Sonntag, 15. März 2015

Sehnlich erwart ich die morgende Post (Briefe Teil I - Letters Part I)

Die Überschrift zum heutige Beitrag ist einem Buchtitel entliehen, der uns mittels Briefen aus der Hand von Amalie und Theodor Schön Einblick in den Alltag um 1813 gewährt.
Und damit sind wir auch bei den beiden Stichpunkten angelangt, die mir am Herzen liegen:
Alltag und Briefe.
Vor einigen Wochen bereits durfte ich von einer geplanten Veranstaltung berichten, bei der wir im Kreise von neun lieben Freundinnen aus ganz Deutschland, Helvetien und den Niederlanden im Juni den Alltag in einer Modenhandlung darstellen werden.
Dabei ist mir nicht entgangen, dass der Ort des Geschehens - das wunderbare Sauerland - für den ein oder anderen eine Herausforderung darstellt, was die Erreichbarkeit betrifft.
Aber dennoch lade ich meine Leser ein teilzunehmen und zwar mittels Briefen, um die Darstellung des Alltags in der Putz & Modenhandlung Mme Bettinger noch lebendiger zu gestalten.
I ardently wait for tomorrow's mail (Part I)
Today's headline is borrowed from a book, wich allows us to take a glimpse into 1813s daily life of Amalie and Theodor Schoen via letters.
And here we have the hints to the terms I am aiming at:
daily life and letters.
A few weeks ago I've written about an event taking place in June, where a circle of nine lovely friends from all across Germany, Switzerland and the Netherlands will revive the life in a milliner and dressmaker shop.
I am well aware, that the place - the awesome Sauerland - might be quite far away to visit for a day.
But nevertheless I invite my readers to take part in the event via letters, to turn the Putz & Modenhandlung Mme Bettinger into an even more animated experience.


Den Funken für diese Idee zündete das jährliche Postpaket der HMS Acasta, das im vergangenen Sommer zum wiederholten Mal mit großem Erfolg ausgeführt wurde.
Eine fabelhafte Gelegenheit Leser und Interessierte in die Darstellung einzubinden und die Freude an der Geschichte zu verbreiten.
In diesem Sinn möchten ich auch meine Leser herzlich einladen ein Teil unserer Veranstaltung zu werden. Briefe schreiben?! 
Ja!!! Briefe schreiben!
Greift bitte zu Feder und Papier und taucht - wie wir - in eine Rolle ein.
The spark to this idea was lit by the annual Mail Packet of  HMS Acasta, which was delievered past summer for the third time with great sucess.
This is a ingenious way to participate and to spread the love for history.
Here I would love to kindly ask my readers to be part of our event. 
Writing letters?
Yes!!! Writing letters!
Please fetch your quill and paper and - like we do - choose a role/character.


unknown (English) trompe l'oeil of  an 18th century letter rack
(Quelle/source: via pinterest)

Zunächst ein kurzer Einblick in das Werkzeug des Schreibens.
Man benötigt Tinte, eine Feder (oder etwas moderner: einen Federhalter oder Füllfederhalter), einen Bogen gutes Papier, ein wenig Siegelwachs und eine Petschaft...und einige Ideen (aber dazu später mehr)
Auf Pinterest habe ich eine kleine Sammlung zum Thema "Schreiben 1800" zusammengestellt.
 First a short overview of the tools of writing.
The essentials are ink, a quill pen (or a modern pen), a sheet of well-made paper, seal wax and a seal...and some sparking ideas (but more on that later)
I have collected some more inspiration on my pinterest board "Schreiben 1800"

1840, Brief des Kürschner-Obermeisters Linde (Quelle/source: wikimedia)

Post wurde in der Zeit um 1814 (wie man an dem oben dargestellten Brief aus dem Jahr 1840 erkennt) als sogenannte Faltbriefe versendet. Das bedeutet, das Blatt auf dem der Brief selbst verfasst wurde, diente auch als Umschlag.
In the year 1814 mail was sent (like shown in the letter above from 1840) as a so-called folded letter. This means the sheet, on which the letter was written, was actually the envelope as well.

Envelope and Letter Folding. Illustrations (c) John Cunliffe
(Quelle/source: ghh.com Envelope and Letter Folding)

Soviel zur äußeren Form des Briefes...und nun zum Inhalt!
In einer Modenhandlung bieten sich da schier unerschöpfliche Möglichkeiten.
Dort trudeln Bestellungen und Anfragen ein, die hier und da vielleicht mit einem Streifen Stoff oder einem Hinweis auf einen Modekupfer und der bangen Frage "Mme Bettinger, ist ein solches Kleid aus ihrem Hause möglich?" gestaltet sind.
Es treffen Lobesbriefe und Tadel ein.
That's it on the outer form of the letter...now on to the content!
There are plenty of possibilties in a dressmaker's shop.
Orders and inquiries arrive, here and there a piece of fabric, a hint to a fashion plate are added to the anxious question "Mme Bettinger, would your house deliever such a dress?"
There might be letters of praise and letters of reprimand.

1802-1812 Le Bon Genres Plate 27, access. No. 1866,0407.88
(Quelle/source: TheBritishMuseum)

Von Messen und Händlern treffen Bestellungen, Rechnungen, Mahnungen und Einladungen ein.
Vielleicht gibt es die Mitteilung einer Reederei aus Hamburg, dass ein Schiff mit Stoffen gesunken ist. Oder ein Wollhändler aus Manchester oder ein Bortenhändler aus Sachsen bedauert, dass seine Lieferung sich verzögern wird.
Es gibt Bewerbungen um eine Stelle im Haus oder ein fahrender Händler kündigt seinen halbjährlichen Besuch an.
Ein Journal fragt an, ob man eine Anzeige setzten möchte. Und aus Paris flattert der Subscriptionsvorschlag für ein neues Journal ins Haus.
From fairs and merchants executed orders, invoices, demand notes and invitations are sent off.
There might be a shipping company from Hamburg messaging that one of their ships sunk with all the fabrics. Or a wool merchant from Manchester or a trim-weaver from Saxonia send out information, that the delievery will be delayed.
There might be application for a job in the house or a salesman announces his visit.
A journal asks, whether the shop would like to have an advert in the next issue. And all the way from Paris a suggestion to subscribe for a new journal is sent.

1789, Ralph Earl, Mr. Elijah Boardman, Dry good Merchant
(Quelle/source: The Metropolitan Museum of Art)

All die ersonnenen Briefe sollten auf das Jahr 1814 (vor dem 13.Juni des Jahres) datiert sein.
Wir freuen uns auf Post in Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch.
Da ich es bislang nicht erwähnt habe, es ist nicht notwendig, dass deutsche Briefe auch in der damals üblichen deutschen Kurrentschrift verfasst werden (wir üben uns selbst erst noch verzweifelt darin).
Please date all letters to the year 1814 (or more precisiely before June 13th).
We're looking forward to mail in German, English, French and Dutch.
As I haven't mention it yet, there's no need to write German letters in the Kurrent handwriting of the early 19th century (we still struggle desperately learning to read and write it ourselves)

So geht's weiter:
Im zweiten Teil (hier entlang: *klick*)
darf ich die tüchtige Belegschaft der Putz & Modenhandlung Mme Bettinger vorstellen, denn es gab nicht nur geschäftliche Briefe, sondern auch persönliche Post.
Und natürlich werde ich die Anschrift für die Aktion bekanntgeben.
What's up next:
In the second part (please follow here: *click*)
I'm going to introduce you to the staff at the Putz & Modenhandlung Mme Bettinger, because next to the business letters, there have also been personal letters. 
And I'll finally reveal the address.

1815, The Messenger, Martin Drölling
(Quelle/source: The Clark)

An dieser Stelle möchte ich freundlichst darauf hinweisen, dass es sich bei der Putz & Modenhandlung Mme Bettinger um eine fiktive Alltagsdarstellung handelt und wir keinerlei tatsächliche Bestellungen oder Aufträge entgegennehmen, auch werden während der Veranstaltung keine Waren verkauft!
Here I'd like to emphasize politely, that the Putz & Modenhandlung Mme Bettinger is a fictitious display of daily life and we do not take in any real orders or duties, also there will be no sales at the event itself.

Kommentare:

  1. Eine wunderbare Idee, ich bin schon so gespannt auf das Echo. Zauberhafte Zusammenstellung der Illustrationen!

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  2. *Feder und Tinte aus der Schublade hol* Ich hab schon Ideen für mindestens drei Briefe.............
    Schade, dass ich nicht dabei sein kann!!

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    1. Klasse!!! Wir freuen uns schon sehr - schade, dass Du nicht dabeisein kannst...

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  3. Niedergesetzt, geschrieben und flugs dem Boten übersand :-)

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  4. What a great idea! I missed the last Acasta mailbag, but I've been developing my 19th century handwriting skills in the English style, and I was hoping for another opportunity to write some 1810s letters. Check out my blog for information about writing with quill pens!

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    1. Thank you so much!!! We're looking forward to receiving your letter :)
      And thanks for the link to your blog - amazing work :)

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  5. What a fun idea! My penmanship is truly terrible, but I'm tempted to write you a letter anyway. :)

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    1. Yes, please, grab your pen! We would be delighted to hear from you :)
      Thank you!

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