht nehmen ließen, ihre Füße in der Ilm zu kühlen. Da man auf Tiefurt eine gelassene Haltung pflegt, stand dem Unternehmen nichts im Weg...und Vorüberziehende hat der Anblick erfreut :)
The day was truly sunny, hence a few brave ladies decided to cool their feet in the river Ilm.
As Tiefurt is known for it's placid attitude, the banks of the river were quickly claimed...and passer-bys enjoyed the beautiful sight :)

Der Musentempel im Park von Schloß Tiefurt
The temple of muses in the park of Palace Tiefurt

(Foto: Julia Bennett Nelsen)

 Der Nachmittag im Kreis der Freunde verging viel zu schnell, aber wir wollten Tiefurt nicht verlassen, ohne der kleinen Kapelle einen Besuch abgestattet zu haben.
The afternoon went by all too quickly, but we weren't to leave Tiefurt without going to the chapel.

Und dann geschwind zurück in die Stadt, wo man sich herausputzte, um einen Abend im Palais Schardt zu verbringen.
Eine Vorlesung unter dem Titel 'Goethe im Spiegel seiner Frauen' mit musikalischer Begleitung wurde uns geboten. Die vorgelesenen Briefe rührten manch' zartbesaitete Dame zu Tränen.
Ein magischer Abend!
And then we hurried back into town, to get dressed for an evening at the Palais Schardt.
A lecture about Goethe and his female acquaintances and violin music awaited us. The letters brought some of us to tears.
A magical evening!
Der Pavillon des Palais Schardt


Auch der Sonntag stand im Zeichen der Herzogin Anna Amalia. Wir besuchten ihren offiziellen Sitz, das Wittumspalais an der Esplanade.
The Sunday was still dedicated to Duchess Anna Amalia. We visited the offical house, the Wittums Palais at the Esplanade.
Ein perfekter Vormittag, um mein neues Morgenkleid nach einem Kupfer aus dem Journal des Luxus und der Moden von 1802 auszuführen.
Und ja, ein schwarzes Morgenkleid!
A perfekt morning to dress up in my latest morning dress, made after a fashion plate in the Journal des Luxus und der Moden from 1802.
And yes, a black morning dress!
(Foto: Julia Bennett Nelsen)

In den Räumlichkeiten fanden wir uns zusammen, um den Gang unserer Visite zu besprechen.
Ob uns die Herzogin in ihren privaten Räumen empfangen würde?
In these rooms, three of us gathered, to talk about the visit.
Will the duchess greet us in her private rooms?
(Foto: Julia Bennett Nelsen)

Man schickte uns umgehend ins Stadtschloß!
We were sent into the Town Palace!

Ein prächtiges Gebäude, das das Herz eines jeden Kunstliebhabers höher schlagen lässt.
Für die Kunstsammlung sollte man mindestens einen Vormittag einplanen.
A noble and splendid building, which makes the heart of every arts enthusiast beat quicker.
Enough time should be planned for the vast collection.


(Foto. Ch. Leist-Bemmann)

Und wieder stecken wir die Köpfe zusammen, um neue Pläne für die nächste Reise zu schmieden.
Again sticking heads together, to forge plans for the next journey.

Der Sonntag klingt aus mit einem Spaziergang durch den Park an der Ilm hin zu Goethes Gartenhaus.
The Sunday proceeded with a stroll through the magnificient park at the Ilm to Goethes Garden House.
Ein Abend voller Müßiggang...
An evening full of idleness...

...und neuer Pläne!
...and new plans!
(Foto: silvermedusa)

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals herzlichst bei den Mitgliedern der Reisegesellschaft Weimarer Salon bedanken, welche die Reise wieder einmal unvergesslich gemacht haben.
Danke an unsere Wohngemeinschaft und meine Zimmergenossinnen.
Danke für die gute Stimmung.
Ich werde noch lange in Erinnerungen schwelgen.
Noch mehr Eindrücke gibt es auf der Seite meiner lieben Freundin Kerstin
und Silvermedusa
I'd like to give many thanks to the members of the travel society Weimarer Salon, which have made this year's trip unforgettable.
My soul will be nourished for a long time.
Many more impressions are online on the blog of my dear friend Kerstin
and Silvermedusa

Montag, 1. September 2014

Joujou de Normandie (1791)

Den Monat September und den nahenden Herbst möchte ich spielerisch angehen.
Und was liegt bei dem buchstäblichen Auf und Ab des Sommerwetters näher, als eine genauere Betrachtung des Jojo oder wie es um 1791 bei seiner Einführung in Europa genannt wurde: Joujou.
Erstmals Erwähnung findet es im Weimarer Journal des Luxus und der Moden 
in einem kurzen Bericht über Mode Neuigkeiten aus England vom Oktober 1791, 
nebst Modekupfer einer joujou - begeisterten Dame.
I like to approach the September and the anticipating autumn quite playful.
What's more appropriate with this literally up and down of summer weather, than taking a close look on the yoyo or more likely by it's name when it was introduced in 1791 to Europe: joujou.
It's first mentioned in the weimarian Journal des Luxus und der Moden 
in a short report about the latest English fashion news of October 1791,
next to a fashion plate of a lady, quite fond of the joujou.
Oktober 1791 [Kupfertaf. 30]: Junge Pariser Dame in einer Parüre-Kleidung, von neuester Mode, mit einem Fächer à la Montmedy, und einem Joujou de Normandie.

Der Erfolg des "Spielzeugs" war derart überragend, 
dass sogar der Herausgeber F.J. Bertuch noch zwei weitere Berichte in den kommenden Monaten folgen ließ.
Besonders ausführlich widmet er sich dem Joujou de Normandie in der Ausgabe des 
Journals vom Januar 1792.
Hier wird nicht nur die Herkunft des Spielzeugs erläutert, sondern auch eine Anleitung zum Bau des selbigen gegeben.
Zunächst werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Joujous, das nicht nur Kinderherzen höher schlagen lässt, sondern auch Erwachsene zu begeistern weiß, indem es sich "...der großen Welt zum Zeitvertreibe des müßigen Augenblicks empfiehlt, sowohl auf der Toilette der Damen von Bon=ton, als auch sogar auf dem Schreibtische des Staats Geschäfts=mannes sich erobert..." (Quelle: Journal des Luxus und der Moden, Januar 1792)
The success of the "toy" was so phenomenal, that the publisher of the journal F.J.Bertuch did two follow ups in his magazine.
He himself wrote a detailed record of the joujou de Normandie in the January issue of 1792.
There he did not only paid attention to the origin of the toy, but also gave a tutorial how to assemble one.
First we'll have a look on the history of the joujou, 
which did not only win the children's hearts, 
but also inspired the adults by "...recommending itself to the world as a pastime for the idle moments, for the ladies of bon=ton as well as on the desks of the governments businessman..."

Laut F.J. Bertuch stammt das Spielzeug ursprünglich aus Ostindien (Bengalen), wo es unter dem Namen Bandelira zum Amüsement einer Prinzessin erfunden worden ist.
Zu Beginn des Jahres 1791 kam es von Indien nach England in die Hände des Prinzen von Wales, der es Lady Fitzherbert schenkte.
According to F.J. Bertuch the toy primarily was invented in East India, where it served a princess for entertainment. It was called bandelure.
Early in 1791 it came from India to England, right into the hands of the Prince of Wales, who gave it to Lady Fitzherbert.
1791 Satire print by James Gillray (?)
(Quelle/source: British Museum Collection)

Zu seiner Verbreitung in Deutschland weiß Bertuch zu berichten, 
"...Von London kam es vermutlich durch die Normandie zuerst nach Flandern in die Niederlande, und nach Holland, wo man seine Abkunft und rechten Namen nicht wusste und es also nach der Provinz woher es kam, Joujou de Normandie, nannte. Durch junge Engländer wurde es im vorigen Sommer (1791) an verschiedene Ort in Teutschland gebracht, und sonderlich zuerst in den Bädern, Spaa, Aachen, Pyrmont und Carlsbad bekannt." (Quelle: Journal des Luxus und der Moden, Januar 1792 )
Bertuch explained how it finally spread to Germany,
"...From London it probably came to Flandern and the Netherlands via the Normandy, where the term bandelure wasn't known, hence it was called joujou de Normandy. Young Englishmen brought it to different places in Germany past summer (1791), first to the baths in Spaa, Aachen, Pyrmont and Carlsbad."

 Louis Charles of France, Elisabeth Vigée Lebrun (?)
said to be painted in 1789, but more likely in 1791
(Quelle/source: The Athenaeum)

Gefertigt wurden das Spielzeug zumeist aus Holz, wobei Nußbaum und Mahagoni bevorzugte Hölzer waren. Die Joujous bestanden aber auch aus Silber oder Elfenbein (mit Gold garniert) und das der Mme Bouffon war gar mit Brillianten besetzt und kostete 2400 Livres.
Glücklicherweise hat uns Bertuch eine Kupfertafel und eine ausführliche Anleitung zum Bau des Spielzeugs hinterlassen.
The toy was made preferably of wood, walnut and mahogany were favoured most.
The joujous were also made of silver or ivory (adorned with gold) and that of Mme Bouffon was even embellished with diamonds and costed 2400 Livres.
Luckily Bertuch has left us an engraving and a thorough construction of the toy.
Januar 1792, Fig.1 und Fig.2 Joujou de Normandie

Das Joujou besteht aus zwei hölzernen Scheiben, die etwa 3 1/4 Pariser Zoll (1 Pariser Zoll = 2.7 Zentimter) im Durchmesser haben. Sie stehen eine Pariser Linie (= 0.23 Zentimeter) voneinander ab und werden an eine Achse mit einem Durchmeser von 1 Pariser Zoll angeschraubt.
The joujou is made of two wooden circles, which measure approx. 3 1/4 Parisian Inch (1 parisian inch = 1 inch) in diameter. They are set 1 Parisian Line (= 0.23 centimetre) apart and are fixed to an axis, which has a diametre of 1 inch.

Leider hatte ich keine passende Schlitzschraube zur Hand, aber da sie ohnehin nicht sichtbar ist, habe ich den kleinen Fauxpas in Kauf genommen.
Zum Einsatz kam ebenfalls Leim, um die gedrechselten Scheiben aufzuleimen.
Unfortunately I didn't have an authentic screw at hand, but as the screw remains invisible I accepted the fauxpas. I also used bone glue, to add the shaped pieces onto the ones with mahagony veneer.

Zunächst hatte ich den genauen Gewichtsausgleich beider Hälften, sowie die Pariser Linie nicht ausreichend beachtet. Die Verbindungsscheibe war in höherer Stärke zugesägt, was darin resultierte, dass das Joujou nur zu Boden fiel. Da ich das Holz nicht so dünn zusägen konnte, entschied ich mich für eine Metallscheibe von 0.25 Zentimeter Stärke.
First I did not paid too much attention to the exact same weight of both halves, and the measure of the Parisian line. The axis was bigger, which lead to a joujou, that just ploppd to the floor. As I couldn't get the wooden axis that thin, I decided on a metal axis of 0.25 centimetre.

Nach einigem Leimablösen und Fluchen war es dann aber soweit:
ein Joujou de Normandie in Buche und Mahagonifurnier.
After some scratching off glue and cursing, I eventually had it:
a joujou de Normandie made of beechwood and mahogany veneer.
Die Oberfläche wurde lediglich dünn gewachst
The surface has been waxed thinly

Ich war erpicht darauf Bertuchs beinah schon wissenschaftlicher Anleitung zum Spiel zu folgen, die mit folgenden mahnenden Worten endete:
"...ist der Spieler geschickt, so muß das hinausgelaufene Joujou zur Hand, die es wieder fasst und aufnimmt, zurückkommen; ist er ungeschickt, so bleibt das Joujou hängen und kommt nicht zurück."
I was eager to follow Bertuch's almost scientific tutorial to handle the toy, which ends in this reminder:
"...is the player skilled, the joujou will return back on the thread, to catch it with the hand; is the player clumsy, the joujou won't return back."

Und schon geht's los! 
Das Baumwollband des Joujou wird in einer Schlaufe um den Mittelfinger befestigt, um das Spielzeug elegant abzurollen...
And here we go!
The cotton thread of the joujou is fastened with a backstrap to the middlefinger, to elegantly scroll the toy downwards...
...es rollt herab...und klettert nur mäßig wieder hinauf, ehe es am Boden liegenbleibt. Plopp! Da hilft auch kein Zupfen am Baumwollband...
...it srolls down...but climbed only back up a tiny wee bit, until it fell to the ground. Plopp! Plucking at the cotton ribbon doesn't help either...
...hmpf! Lieber Friedrich Justin Bertuch, ich bin wohl das, was man ungeschickt nennt.
Aber bekanntlich macht Übung den Meister...nicht nur beim Joujouspielen, sondern auch beim Nähen.
In diesem Sinne!
...oh well! Dear Mr Bertuch, I suppose, I am what you called clumsy.
But as we all know practice makes perfect...not only at the joujou, but also with sewing.
In this spirit!

Sonntag, 24. August 2014

Journal Journey into the Year 1811: August 'Journal des Luxus und der Moden'


Der August ist da und im Jahre 1811 scheint ganz Weimar in die Sommerfrische verschwunden zu sein, denn abermals bedient sich das Magazin bei seinen Modeberichten ausschließlich 
an der Vorlage des Pariser Journal des Dames et des Modes (vom Juni des Jahres).
Wo im Monat zuvor noch ausführlich das bekleidete Haupt der Herren beschrieben wurde,
sind es nun die Damenhüte, die beim Publikum beworben werden...
...mitsamt einer Fülle wunderschöner Blumen.
Wir alle tragen sicher noch das überwältigende Florakleid der Leipziger Messe in Gedanken
(und ich bin immer noch auf der Suche nach Hinweisen dazu),
umso erfreuter bin ich heute, dass Flora erneut mit ihren Reizen bezaubern darf.
Also wenden wir uns ihrem Füllhorn zu!
Finally August is here and in 1811 everyone in Weimar seems to be gone enjoying the summer, because the magazine once again solely relys to copy the french Journal des Dames et des Modes (of June).
While a month before the focus was on the well dressed heads of the gentlemen, now lady's hats are advertised to the audience...
...with an abundance of flowers.
As we hopefully still carry the image of the flora dress from the Leipzig Fair in our thoughts,
(I'm still trying to find more hints of this dress),
Flora may once again shower you with a wealth of her charms.
Let's now pay attention to her cornucopia!

Journal des Luxus und der Moden 
August1811
 (Herausgeber/Verleger Friedrich Justin Bertuch, Weimar)
1811, August, Journal des Luxus und der Moden
 XIII. Erklärung der Kupfertafeln
 Tafel. 22 1. Eine Pariser Dame im Strohhut mit Spitzen und Blumen garnirt. Dazu trägt sie ein Mantelet und Canezou von Perkale 
2. Drei Strohhüte mit untergelegtem seidenen Zeuche aus der Modenhandlung der Madame Hoffmann in Leipzig

  XIII. Explanation of the copper plates
Plate 22. 1. A Parisian Lady wearing a straw hat, decorated with lace and flowers. She also wears a mantelet and a canezou made of percale
2. Three straw hats covered with silk fabric from the millinery shop of Mme Hoffmann, Leipzig

 XII. Pariser Modeberichte
 XII. Parisian Fashion report
Vom 20.Junius 1811
Bei den Haaraufsätzen zum vollen Anzug (1) sieht man fast keine Blumenbouquets mehr. Bald ist ein Bandeau, bald ein Diadem von Blumen, bisweilen sieht man außer dem Bandeau noch am Hinterkopfe eine Guirlande, oder ein Netz, welches einen Theil des Kopfes verdeckt.
Hierzu wählt man Blumen aller Art, oder wenigstens von allen Farben. Viele Diamanten sind in Form von Aehren gefasst. Vergangenen Sonntag hatten fast alle Toquen weiße Federn. Zum gewöhnlichen Anzug erhält sich noch der weiße Bast. Die Bänder von jeder Art sind gebognet (festonnés) und gefranzt.
Of 20th June 1811
There are hardly any flower bouquets on the hair with full dress (1). It’s rather a bandeau, a tiara of flowers, or a kind of small festoon with the bandeau at the back of the head, or a hair net, which covers part of the head.
Flowers of all kinds are chosen, or at least of all colours. Lots of diamonds are put into the shape of wheat ears. Last Sunday almost all toques sported white flowers. White bast still is worn with the half dress. Ribbons of all kind are scalloped and fringed.

 den 25.Junius
Nichts ist zum Negligé passender als ein gelber Strohhut, zumal wenn ihn weiße Federn zieren. Die neueste Lieblingsblume bildet eine grüne Kugel und heißt Fragarine (2). In den Mode=Magazinen, wohin diese Blume noch nicht gekommen ist, nimmt man Orangenblüten mit Jasmin untermischt, blühende Myrthen, weiße Nelken, weiße Rosen. Die Bänder, noch immer breit, noch immer ausgebognet und gefranzt, werden jetzt entweder großwürflich (rayés a grande carreaux) oder glatt getragen. Im letzten Fall sind sie weiß von Farbe. Weiß ist die herrschende Farbe.
the 25th of June
Nothing fits better to the undress than a yellow straw hat, especially when it’s adorned with white feathers. The new favourite flower is forming a green ball and is called Fragarine (2). The fashion magazines, which didn’t have catch up with this trend, show orange blossoms mixed with jasmine, blooming myrtle, white carnations, white roses. The ribbons, still wide, linger on being scalloped and fringed, are now either have a check pattern (rayés a grand carreaux) or are plain. In the latter white is preferred. White is the dominant colour.
ca. 1790, Kunstblumen aus der Bertuchschen Manufaktur 
artificial flowers from Bertuch's manufactury
(Quelle/source: Thüringer Allegemeine)

den 30.Junius
In die Ränder der weißen Strohhüte werden zwei schräge Streifen von Mousselin=Gaze gesetzt, welche zwei Schnuren bilden; der Schirm ist noch immer weit vorspringend und der Hut sehr hoch.
Die Hüte von Tulle oder von weißen seidenen Zeuche schmückt man jetzt mit der neuseeländischen Distel, als der neusten Modeblume.
Die Hüte von Taffent, Tulle und gelbem Bande haben zum Bouquet fünf Rosen von verschiedener Farbe: ponceau, lilas, rosenroth, jonquille gelb und weiß.
Die Mützchen von rosa Crepp sind mit Blondne garnirt und werden unter dem Kinn zugebunden.
the 30th June
Into the rim of the white straw hats two sloped strips of muslin are set in, which form two strings; the brim is still prolonged and the crown quite high.
The hats of tulle or white silk are embellished with the New Zealand thistle, the latest fashion flower.
Hats made of taffeta, tulle and yellow ribbon sport five roses in the following colours: ponceau, violet, pink, jonquilla yellow and white.
The caps of blush pink crepe are decorated with blondes (fringe) and closed under the chin. 

***Erklärungen/Anmerkungen*** 
(1) Der volle Anzug bedeutet, die Kleidung, die zu formalen Anlässen getragen wird, wie z.B. die gehobene Abendkleidung, die Ballkleidung und höchst formell: die Hofkleidung
Der gewöhnliche (oder auch halbe) Anzug hingegen beschreibt die Kleidung, die man tagsüber in Gesellschaft trägt oder auch zu weniger formalen Abendgesellschaften, sie ist weniger formell, jedoch nicht leger.
Der Begriff Negligé steht für informelle Kleidung, die man morgens im und außer Haus trägt, und auch tagsüber, aber niemals am Abend oder in formaler Gesellschaft. Es ist legere und bequeme Kleidung oder auch alltägliche Kleidung.
(2) Der Begriff ‚Fragarine’ ist ein Kunstbegriff. Ein wenig deutet er auf die botanische Bezeichnung der kleinen Erdbeerblüten (es ist Juni!), aber diese werden von grün eingefasst zu einer Kugel geformt. Es ist anzunehmen, dass es sich bei allen Blüten um sogenannte Kunstblumen handelt. Hier liegt wohl auch der Grund, warum F.J. Bertuch besonderes Augenmerk auf Hüte bzw Blumen aus Paris im Augustheft des Journals lenkte, denn zu seinem Betrieb in Weimar gehörte auch die berühmte Kunstblumenmanufaktur. Eine der berühmtesten Beschäftigten dort war Christiane Vulpius (Geheimrath Goethes spätere Ehefrau), die dort bis Anfang der 1790er Jahre Kunstblumen verfertigt hat.  
***Explanations/Annotations*** 
(1) The full dress describes clothes, which were worn to formal events, like evening dresses, ball dresses and the highly formal court dress.
The term common or half dress was used for less formal clothing, which was worn during the day in public or even to less formal evening dinners or the theatre. It was less formal, but still never casually or comfy.
Negligé or undress) finally was the casually and comfortable dress, worn in the morning or during daytime to informal occasions, but never in the evening out or to formal events.
(2) The word ‘Fragarine’ is an art term. It gives a minor hint to the botanical term of the strawberry/strawberry flowers (it’s June!), but these are described as being adorned by green and formed into a ball. It’s highly likely that the mentioned flowers are artificial flowers. That might be the reason that F.J. Bertuch highlights the hats and flowers from Paris in his August’s issue of the journal, because his family had a manufactory for artificial flowers in Weimar. The most famous employee was Christiane Vulpius (later Goethe’s wife), who worked there until the early 1790s.  
 
Der Sommer steht sozusagen in voller Blüte in Weimar. Schwelgt Paris auch noch im Blütenmeer und wie sieht es in London aus?
Summer's literary in full bloom. Is Paris also a sea of flowers and what about London?

An dieser Stelle gebe ich ab an Alessandra für die neusten Moden aus Paris vom/
And now I like to direct you to Alessandra for the latest fashions of Paris from
und an Maggie für einen Überblick aus London/and to Maggie for an overview from London via
  "Ackermann's Repository",
sowie an Natalie für die Neuigkeiten vom Londoner Hof/and to Natalie for news from London's court
  "LaBelle Assemblée"

Donnerstag, 21. August 2014

...quis leget haec?

"Wer liest das eigentlich?"
Zugegebenermaßen kann ich mich nicht davon freisprechen, dass sich mir dieser Gedanke ab und an aufdrängt. 
Üblicherweise geschieht dies eher selten wenn ich Kleider vorstelle, Anleitungen teile, die Nadel schwinge - kurz: wenn es um die im Blogtitel erwähnten 'Moden' geht.
Lege ich allerdings Nadel und Faden aus der Hand und finde mich - mit brennendem Interesse - über schriftliche Quellen gebeugt, um den 'Marotten' unserer Vorfahren auf die Schliche zu kommen, 
dann hüpft mich die hinterlistige Frage an 
und trübt meinen Enthusiasmus einen Blogbeitrag über die gefundenen Geschichten und Geschichtchen zu verfassen.
Dabei ist Mode doch immer Ausdruck einer Zeit, ähnlich wie beispielsweise Malerei und Poesie - und versteht man letzere Künste nicht auch am besten, wenn man sie mit den Augen der damaligen Zeitgenossen betrachtet?
Waaaaas?! 
Diese ellenlangen Schachtelsätze von damals studieren, 
nur weil ich ein Kleid nähen will???
 An dieser Stelle verspreche ich zwei Dinge:
Erstens - es ist ein unglaubliches Vergnügen sich mit der feinen Sprache zu beschäftigen, diese wundervollen Satzgebilde auf der Zunge zergehen zu lassen, Satire von tatsächlichen Ratschlägen unterscheiden zu lernen, und in der ein oder anderen Lektüre plötzlich festzustellen, dass auch unsere Vorfahren ab und an geschrieben haben, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Zweitens - Nachdem man sich anhand der Lektüre eingehender mit der Zeit und ihren Menschen vertraut gemacht hat und durch Briefe, Zeitungen und vielleicht auch Romane über zweihundert Jahre hinweg ein wenig näher zusammengerückt ist, näht man nicht einfach mehr 'ein Kleid', 
sondern versteht, dass es da um mehr geht als nur eine Möglichkeit den Körper ansprechend zu verhüllen.
"Who actually reads this?"
Admittedly I'm not always clear of this thought, which now and then haunts me.
Maybe not so much when I introduce new dresses, share tutorials, or generally sew - in short: when I'm rambling about the term 'Moden' (fashion) mentioned in the blog title.
But any time I put aside needle and thread to delve into written sources to trace our ancestors' 'Marotten' (whims), this most sneaking question afflicts me and lessens my enthusiasm to write a blogpost about my finds.
But isn't fashion always the expression of a time, like painting and poetry - 
and isn't it that we might only fully understand it, if we see it through our ancestors' eyes?
Whaaaaat?!
Reading terribly long nested sentences, only to sew a dress???
At this point I'll promise two things:
First - it's an incredible joy to read this fine language, to luxuriate in their writings, learn to seperate satire from real advice, and learn that the people back then also were capable to write right from their mouth.
Second - After studying and becoming more familiar with the people throughout their letters, journals or even novels, and suddenly being a bit closer regardless of the two centuries, which part us, it's not sewing 'just a dress' anymore, but a deeper understanding that it's more than putting cloth on a naked body.

Die beste Nachricht aber ist die - und jeder, der sich eher mit dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit beschäftigt, würde nun begeistert hüpfen - es gibt eine unendliche Fülle an Primärliteratur!
Beinah jede Frage kann aus erster Hand beantwortet werden!
Und man muß nicht Unsummen ausgeben, um sich die Originale zuzulegen (wenngleich auch das ein großes Vergnügen ist), denn die meisten Schriften, Zeitungen, Journale, Briefe sind bereits digitalisiert. 
Und wenn man die Suche erst anfängt, wird man von einem interessanten Fund zum nächsten kommen, und die Damen um 1803, die Herren um 1814 werden plötzlich lebendig!
The best thing is - and everyone, who's researching about medieval times or the early modern age, would squeak with delight - there is a wealth of primary sources!
Nearly every single question can be answered first hand!
And it doesn't mean to spend a fortune on books (although that's fun, too), because most of the sources, volumes, letters, journals, newspapers are digitalized.
And once the search has begun, one exciting find will lead to another, and the ladies of 1803, and gentlemen of 1814 will come alive!
Februar 1810, La Belle Assemblée (Quelle/source: googlebooks)
...nun gut, vielleicht nicht ganz so lebendig, wenn es sich, wie in dem oben aufgeführten Ausschnitt aus einem Journal, ua. um Sterbeanzeigen handelt.
...well, maybe not that alive, if it's, like in the source above, a register of brith, marriages...and deaths.

Journale und Zeitungen (welche oft aus nur wenigen Seiten bestehen) sind reichhaltige Quellen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen, häufig wird man in diesen Schriften auch auf umfassendere Werke weiter verwiesen...oder man genießt einfach die gebotenen Zeilen.
Journals and newspapers (often containing only very few pages) are amazing sources to gain a first insight, and they often contain recommendations to further reading.

Die Lippischen Intelligenzblätter (im Bild zwei Ausgaben Jahrgang 1804 und 1807)


Alltägliches aus dem Lippischen Intelligenzblatt 1807:
Paderborn. Einem geehrten Publicum empfehle ich mich bestens, mit dem Einsetzen künstlicher Zähne, das Herausnehmen aller tiefliegenden oder abgebrochenen Zahnwurzeln, Reinigen der Zähne von Weinstein, Plombiren hohler Zähne, und was sonst zu deren Erhaltung notwenig ist.
Auch ist gutes Zahnpulver zum Erhalten der Zähne, und Mittel wider Zahnschmerzen bey mir zu bekommen.
Paderborn den 1sten Dec.1807 S. David Examinirter und priviligirter Zahnarzt, wohnt am Kellerplatz
Miscellany from the Lippische Intelligenzblatt 1807:
Paderborn. I recommened myself to my dear audience, with applying artificial teeth, the extraction of painful or broken roots, cleaning teeth of tartar, filling teeth, and whatever is necessary to preserve a tooth. I also sell tooth's powder,and medicine against toothache.
Paderborn 1st Dec. 1802 S. David registered and priviledged dentist, Kellerplatz


Detmold. Bey Jacob Isaac allhier sind Kalbfelle und gute Wolle gegen einen billigen Preis zu haben.
(Darüber ist übrigens die Bekanntmachung eines angereisten Tanzlehrers, der Kurse bietet!)
Detmold. Jacob Isaac sells calf hides and wool for a low price here.
(Above these lines is the introduction of a new dance teacher, who offers courses to the young ladies)

Der Bericht über den Zahnarzt gibt Aufschluß über die Hygiene und kann der Anfang weiterführender Untersuchungen werden, die schließlich wieder den Kreis zur Mode schließen, wenn man beim Mirrow of Graces (1811)
The above text about the dentist reveals a bit about hygene and might finally lead to reads about fashion like Mirrow of Graces (1811)

Und wer einen wirklich exzellenten Einstieg haben möchte, 
dem sei noch folgende Sekundär-Lektüre wärmstens ans Herz gelegt:
(unfortunately this book is only available in German)
Göres, Heimliche Verführungen. Ein Modejournal 1786-1827
Katalog zur Ausstellung im Goethe Museum Düsseldorf 1978

Und nun ran an die Bücher und Briefe, die Journale, die Rezepte, die Modeneuigkeiten...
And now happy reading with all the books, letters, journals, recipes, and fashion papers...

Dienstag, 19. August 2014

Die Kunst, Erinnerungen mit sich zu tragen...

Erinnerungen kann man nicht nur in Gedanken oder im Herzen mit sich tragen, sondern auch - und nicht minder schön - stofflich und mit einiger 'Tragweite'.
Zunächst einmal sollte man seine Erinnerungen dazu aneinanderreihen und festnähen, 
was in etwa so aussieht:
The art of carrying memories...
Memories cannot only be carried in our thoughts and hearts, but also - and not a tad less lovely - in fabric with the capabilty to carry lots.
In order to do so, we first need to collect remnants and sew them together, which pretty much looks like this:

Ich habe kleine Reststücke meiner vergangenen Nähprojekte nach Augenmaß zugeschnitten und zu einer langen Kette zusammengenäht.
I have cut out fabric scraps from past projects  and sewn them together in a long colourful chain.

Der Zuschnitt für die Tasche entspricht jenem, den ich bereits vor einiger Zeit vorgestellt habe.
Er besteht aus einem Stück  Futter, auf welches die Flicken aufgenäht werden und einem Rücken.
The pattern of the bag is exactly the same as the one, I've already introduced a while ago.
It's made of one lining piece on which the fabric patches will be stitched and the backing.

Die Flicken werden Reihe um Reihe mit Rückstichen zusammengenäht, die Nahtkanten umgebügelt und schließlich auf dem Futter festgesteckt.
The scraps are sewn together with running stitches row after row, then the seam  allowance is ironed flat and finally the piece is pinned to the lining.

Sind alle Reihen vernäht, werden die Kanten zugeschnitten.
After all rows are sewn together, the edges are cut in shape.

Ein Nahtband wird zugeschnitten, womit zunächst die Öffnung, als auch - nachdem der Rücken aufgelegt wurde - die Kante ringsum versäubert wird.
A bias cut band is sewn around the opening, and then with the backing on around the edge all the way round.


Die Vorderseite...
 The front...

...die Rückseite.
...the back.

Die Taschen waren häufig aus Reststücken gefertigt und recht bunt. Selbstverständlich wurden sie nicht unter weißen Mousselinkleidern getragen, sondern eher unter Tageskleidern.
Die Taschen bieten erstaunlich viel Platz, weitaus mehr als die Retiküls, die sie allerdings allmählich ablösten.
The bags were often sewn from fabric remnants, hence they were quite colourful. Of course they were never sported with sheer muslin dresses, but with sober day dresses.
The bags offered quite a lot of space, much more than the reticuls, which however gradually replaced this kind of bags in the course of time.


Aber ach, wohin mit all den niedergeschriebenen Erinnerungen?
Dafür gab es damals Brieftaschen. Zumeist waren sie kunstvoll gestaltet, aus feiner Seide und reich bestickt (oftmals mit wundervollen kleinen Sinnsprüchen)
In Ermangelung geübter Stickereifertigkeit, habe ich bei meiner Brieftasche allerdings zu einem Stoff gegriffen, der mit einigen Erinnerungen an meine verstorbene Tante verbunden ist.
Es handelt sich um bedruckte Baumwolle. Als Futter habe ich dann den üblichen Seidentaft verwendet. Die Zwischenlage besteht aus feinem Papier. Das rote, schmale Einfassband ist vintage. Ich habe es von meiner lieben Freundin Natalie bekommen.
But, where to keep written memories?
Back then letter cases or pocket books were used. They were beautifully emebelished, made of fine silk and often opulently embroidered (with lovely little verses)
As I truly lack embroidery skills, I decided to assemble my letter case with a fabric, that holds a lovely memory to my deceased aunt.
It's a printed cotton. The lining is silk taffeta and it's stiffened with fine paper. The red bias tape is vinatge. It was given to me by my dear friend Natalie.

Die drei Lagen der Brieftasche.
The three layers of the case.

Das Papier wird entsprechend vorgefaltet, ehe der Stoff darum gelegt wird.
Zu der Brieftasche gehört auch noch ein zweites Teil, das später die innere Klappe bildet.
The paper is already folded, before the fabric is layered around it.
There's a second similar piece build like this, which is the inner flap of it.

Die fertige Brieftasche mit Wollband
The finished letter case with a woolen ribbon

An dem Stoff mag ich besonders die Darstellung des 'tränenden Herzens' (dicentra spectabilis)
My favourite flower on the case is the 'Bleedingheart' (dicentra spectabilis)

Die geöffnete Tasche verfügt über drei Fächer für Briefe und Geld.
The opened case offers three compartments for letters and money.


In den letzten Wochen sind noch viele weitere Kleidungsstücke an meinem Nähtisch entstanden, aber leider bin ich in der Kunst, das Wetter zu beeinflussen noch keinen Schritt weiter gekommen und ein Fototermin nach dem anderen fällt sprichwörtlich ins Wasser.
Ich gebe die Hoffnung nicht auf und bitte meine Leser derweil um Geduld.
In the past weeks a whole lot of garments have been finished at my sewingtable. However I did not manage to master the art of influenceing the weather and one photoshot after the other was cancelled due to rain.
I still have hopes and may ask my dear readers for some patience.