Mittwoch, 15. Juni 2011

Ich leiste mir einen Leisten!

Nach meinen ersten dilettantischen Versuchen im "Schuhmachen" möchte ich dieses Abenteuer nun richtig angehen und zwar ohne Kleber, sondern in einer Wendeschuhtechnik, die ich glücklicherweise auf der Website von gracefullady entdeckt habe.
Dazu brauche ich natürlich zunächst das, was der Schuhmacher gerne "Seele" nennt, nämlich einen geeigneten Leisten. Die Suche nach geraden Leisten erschöpfte sich schnell, also blieb mir nichts anderes übrig als selbst zu Hammer und Beitel zu greifen und einen Klotz Lindenholz in die gewünschte Form zu bringen.
A last at last!
After my first amateur attempt on shoemaking, I'm keen on trying it right and without glue, but in a turnshoe technic, which is explained wonderfully on the gracefullady website.
First I was in need of that piece what a shoemaker usually calls "soul", a fitting last. But my search for straight lasts was quite dissapointing, thus I had to fetch hammer and chisel and a piece of limetree wood and try myself to get it in shape.
Nach einer gefühlten Ewigkeit und einer unglaublichen Menge and Holzspäne, bin ich - buchstäblich - einen Schritt weiter! Glücklicherweise brauche ich ja nur einen Leisten;)
After what felt like eternity and an incredible amount of wooden chips, I'm - literally - a huge step ahead! Luckily I only needed to do a single last;)
Draufsicht/ the top

Die "gerade" Sohle/ the straight sole
Und zusammen mit dem Probeslipper/ and with the mock-up slipper

Und warum ist der Leisten so hoch geschnitten? Nun ja, diesmal möchte ich keinen Slipper fertigen, sondern einen bestimmten Halbschuh, mit dem ich schon sehr laaaaange liebäugle.
And why is that last cut that high? Well, this time I' won't have a slipper, but would like to have a certain half boot, which I fancy for such a loooong time!

Kommentare:

  1. Wahnsinn!
    Hast du eigentlich das Buch "Der Schuster" von Garsault? Das ist eine zeitgenössische Übersetzung ins Deutsche die es netterweise als Reprint gibt.

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  2. Wahnsinn! Einfach so, ohne jede Vorerfahrung mit so was! Woher wusstest du denn, ob die Leistenform deinen Füßen (mal von der Sohle abgesehen) entspricht?

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  3. Dear Sabine,

    To be colloquial, "Holeeeee cow!". To be more proper, I am so impressed.

    So glad you've had the courage to take this project on, for many of us find it entirely fascinating.

    Very best,
    Natalie in Kentucky

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  4. truly amazing!! i can't wait to see what you make with it!

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  5. Aawww...thank you for the lovely comments, that's truly supportive! Next step will be preparing the leather sole (I'm pretty nervous about that) and then I'll hopefully start with the uppers.

    @Cecilia: Danke für den Lesetipp! Klingt vielversprechend!

    @Alisa: Der Lindenholzblock war etwas schmal und ich hatte auch noch einige Reststücke, also ran an die Säge und an den Leim. Das Ergebnis war eine Art treppenartige Anordnung, die ich zunächst mit der Stichsäge rundherum auf die Abmessungen der Sohle gebracht habe. Dann begann das große Ausmessen - an meinem Fuß und einem gut sitzenden Schuh.
    Angefangen habe ich mit dem Umfang der Fußfessel, die dann auf die obere Seite aufgezeichnet wird und mit dem Beitel ausgestochen wird. Die nächste Messung war von der Mitte unten an der Ferse bis zur Kruppe direkt vor der Fessel (Immer am Fuß und am Schuh!). Von diesem Punkt aus habe ich den Verlauf alle paar Zentimeter auf dem Holzmodell eingezeichnet (an den Seiten und auf der Kruppe) und dann gemeißelt...gemeißelt...gemeißelt...Sobald der Leisten halbwegs in den Ballerinaschuh passte ging es dann mit Schleifpapier weiter.
    Glücklicherweise lässt sich Lindenholz prima bearbeiten und falls man irgendwo mal zuviel wegmeißelt (oder es doch nicht passen sollte) kann man immer noch eine dünne Lage Kork aufleimen und passend schleifen.
    Sabine

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  6. Amazing! Woodworking reminds me of my father, and he taught me a little when I was a child. I would love to try something like this. You have a sculptors eye. Bravo!

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