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Montag, 4. November 2013

1799 Lethière's Girl with Portfolio Ensemble

Oh, der Herbst ist einfach wie geschaffen für die Fertigstellung der Kleidungsstücke nach Guillaume Guillon-Lethières Portrait von dem Mädchen mit der Zeichenmappe.
Die junge Frau tritt uns gegenüber in schlichter, ein wenig düsterer Kleidung. Sie selbst wirkt praktisch, etwas spröde, aber dennoch - oder gerade aus diesem Grunde - geheimnisvoll.
Was bietet sich da besser an, als ein schwarzer Spenzer, dessen einziger Schmuck ein samtener Kragen ist.
Keine schmückenden Knöpfe am Aufschlag, denn geschlossen wird das Oberteil lediglich durch eine schwarze Kordel, die im Rücken an den Taillenknöpfen befestigt wird.
Oh, autumn is simply made for finishing the garments based on Guillaume Guillon-Lethière's potrait of the girl with a portfolio.
The young woman faces us in simple, sober and a bit dark clothing. She herself appears practical, a bit demure, yet - for this very reason maybe - mysterious.
What would be more appealing than a black spencer, which only embelishment is a velvet collar.
No pretty buttons on the bodice's front, because the garment is closed by two ties, which are attached at two buttons in the back.


Für die Nacharbeitung habe ich etwa 1.50 Meter Wolltuch benötigt.
Der Kragen besteht aus dünnem Baumwollsamt. Gefüttert ist der Spenzer mit schwarzem Baumwollchintz, Baumwolltuch und brauner Seide (Ärmel).
Um den Zuschnitt der einzelnen Teile zu ermitteln, griff ich auf mein Schnittmuster vom Königin Luise Spenzer zurück.
I purchased 1.6 yards of black wool cloth for this recreation. The collar is made of thin cotton velvet. The spencer is lined with black cotton chintz, cotton cloth and brown silk (sleeves).
To calculate the pieces, I took my Queen Luise spencer pattern for reference.

Im Gegensatz zu dem Luise Spenzer hat dieses Kleidungsstück aber weder eine Zwischenlage aus steifem Leinen, noch ist es gesteppt.
This garment however does neither have the canvas interior, nor is it quilted on the inside.


Die Ärmel sind sehr schmal geschnitten und sitzen recht weit im Rücken, was einen beim Tragen geradezu in eine aufrechte, noble Haltung zwingt. Eben jene Haltung, die man auf Modekupfern der Zeit oft sieht und die auch in Guillaume Guillon-Lethières ausdrucksstarken Gemälde wunderbar zur Geltung kommt.
The sleeves are cut very narrow and tigh fitting, and they sit far in the back, which forces the wearer into a upright, noble posture. The kind of posture, that is to be seen on many fashion plates of the era and which reflects so impressivly in Guillaume Guillon-Lethière's painting.

 Um besser in diese engen Ärmel hineinschlüpfen zu können, sind sie mit Seide gefüttert.
Die Ärmel bestehen jeweils aus zwei Stoffstücken.
To make it easier to get into these tight sleeves, they're lined with silk.
These are two-piece sleeves.

Das Oberteil ist dagegen zu den Aufschlägen hin mit dunkler Baumwolle gefüttert, während die Aufschläge aus Wolle gerfertigt sind. 
Ich bitte an dieser Stelle (und beim Anblick des folgenden Fotos) im Gedächtnis zu behalten, dass die Muse an meinem Nähtisch felinen Ursprungs ist und sich das ein oder andere Erinnerungsstück (sprich: Haar), trotz Fusselrolle nicht vom Werkstück beseitigen lässt. Ob sich die Damen damals auch dererlei Sorgen machten? Und was mögen sie benutzt haben, um die anhänglichen Haare zu entfernen?
The bodice is lined with dark cotton on the side, while the lapels are made of wool.
I'd like to ask my dear readers to keep in mind, upon looking at the following  photo, that the muse at my sewing table is of feline origin and it's hardly possible to remove all memories (here: cat's hair) from the garment, despite a lint brush. I wonder wether the women back then had to face the same problems? And what would they have used?

Im Rücken sind zwei erhabene Zwirnknöpfe, an die jeweils eine Nestelschnur befestigt wurde. Auf Taillenhöhe unter dem Arm ist noch eine kleine Öse, damit die Bänder nicht zu lose herabhängen. Auf Lethières Portrait sieht man, wie sich eine Schlaufe vom Rücken her bildet.
In the back are two round shaped thread buttons, to which corded ties are attached. There's a small eye under the sleeve on the waistline, to fasten the ties and prevent them from dangling.
Lethière's portrait reveals the ties hanging in a loop behind the girl's back.

Im Gegensatz zur Virtuosität des Künstlers in dem Portrait ist es sehr schwierig, die Tiefen des schwarzen Wollspenzers in einem Foto widerzuspiegeln.
In contrary to the masterly reflected details of the spencer in the portrait, it's difficult to catch this in a photo.


Das Ensemble hat mir die späten Jahre des 18.Jahrhunderts und damit die Zeit der Frühromantik, die ich in Büchern und Briefen verschlinge, auf wunderbare Weise eröffnet.
The ensemble has awakened my deep interest for the clothing of the late 18th century and the era of Frühromantik, of which I already loved to read books, biographies and letters.

Die Rückansicht. Das Kleid und der Spenzer harmonieren bestens.
Back view. The dress and the spencer work amazingly together.

Aber auch ohne den Spenzer gefällt mir die Schlichtheit des Kleides außerordentlich. 
(Obwohl mein  Gesichtsausdruck das in eben diesem fotografisch festgehaltenen Augenblick nicht wirklich wiedergibt - ich bitte dies zu entschuldigen)
Even without the spencer I'm truly smitten by the dress. 
(Although my facial expression at that moment of taking the photo does not really show - my apologies)
Zu dem Kleid trage ich ein schlichtes Fichu, einen passenden Unterrock, eine Chemise, einen Schnürleib nach Bernhardt, wollene Strümpfe und Halbschuhe mit kleinem Absatz.
I'm wearing a plain fichu, a matching petticoat, a chemise, short stays after Bernhardt, woolen stockings and shoes with a small heel with this dress.



Doch...die Zeit der späten 1790er hat es mir wirklich angetan...bis hin zu den Haaren.
Truly...I'm really drawn to the late 1790s...even up to the hairdos.

Das nächste Ensemble ist schon in Planung und es wird hoffentlich beweisen, dass auch die Frühromantik, detailverliebte, ungewöhnliche und raffinert verzierte Mode hervorgebracht hat.
The next ensemble is already approaching my sewing table and it will hopefully show, that the Frühromantik also has to offer very detailed, unusual and wonderfull embelished fashions.

Sonntag, 20. Oktober 2013

L'an VIII du calendrier républicain

Zunächst einmal liegt es mir am Herzen, meine Leserschaft über die in letzter Zeit etwas träge Berichterstattung am Nähtisch aufzuklären.
Leider hatte ich bei der Rückkehr aus Weimar im September nicht nur den Kopf voller neuer Nähideen, sondern ein klein bisschen darunter (nämlich im Kreuz) einen längst überwunden geglaubten Schmerz. 
Kurz: mein Rücken plagt mich wieder und begrenzt die täglichen Nähstunden.
Aber ich möchte hier nicht jammern, sondern die Rede viel lieber auf die zuvor erwähnten schwirrenden Ideen lenken (und damit auch den Titel dieses Blogeintrages erklären).
Nachdem ich ja eigentlich für meine kuriose Vorliebe für die Kleidung um das Jahr 1815 bekannt bin, war ich umso erstaunter, wie rasch ich beim Anblick all der herrlichen Roben meine Zuneigung zur Frühromantik entdeckt habe...
...und kaum war ich wieder Daheim, entsann ich mich an einen Eintrag aus dem Juni vergangenen Jahres und an diese faszinierende junge Dame:
First of all, I'd like to explain to my dear readers, why there's currently only sporadic news from my sewing table.
Upon my return home from Weimar, I did not only have ideas galore on my mind, but unfortunatly also some back pain again, which reduces my ability to delve into long sewing hours.
But I'm not going to whine here at length, I rather prefer to tell more about the aforementioned ideas (which will also explain the blogpost's title).
Actually as you all know, I'm ridiculously fond of the years around 1815 and now imagine my surprise, that one glance at the beautiful gowns in Weimar was sufficient to nourish my sudden fascination for the 'Frühromantik'...
...back home I remembered a blogpost from past year's June and this impressive girl:

 1799, Girl with portfolio by Guillaume Guillon-Lethière 
(Quelle/source: Worcester Art Museum)

Leider ist die Quellenlage über den Künstler Guillaume Guillon-Lethière (1760 - 1832) für eine kurze Einführung nicht sehr üppig und noch weniger Hinweise gibt es auf die dargestellte junge Frau.
Allein ihre unglaubliche Ausstrahlung zieht den Betrachter an, mit dem kurzen (hochgesteckten) Haar, den eher unscheinbaren Kleidern und dem undeutbaren Blick, unterscheidet sie sich grundlegend von Lethières weiteren Werken.
Wer ist diese Frau?
Auf der Suche nach Guillaume Guillon-Lethières Biographie, stieß ich auf einige Bilder des bekannten Künstlers Jean-Auguste-Dominique Ingres (1780 - 1867), in dessen umfangreichem Werk auch eine Zeichnung von Mme Lethière aus dem Jahr 1808 zu finden ist.
Unfortunately there's only poor reference on Guillaume Guillon-Lethière (1760 - 1832) biography, and far less information about the young woman in the painting.
But her fascinating charisma attracts the viewer  immediatley, with her short (pinned up) hair, the sober garments and the vague glance she's so different from other Lethière paintings.
Who was she?
While searching for  Lethière's biography, I stumbled upon some paintings/sketches of the famous artist Jean-Auguste-Dominique Ingres (1780 - 1867), there's one sketch in particular among his vast work: Mme Lethière, 1808. 
 1808, Madame Guillaume Guillon Lethière, née Marie-Joseph-Honorée Vanzenne by Ingres
(Quelle/source: MET Museum NY)

Angesichts der Tatsache, dass zwischen den beiden Bildern nahezu eine Dekade liegt (und eine Änderung in der Mode, nebst ein paar Pfund mehr), aber könnte es sich um die selbe Frau handeln? Vieles in der Physiognomie ihres Gesichtes spricht dafür, wie zum Beispiel, die markante kleine Nase, der schmale Mund und der Blick.
Due to the fact that nearly a decade divides the two pictures (and a wholly different style of fashion, plus a few pounds more), but could it be possible that we look into the same face? Lots in her physiognomy is similar like the small, striking nose, the mouth and her glance.

Aber halten wir uns nicht länger mit Vermutungen auf (so spannend sie auch sein mögen!), kehren wir zurück zur Mode - und zwar jener auf dem Gemälde von 1799.
Nach dem Republikanischen Kalender, oder auch: Französischer Revolutionskalender, war das Jahr kurz vor dem neuen Jahrhundert das Jahr 8 (beginnend im September).
Auf vielen französischen Modekupfern der Zeit, allen voran den Costume Parisien des Journal des dames et des modes, finden wir diese Zeitrechnung als Jahresangaben.
Und um das Ensemble des Gemäldes nachzuarbeiten, begab ich mich auf eine inspirierende Reise durch die Modekupfer des Jahres 8, denn zumindest bei dem Kleid (von dem wir nur den Rockteil erkennen können), hatte ich viel Freiheiten in der Ausarbeitung.
 I won't stuck on speculation here (although they are quite exciting!), but rather return to the fashion - to the fashion shown on the 1799 painting.
According to the Republican Calender, or: French Revolutionary Calender, the year last to the new century was called year 8 (starting in September).
On most of the french fashion plates from this era we'll find this specification, first and foremost the Costume Parisien from the Journal des dames et des modes.
For my work on the ensemble in the painting I started to peruse these fashion plates from the year 8.
Especially with the dress itself, of which we can only see the top of the skirt, I could follow my inspiration and imagination.

Ich erwarb einige Meter Baumwollstoff (nahezu fünf - bei einer Stoffbreite von 1.40 m - um genau zu sein) in eben dem Grünton des Gemäldes. In dem Stoff sind eingwebte, winzig kleine Quadrate, die dem Material etwas Festigkeit und Stand verleihen.
Die Rückenpartie wollte ich einem Kleid aus der Sammlung des Metropolitan Museum of Art anlehnen. Das Messen, Kalkulieren, Rechnen, Abstecken und Zeichnen nahm seinen Anfang.
I purchased some lenghts of cotton fabric (5.4 yards on 55 inches wide fabric, to be precise)  in the same green we see on the painting. The fabric has tiny squares woven into it, which give the material some stand.
I wanted the back of the bodice to be like a certain dress from the Metropolitan Museum of Art.
The measuring, calculating, pinning and drafting started.

Ich benötigte nicht weniger als drei Versuche, bis ich schließlich zufrieden mit dem Ergebnis war.
It took me three struggling attempts until I was satisfied with the result.

Und ein Schulterstück im Detail
And a shoulder strap in detail

Das Kleid hat, wie man an der Rückansicht erkennt, den Verschluß vorn, allerdings handelt sich nicht um das übliche Frontklappenkleid mit dem kleinen Latz, sondern lediglich der Rock wird angesteckt.
Auf diese Weise kann ich unter dem Kleid noch meine Hüfttaschen tragen - sehr praktisch!
The dress has - as the back already indicates - a front closure. But it's not the front bib version, only the skirt is 'pinned up'.
This fashion enables me to wear my pockets underneath - quite practical!

Das Futter (Baumwolle) des Kleides. Wie in dem Buch 'Costume in Detail' von Nancy Bradfield auf Seite 80 beschrieben, wird das Futter lediglich am Halsausschnitt, den Ärmeln, Schultern und der Taille (hinten) mit dem eigentlichen Stoff verbunden.
The cotton lining of the dress. Like described in Nancy Bradfield's book 'Costume in detail' on page 80, the lining is sewn to the bodice on the shoulders, neck and back waist.

 Die 'Flügel' aus Baumwolle, die mit Nadeln geschlossen werden.
Lining front flaps, which are pinned in place.

Die geraffte Front aus dem eigentlichen Kleiderstoff wird darüber mittels Bändern geschlossen.
The ruched front of the bodice is closed with ribbons, which run through two channels.

Das geschlossene Oberteil.
The closed bodice.

Der Saum des hochgeklappten Rockteils verdeckt den unteren Kanal des Oberteils. 
Die Front wird mittels zweier Haken befestigt und vorne mit Nadeln festgesteckt.
The edge of the skirt conceals the lower channel of the bodice.
The skirt front is attached with two hooks and bars and then pinned in the front.

Ein Blick auf die Hakenverschlüsse und den Gürtel, der vorne geschlossen wird.
The bars for the hooks at the skirt top and the belt, which is closed at the front.

Der sehr schmale Gürtel besteht aus Baumwollchintz und wird mit einer silbernen Schnalle geschlossen.
The small belt is made of cotton chintz and is closed with a silver clasp.

Das Kleid ist - entsprechend dem Gemälde - eher schlicht gehalten, aber einen kleinen Hingucker sollte es doch geben.
The dress is - referring to the painting - quite plain, but I couldn't resist a tiny bit of froufrou.

1799, Costume Parisien (239) (Quelle/source: pinterest)

Der rüschige Saum hatte es mir angetan, also schnitt ich noch 6 Meter Baumwollstoff auf einer Breite von etwa 12 cm zu, die sich dann auf den gesamten Saumumfang des Rockteils von ca. 3m rüschten.
The ruffled hem caught my attention, hence I cut 6.5 yards of 4.5 inches of fabric and ruched it to match the 3 yards circumference of the skirt hem.

 Von außen...
outside...

...und innen. Der Saum wird umgeschlagen, ehe mit kleinen Vorstichen ein Kanal eingenäht wird.
In den Kanal wird ein Band eingezogen und die Falten werden gelegt. Eine etwas umständliche Heransgehensweise, aber sehr wirkungsvoll.
...and inside. The hem is turned over and then a small channel is sewn in with running stitches.
Then a ribbon is put into the channel and the fabric is ruched. It's a bit tedious, but well worth the effort.

Die Rückansicht.
Back view.


Als nächstes wird der schwarze Spencer auf meinem Nähtisch landen. Ich hoffe, diesmal geht die Arbeit ein wenig schneller vonstatten, denn etwas sei noch erwähnt:
Die eingewebten Quadrate im Stoff verleihen dem Stoff zwar einen schönen (popelinartigen) Stand, allerdings ist es kein Vergnügen den Stoff von Hand zu nähen, da die Verdickungen der Nadel (und den Fingern) mitunter arg zu schaffen machen...
...dennoch: frohes Handnähen!
Next on my list is the black spencer. Hopefully this time the piece is done more quickly, because one last note:
as much as the tiny squares woven into the fabric give the material stand, it's awkward to sew by hand, as the slubs mean labour to the needle (and fingers!)...
...nevertheless: happy hand-sewing!


Montag, 25. Juni 2012

Es wird bunt!

Statt Sommerfrische, nichts als Regen, grauer Himmel und trostlose Gemüsebeete!
In dem trüben Einerlei sehnt man sich förmlich nach ein wenig Farbe, also habe ich mich zu einem Wechsel bei meinen Projekten entschlossen. Statt die Planung von Guillaume Guillon-Lethières "Portfolio Girl Kleid" fortzusetzen, 
ist nun erstmal der wunderschöne Spencer aus maigrüner und bonbonrosafarbener Seide auf meinem Nähtisch gelandet.
Was für ein willkommener Augenschmaus!
Instead of summer's sunshine, we suffer from rain galore, grey skies and dreary vegetable beds!
In this weary bleakness everything calls for some colour at least and this is why I changed my mind regarding the projects. I've put the Guillaume Guillon-Lethières "Portfolio Girl Dress" on hold, while a lovely spencer in beautiful spring green and candypink silk found it's way on my sewing table.
What a delight to the eye!

Seidenspencer, frühes 19tes Jahrhundert (Quelle: met Museum)
Silk spencer, early 19th century (Source: met Museum)

Einen passenden Stoff aus Seidentaft habe ich leider nicht gefunden, aber einen feinen Baumwollwebstoff aus der Robert Kaufman Serie. Sogar nach dem Waschen behält der schöne Stoff einen gewissen Stand...und die Farbe: die ist wunderbar!!!
I didn't manage to find a suitable silk fabric, but I've chosen a fine cotton fabric. Even after the first wash it has kept it's stand...and the colour:
it's wunderbar!!!

Sobald der Regen sich endlich erbarmt, werde ich auch einen ausführlichen Bericht (mit reichlich Fotomaterial belegt) über das blaue schlichte Leinenkleid und den ockerfarbenen "Graenicher" Spencer 1806 der Dresdner Köchin nachliefern. 
Einen kleinen Vorgeschmack gibt es aber bereits an dieser Stelle:
As soon as the rain finally shows some mercy, I'll post in detail (and with plenty of photos) about the blue linen dress and the ochre-coloured "Graenicher" spencer 1806 of the Dresdner female cook.
But here's already a first sneak peek:

Montag, 11. Juni 2012

Graenicher, Lethière und Boilly

Doch...doch, die Arbeit an meinem Leinenkleid geht unvermittelt weiter. Inzwischen ist auch die Schürze fertig und nun geht es an die schlichte Spencerjacke aus ockerfarbenem Leinen. 
Als Inspiration dafür (und überhaupt für das Ensemble insgesamt) diente mir die Köchin aus Samuel Graenichers (1758-1813) Feder.
Entstanden ist das Bild etwa um 1806 und wenn man sich im Netz weiter umschaut, entdeckt man auch eine farbige Abbildung in eben jenem Ockerton, der schon so lange als Leinenstoff in meinem Schrank schlummert.
Oh well...well, there's still much progress on my blue linen dress. Meanwhile I've finished the apron and now I'll start with a matching linen spencer jacket in an ocre colour.
The inspiration for the jacket (and the whole ensemble) is loosely based on a drawing from Samuel Graenicher (1758-1813) of a female cook.
The drawing is dated from 1806 and further search of the web reveals that there's a coloured plate with exactly the same shade of ochre than the linen, which lie dormant in my fabric stash for a long time.
Graenicher, Dresdener Köchin 1806

Und da ich mittlerweile großen Gefallen an der Jahrhundertwende gefunden habe, ist es an der Zeit demnächst ein Ensemble zu verwirklichen, dass mir schon lange Zeit am Herzen liegt.
Es handelt sich um Guillaume Guillon-Lethières (1760-1832) Bild "Girl with Portfolio" von 1799.
Das Bild bzw die dargestellte junge Frau hat eine unglaubliche Ausstrahlung und nimmt einen vom ersten Augenblick für sich ein. Ihre Kleidung ist schlicht, aber überaus stimmig und ich freue mich schon sehr auf den Versuch Kleid und Spencer Leben einzuhauchen.
As I'm actually hooked by the turn of the century, it's about to create an ensemble, which I already fell in love with some time ago.
It's Guillaume Guillon-Lethière's (1760-1832) painting "Girl with portfolio" from 1799.
The girl in the painting looks fascinating and easily catches the viewer's attention. Her clothing is simple and sober and yet very beautiful. I'm truly looking forward to recreate the garments.

Zudem lockt mich dieses Projekt, weil ich bei der Verwirklichung des Kleids ziemlich freie Hand habe, da man im Gemälde nur einen Blick auf den Rock erhascht. Zu diesem Zwecke studiere ich gerade - zu meinem großen Vergnügen - unzählige Bilder, allen voran die von Louis-Léopold Boilly (1761-1845).
This project is also very appealing as I can choose the shape of the bodice of the dress to my own liking, the painting only shows the skirt. For this reason I'm currently studying - with great pleasure - plenty of period paintings and especially those of  Louis-Léopold Boilly (1761-1845).