Freitag, 11. September 2020

Allons, allons - sur nos talons!

Mit dem Elan, der im Titel angedeutet wird, falle ich direkt mit der Tür ins Haus: 
Bereit für eine Reise zurück in die zweite Hälfte der 1790er Jahre nach England, Frankreich, Berlin, Frankfurt und Weimar? 
Uih, dazu braucht es sicherlich gutes Schuhwerk!
Womit wir schon beim Thema sind:
Schuhe!
 Zumeist bleiben sie versteckt unter langen Röcken, Schlendern und üppigen Falbalas, und auch in den Journalen finden sie häufig keine sehr ausführliche Erläuterung. Glücklicherweise gibt es in Museen noch einige interessante Paare zu entdecken - auch und vor allen Dingen solche, die den neuen Moden entsprachen.
In meinem heutigen Beitrag geht es um genau jene Schuhe, die in Modejournalen beworben werden.
Aber zunächst ein klärender Blick darauf, welche Ausführungen - neben den modischen - überhaupt an Frauenzimmerfüßen zu finden waren.
I put you head over heels: Ready for a journey into the second half of the 1790s to England, France, Berlin, Frankfurt and Weimar? 
Wow, that calls for good footwear!
Which leads us straight to today's topic:
shoes!
Usually they were hidden under long skirts, trains and frilly falbalas, and even in the journals they hardly get any detailed explanations. Luckily the museums host quite a lot of interresting pairs - especially of those, which followed fashions.
This post is exactly about those shoes, which were mentioned and advertised in the journals.
But first a more in depth look, which kind of shoes - next to the fashionable ones - existed for women.
 
1816, Die Hausthaltungskunde nach ihren neusten Ansichten (Quelle: googlebooks)

Transkription:
[...]Die weiblichen Schuhe unterscheiden sich von den männlichen immer durch eine etwas andere Form.
Nach der verschiedenen Art, wie die Sohle angenäht wird, bekommen sie verschiedene Nahmen und heißen entweder dreymahl genähte, oder Rahmenschuhe, oder umgewendte Schuhe. Die umgewendeten Schuhe werden am meisten getragen, ungeachtet Rahmenschuhe und dreymahl genähte den Fuß bey nasser Witterung mehr und besser vor Nässe sichern.
Die Frauenzimmerschuhe werden von weichem, schwarzen und verschiedenfarbigem Leder, von Saffian, Corduan, und auch verschiedenen seidenen und andern Zeugen gemacht.
Die ledernen Schuhe werden mit Leinwand oder feinem weißen Leder, und im Winter auch wohl mit feinem Flanell gefüttert, und unter Zeugschuhe wird weißes Schafleder oder Canefas (ein dichter baumwollener Zeug) genommen.
Die Form der Schuhe sowohl, als die Farben, hängen ebenfalls von der Mode ab, und verändern sich von Zeit zu Zeit. Dieß findet auch in Rücksicht der Verzierung statt. Man hat gestickte Schuhe getragen, und wird sie auch wieder tragen; man hat Bandschleifen, Bandrosen, Schnallen getragen, und schnürt sie jetzt mit Bändern über den Fuß. Auch dieß ändert sich vielleicht schon wieder, ehe mein Büchlein durchelesen ist.[...]
Translation:
[...] The female shoes are always distinguished from the male shoes by their slightly different shape. Following the different ways how the sole is sewn, they receive different names and are either called triple sewn, welted shoes or turn shoes. The turn shoes are the most popular, no matter that welted shoes and triple sewn protect the feet much better in rainy weather.
The women's shoes are made of black or coloured soft leather, from marrocaine, corduan leather, and also from silks and different fabrics.
The leather shoes are lined with linen or a white leather, and in winter also with fine flannel, fabric shoes are lined with white kid leather or canvas (made of tightly woven cotton).
The shape of the shoes as well as the colour depends on the current fashion, and fashion changes from time to time. Same applies for the use of decoration. Embroidered shoes have been worn, and will be worn again; bow ribbons, bow roses and buckles have been worn, and now they are laced with ribbons. Maybe this will change as well, even before my book is read.[...]

Bei den modischen Schuhen, die in den Journalen Erwähnung finden, handelt es sich in den meisten Fällen um wendegenähte Schuhe, eben jenes Schuhwerk, das schlechter Witterung wenig entgegenzusetzen hatte - Frauen und kalte Füße sind wohl ein ewiges Thema!
Dünnes Oberleder und Seide bieten bei Regen und Schnee wenig Schutz und auch bei den Gegebenheiten der damaligen Straßen konnte von Komfort oder einem Mangel an Abnutzung keine Rede sein. Hinzu kommt, dass auch die Sohlen der Schuhe von eher minderer Qualität waren und in Sachen Witterungsbeständigkeit keine guten Dienste leisteten.
The fashionable shoes, which are mentioned in the journals, usually were turn shoe constructions, exactly that kind of shoes, which were least helpful in bad weathers.
This upper leather or silks hardly stand rain or snow, or the challenges of 18th century cobbled roads, plus the particular sole leather for women's shoes was of minor quality and not robust in bad weathers.
1798, J.G.Krünitz, Oeconomische Encyklopädie, 68. Teil (Quelle: googlebooks)

Transkription:
[...]Nebst dem eigentlichen Sohl-Leder wird noch Halb-Sohlleder, oder Kaltgar-Leder bearbeitet, welches, wie das Oberleder, bis zur dritten Lohung, immer kalt behandelt, dann zu 2 Mahl in die Bottiche gelegt, und jede Haut mit Lohe gut bedeckt werden muß. Es dient vornehmlich zu Frauenzimmer-und Sommer-Schuh-Sohlen.[...]
Translation:
[...]Next to the common sole leather, half-leather and cold-refined leather is used, which,  like the upper leather is refined cold up to the third tanning, than added two times in the tub and covered well with the tan. This sole leather is used for female shoes or summer shoes.[...]

Die modischen Frauenzimmerschuhe waren für das raue Pflaster auf Dauer schlichtweg ungeeignet, besonders an regnerischen Tagen. Dazu konnten wir im letzten Jahr selbst einen Versuch auf dem Kopfsteinpflaster in Weimar ausführen, mehr dazu: hier!
Augenscheinlich erzählen in diesem Zusammenhang auch die Rechnungsbücher im Goethe- und Schiller - Archiv von der kurzen Halbwertzeit von Schuhwerk, wenn Christiane Vulpius in den Monaten April bis Juni des Jahres 1796 gleich drei Mal Rechnungen über Schuhe erhält.
In general the fashionable female's shoes are not the most robust. Last year we've been able to test this in the cobbled streets in Weimar, more about it: here
Maybe the account books of the Goethe-and Schiller-Archiv in Weimar reveal in this context how much of demand (and decay) shoes had, when Christiane Vulpius ordered three pairs within the months from April to June 1796.
 
In den Journalen wurden eifrig modische Wünsche im Bürgertum geweckt - in erster Reihe, das Journal des Luxus und der Moden in Weimar, das im Juni 1797 mit gleich zwei Modenberichten die neusten Schuhtrends zelebrierte. Der Beitrag vom 14.April 1797 aus Berlin und vom 12.Mai 1797 aus Frankfurt loben besonders folgende Modelle:
The journals eagerly awoke the desire of the city dwellers - first of all the Journal des Luxus und der Moden in Weimar, which in June 1797 has printed two mentions of new shoes in their issue. The report from the 14th April 1797 in Berlin and from 12th May 1797 from Frankfurt especially praise the following fashion in shoes:
1797, Juni, Journal des Luxus und der Moden, Modenbericht Frankfurt (Quelle: ThULB Jena)

Transkription:
[...]Sie trägt spitze Schuhe mit platten Absätzen, von gelbem englischen Leder.[...]
Translation:
[...]She wears pointy shoes with flat heels, made of yellow english leather.[...]

Das Gelb der Schuhe wurde in vielen Nuancen angeboten, zwischen einem blassen stroh- oder paillegelb bis zu einem kräftigen Zitronengelb. Das Leder war einfarbig oder mit schwarzer Farbe "bemahlt". Das Vorderblatt und die Sohle dazu äußerst spitz zugeschnitten und nur ein flacher Absatz aus ein oder zwei Lagen Sohlenleder.
Über den Schuhmacher kamen die bestellten Schuhe ins Haus. Gefertigt wurden sie nach individuellen Wünschen und ebenso speziell zugeschnittenen Leisten der Kunden, doch gab es auch Käufe direkt aus dem aktuellen Angebot, denn die weichen Obermaterialien schmiegten sich dem Fuß gut an und verzeihten auch eine weniger genaue Passform.
Etwas hat sich sicherlich nicht geändert: Damals wie heute ging der Schuhkauf, besonders jener von modischen Paaren, wahrscheinlich mit einem breiten Lächeln einher...
Sehen wir uns das doch mal genauer an! 
The yellow of the shoes ranged between a straw yellow and a lemon yellow, the leather was monochrome or painted with black ornaments.
The vamp and the matching sole are pointy and the flat heels are made from one or two layers of sole leather.
The shoes were made and sometimes delievered by the shoemaker. The footwear was build according to the customer's last, but there were also shoes and slippers off the shelves, because the soft uppers were very forgiving when it comes to sizes.
Back then as well as today, buying shoes probably brought a bit of joy and fancy...
let's take a closer look at that!

Nicht nur dem Konsumgut selbst wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt, sondern auch die Verpackung wurde sorgfältig ausgewählt. 
Meine modischen Schuhpaare werden in handgefertigten Schuhschatullen aufbewahrt, die außen mit Kleisterpapier bezogen und innen mit Marmorpapier ausgeschlagen sind.
Not only the good itself received a lot of attention, but also the packaging was important.
My own fancy fashion shoes are kept in handmade boxes, the outside covered with paste paper, the inside with luxerious marbled paper.
 
Bereit für das Lüften der Schuhschachteldeckel?!
 Ready to lift the lid of the shoe box?!

Wenden wir uns zuerst dem Paar zitronengelber Schuhe aus englischem Leder zu, wie sie im Journal des Luxus und der Moden im Juni 1797 beschrieben wurden.
Let's take a closer look at the lemon slippers from english leather first, these are made following the description in the June 1797 issue of the Journal des Luxus und der Moden.
 Zunächst wird das Schuhblatt gefertigt, in diesem Fall diente mir ein zugegebenermaßen nicht sehr ansehnlicher und abgetragener Ledermantel aus den 1970er Jahren als Ausgangsmaterial.
Das Leder wird entfettet und dann mit entsprechender Farbe bemalt, ehe die Teile zugeschnitten und vernäht werden. Wie bei den Originalen dient Ripsband dazu die Nähte zu verdecken.
Entsprechend der Erwähnung im Eingangstext, wird der Schuh mit Leinen ausgekleidet.
Im Gegensatz zu Originalschuhen aus dem 18.Jahrhundert verwende ich kein echtes Sohlenleder, sondern Material aus Kunststoff aus dem deutschen Fachhandel.
Auch wenn dieses Material optisch und haptisch nahe am Sohlenleder ist, empfiehlt es sich nicht, es zu vernähen. Meine Wahl fällt hier ausnahmsweise auf eine Technik des 21.Jahrhunderts: Kleben.
First the shoe's upper is made, in this case I've used an old worn and torn and quite shabby coat from the 1970s.
I've started with degreasing the leather, and then painted it with leather paint, before the pieces are cut and sewn. The seams are covered with ribbon like it is seen on extant shoes.
Like it is mentioned in the excerpt in the beginning of this post, the shoe is lined with linen.
In contrary to original shoes I do not use sole leather, but a modern leather substitue from german  production.
While the optic and haptic of the material is pretty close to leather, it's not meant to be sewn. This means I have to chose a 21st century method to build the shoe: glue.
Die Sohle wird am Leisten festgenagelt, dann wird zunächst das Futter mit der Sohle verklebt.
Zuletzt wird das Obermaterial verklebt, wobei Präzision sehr entscheidend ist, gerade an der Spitze des Schuhs.
Für die gelben Schuhe wurde aus dem Sohlenmaterial auch noch doppellagig ein Absatz gefertigt, ehe Schuh, Absatz und Laufsohle schließlich verbunden werden.
Eine Einlegesohle aus Leinen und eine neckische Verzierung vollenden die Fertigung.
The sole is nailed to the last, then the linen is glued to the sole.
After drying the leather is glued to the sole with utmost precision, especially at the pointy front.
The heel then is made by cutting out two layers of the sole material, before the shoe upers, heel and sole are attached.
Decoration and a linen insole finish the process.

Ein neues Paar Schuhe! Wie lang es wohl hält?
Die Verzierung besteht aus zwei Seidenpompons aus einer Fertigung zu Beginn des 20.Jahrhunderts.
A new pair of shoes! How long will it "walk"?
The decoration is made of vintage silk pompons.

Die Schuhe sind auf gleichem Leisten gefertigt, was bei modischen Schuhen der üblichen Vorgehensweise entsprach. Mehr zu dem Leisten, findet sich: hier!
The shoes are constructed on single last, which was the usual method for fashionable shoes. More about the last: here!


Die kennzeichend spitze Form der Schuhmode um 1797.
The typical pointy front from 1797 shoes.
 
Der "platte" Absatz, ebenfalls ein Kennzeichen der modischen Schuhe in der zweiten Hälfte der 1790er Jahre.
The flat heel is also a characteristic of fashionable shoes of the second half of the 1790s.

 
Detail des Futters aus Leinen. Das Futter wird - den Originalen folgend - mit Leim eingeklebt, dadurch erhält das Schuhblatt etwas mehr Steifigkeit. Lediglich bei Seide wird zunächst Wachs verwendet.
Detail of the lining. The lining is - according to first hand articles - attached with glue, which gives the uppers a bit of stiffness. If the uppers are made of silk wax is used.
Ein Blick auf die Sohle. Der Absatz wird nicht unter die Laufsohle geklebt, sondern er wird zwischen Laufsohle und Schuh angebracht, sodass die Laufsohle glatt ist.
The sole. The heel is attached between the sole and the uppers.
 
Aber mitnichten war es so, dass alle Damen im Juni 1797 plötzlich vorhergehende Schuhmoden vergessen haben, wie auch heutzutage existieren verschiedene Vorlieben nebeneinander her.
Es geht - heute wie damals - um Geschmack aber auch um Bequemlichkeit und vor allem Gewohnheit.
So werden in Texten kurz nach 1800 auch hier und da noch Schuhe mit höheren Absätzen erwähnt.
Trotz oder vielleicht gerade wegen der kurzen Verweildauer der Schuhe an den Füßen der Frauenzimmer, wurden auch Schuhe bestellt, die nicht nach der neusten Mode gefertigt wurden.
Of course not all woman adapted every new fashion or the particular style in June 1797, as it is today a lot of styles co-existed at the same time.
Back then and today taste, comfort and habit have influenced the purchases.
There are sources, which still mention higher heels even after 1800. 
Although or even because of the fact that the shoes merely last a few weeks or months, there were still women, who have chosen footwear, which does not follow the latest fashion.
 
Das zweite Paar ist lose an folgendes französisches Schuhwerk angelehnt: 
The second pair of shoes is losely based on this french style:
1785-1795, Low italian heels pointed toe slippers, leather & silk, France (Quelle: Shoe Icons)


Ja, ein bisschen altmodisch für das Jahr 1797, aber irgendwie doch auch tres chic, n'est pas?
Das Vorderblatt und der Hölzerrand am Absatz bestehen aus Leder, die Quartiere aus einem Seidengemisch.
Die Falbalas und die Ripsbänder wurden handgefärbt mit Stofffarben.
Oh yes, maybe a tad old fashioned for the year 1797, but also tres chic, n'est pas?
The vamp and the cover of the heels are made of leather, the quarters are a sturdy silk mix.
The falbalas and ribbons are dyed with fabric paint.
 
Die Einlegesohlen sind aus altem Leinen. Überhaupt wurden - bis auf die Sohlen - ausschließlich Materialien aus Altbestand verwendet.
The insoles are made of antique linen. Actually the whole shoes - sans the soles - are entirely made of antique/vintage materials.

Die Absätze sind recht breit und damit auch sehr bequem.
The heels are wide and very comfy to walk on.



Bei der Fertigung von diesem Exemplar bin ich genau so verfahren wie bei dem vorhergehenden Paar, auch wurden sie auf dem selben Leisten gefertigt. Lediglich die Quartiere sind hier nicht mit Leinen, sondern mit weißem Handschuhleder gefüttert.
The shoes were made in the same workflow as the yellow ones, this means they were build on the same last. Only the quarters are not lined with linen, but with white glove leather.

 Auch hier ist der Absatz zwischen Schuh und Laufsohle angebracht.
The heels are sandwiched between the sole and the uppers.

 Die gleiche spitze Form wie bei den Frankfurter Schuhen aus gelben englischem Leder.
The same pointy front as the yellow Franfurter Schuhe. 




Und nun an die Füße damit!
And finally put them on the feet!


 Passt!
Fits!
 
Lieblingsschuhe!
Favourite shoes!
 
Und in diesem Augenblick kann man schon mal wehmütig an vergangene (und längst vergessene) Moden denken. Diese Nostalgie führt schließlich dazu, dass die 1797er französischen Schuhe noch eine kleine Reminiszenz an das Jahr 1789 erhalten...
And then came the moment when wistfulness strikes to bygone (and long forgotten) fashions. This nostalgia eventually led that the 1797 french shoes received a reminiscence to the year 1789...

1789, Februar, Journal des Luxus und der Moden, Modenbericht (Quelle: ThULB Jena)


Transkription:
[...]Die Falbalas-Chifres sind eine neue Mode-Decoration der Damen-Schuhe, und eigentlich eine Spielerey. Es sind nehmlich aus dünnen Goldblech ausgeschnittene Mottos, wie man z.B. vor einiger Zeit auch auf Armbändern trug, die man auf die beyden Bandfalbalas der Schuhe aufnäht, und meist sehr wenig Witz aufhalten;
z.B. Vous etes aimable - je suis redevable, oder Allons, allons - sur nos talons![...]
Translation:
[...]The falbalas-chifres are a new fashion decoration for female shoes, and actually a baublery. It's a motto cut out of thin goldfoil, like it was worn before on bracelets, these are sewn onto the shoe's falbalas, and actually they have very little sense of humour:
e.g.Vous etes aimable - je suis redevable, or Allons, allons - sur nos talons![...]

Wie diese längst vergessenen Mottos aus dünnem Goldblech genau ausgesehen haben mögen, entzieht sich derzeit leider meiner Kenntnis. Trotz Recherche konnte ich dieser kecken Dekoration nicht auf die Schliche kommen, daher wählte ich die Form nach eigenem Gutdünken (immer noch in der Hoffnung, ein Originalexemplar zu entdecken), bis dahin sehen sie an meinen Schuhen folgendermaßen aus:
Unfortunately I do not know how the long forgotten motto made of thin goldfoil looked like, yet.
Despite research I could not find any of these tiny decorations, and ended working it after my own imagination until I know better by finding an extant piece. 
Here's my guess:
 

Funkelt das nicht toll? Man kann durchaus verstehen, warum diese kleine "Modethorheit" die Schuhe und damit die Damenherzen eroberte...
Doesn't it twinkle amazingly? It's very relateable why women favoured these little shiny decorations and put them on teir shoes...


Und nun mache ich mich selbst auf die Absätze und zurück in die Werkstatt, denn es warten noch einige Schuhmoden darauf wieder entdeckt zu werden!
Der folgende Kreis hat durchaus das Potential noch ein wenig größer zu werden...meine Leser dürfen gespannt sein!
And now I better get up on my heels and back into the atelier, because there are still plenty of shoe fashions, which I love to discover and share!
The following shoe circle has the potential to grow bigger...stay curious! 
 
Allons, allons - sur nos talons!
 

Kommentare:

  1. Was für unglaublich schöne und gut recherchierte Schuhe! Und auch wieder die Trouvaille, der Angabe, welche Arten von Schuhen wann getragen wurden!

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    1. Herzlichen Dank! Ich hoffe, wir können die Schuhen bald mal einem Praxistest unterziehen, da gibt es noch so viel Spannendes zu entdecken und zu berichten!

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  2. Einfach unfassbar was Du alles zu stande bringst. Traumhaft schön.

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    1. Dankeschön! Ich freue mich, dass sie Dir gefallen...und ich kann schon verraten: das ist nicht das letzte Paar ;)

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  3. Liebe Sabine, wieder einmal hast Du Dich selbst übertroffen, toll, toll, toll! Schuhe machen kann offensichtlich (ebenso wie alle Arten von Basteln, Werkeln,Ausprobieren) ziemlich süchtig machen... Falls Du wirklich Gefahr läufst, daß Dein 2020er Schuhschrank schlechter bestückt ist als der 1790er könnte ich dir das ein oder andere Schnittmuster empfehlen ;-) Deine Modelle sind alle so unglaublich schick und vielfältig, wie gern würd ich da vor Ort bewundern und mitwerkeln. früher oder später werd ich das auf jeden Fall auch in Angriff nehmen, es macht wirklich unglaublich Spaß.hab ich erwähnt, daß gelbe Schühchen ganz oben auf meiner Wunschliste stehen?Neben kirschroten, türkisblauen....und erst die Dekorationen. Hach.Schuhtechnisch sind die 1790er schon ganz großes Kino, da hab ich mich schon verliebt, bevor ich mir die restliche Kleidung überhaupt genauer angeschaut habe. Dir danke ich an dieser Stelle von Herzen für das Teilen deines Werke(n)s und den Genuß, die Schmuckstücke bewundern zu dürfen.

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    1. Vielen lieben Dank für die überschwänglichen Worte *freusel*
      Schuhmachen ist wirklich unglaublich spannend und nach jedem Paar weiß ich, dass in Sachen "Lernen" durchaus noch einiges an Luft nach oben ist, also wird wohl noch das ein oder andere Paar folgen ;)
      Aber zunächst muß noch ein weiterer Leisten her!
      Langweilig wird's hier nur selten (und Lesestoff sorgt für immer neue Inspirationen!), aber das kennst Du ja selbst!

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  4. Wieder einmal spannende Recherchen, die Du getätigt hast und eine unglaubliche Umsetzung bei den Schusterarbeiten. Vielen Dank für Deinen fesselnden Bericht, der am Schluss noch mit einer zusätzlichen Überraschung aufwartet (wer hätte gedacht, dass man Mottos an den Schuhen trug - das ist doch zu kurios!).
    Ganz herzliche Grüße!

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    1. Ohhhhhh, Dankeschön :)
      Beim ersten Lesen der Textstelle über die Mottos war ich auch gleich hingerissen, das sind die kleinen verrückten Dinge, welche die Vergangenheit noch lebendiger machen!

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  5. Once again, dear friend, you have surpassed yourself in another beautiful creation and superb research. I do admire you dedication and the joy your share with us all. Thank you. Danke!

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    1. Thank you for your kind words, Angela! I'm very happy to be able to work again and this new craft offers a lot of new and interesting insight (which means, more shoes will come)...thank you for your support :)

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  6. Liebe Sabine,

    Drausend findet Mann leichte Regen und dunkelgrau Wolken, drinnen finde ich Nutmeg Katze und Visionen von gelben und rose Schuehe. Ich mag den Regen, aber ich liebe die Schuehe!

    Your Lieblingsschuehe are mine also...very chic with their fabric and leather combination, their color combination. Are those wood heels too? They're just large enough to feel stable, I would think. Less wobbly than some of the earlier, 1780s heels.

    I can easily see them being worn later in the 1790s by slightly older women, especially. I'd wonder if havi g a bit of heel would keep the cold away from the feet besides adding a bit of welcome height.

    It appears as though you have added a tiny fireplace into your new room. It's handsome and the satyr or Green Man carvings are such fun.

    Hugs from the other side of the pond. My niece has moved back to Wien and I wish we could go with her!

    Natalie

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    1. Thank you very much, Natalie! It's always a treat to hear from you!
      The variety of shoe styles in the 1790s is really fascinating and probably will keep me entertained for a while ;) I'm currently working on another last for slightly rounder shoe vamps and for boots. I still need to improve on shaping the heels, currently I have to use way too much wood filler to get the form, but I'm fairly novice and I know that apprenticeship took long years, so I'm confident I'm gradually gaining more insight with each piece.
      Good thing, that Autumn is just around the corner, the right season to hide in the workshop..lol...
      Ich sende liebe Grüße über den großen Teich!

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  7. Das Fertigen von Schuhen ist nun wirklich die höchste Kunst in diesem Hobby, machen sie doch das Bild von der Vergangenheit erst komplett!
    Das du es nun mit solcher Hingabe und Talent schaffst mich immer wieder sprachlos zu machen ist so unglaublich! Zumal ich es doch schon geahnt habe, dass es nur ein Meisterwerk werden konnte!
    Danke dir vorallem für diese ausführliche Beschreibung, die nichtminder genau so viel Arbeit gemacht haben dürfte!
    Liebe Grüße
    Kerstin

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    1. Vielen lieben Dank, Kerstin! Es ist wirklich unglaublich spannend, was diese eigentlich für heutige Gewohnheiten eher unkomfortablen Schuhe alles erzählen können. Die Recherchearbeit ist dabei immer genauso spannend, wie das handwerkliche Herantasten...und das nächste spannende Paar ist schon wieder in der Planung :)

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