Mittwoch, 8. Oktober 2014

1814 Costume de Bal ornée de roses artificielles

Von meiner zurückliegenden Reise nach Weimar und in das Bertuchhaus am Baumgarten bin ich nicht mit leeren Taschen heimgekehrt. 
In meinem Gedankenköfferchen befindet sich zum einen die Faszination für die herrlichen bertuchschen Kunstblumen, zum anderen die Gewissheit, dass Kleider wieder und wieder nach Geschmack und neuster Mode geändert wurden, solange das Material noch brauchbar war.
Noch während ich meine Garderobe nach meiner Rückkehr wieder ordentlich verstaute, fiel mir ein Kleid in die Hände (ganz weit hinten im Schrank), das meinem Geschmack zum wiederholten Mal nicht mehr entsprach:
Diese wurden zunächst gepflückt, bevor die Girlanden abgetrennt und das Kleid gewaschen wurde, ehe es zum dritten Mal auf dem Nähtisch landete.
I did not return with empty pockets from my most recent journey to Weimar and into the Bertuch House at Baumgarten. My mental suitcase was packed with the fascination for the artificial flowers from the Bertuch manufactory and the insight that dresses have been altered again and again to match taste and latest fashion, as long as the material would allow it.
While I stashed my wardrobe upon my return, my attention was caught by a certain dress (in the far back of the closet), which did not meet my taste...again:
These were plucked, before I also ripped off the festoon and then cleaned the dress, which finally ended on my sewing table for a third time.

In der zweiten Dekade des 19.Jahrhunderts finden sich viele Modekupfer mit blumigen Verzierungen am Saum und am Oberteil.
There are many examples of artificial flowers on the hems and bodices in the second decade of the 19th century.
1811, Ball Dress, La Belle Assemblée (Quelle/source: SceneInthePast)

1813, Robe des Crepe, ornée de Fleurs artificielles, Costume Parisien
(Quelle/source: SceneInthePast)

 1814, Costume de Bal, Costume Parisien
(Quelle/source: SceneInthePast)

Die Röcke waren stets recht kurz, was beim Tanz von Vorteil ist, aber auch den Saum vor Schmutz schützt.
Im Gegensatz zum Saum wurde das Oberteil eher verhalten mit Blumen geschmückt, denn so war eine Reinigung einfacher.
The skirts were rather short, which was not only an advanatge when it comes to dancing, but also kept away the dirt from the hems.
In comparison to the hems the bodices were less adorned with flowers, because that made the cleaning easier.

Dank meiner lieben Freundin Maggie entdeckte ich bei etsy eine gute Papierblumenhandlung, wo Kunstblumen aus weichem, handgeschöpften Papier hergestellt werden.
Eine Bestellung erfolgte sogleich...und die Blumen sind einfach umwerfend! 
Ein rosa Traum!
Thanks to my dear ingenious friend Maggie I discovered a lovely paper flower shop on etsy, that offers artificil flowers made of soft, hand-made paper.
I ordered immediately...and the flowers are stunning! A blush pink dream!


Aber nicht nur die Gänseblümchen wurden ausgetauscht, sondern auch die ursprüngliche Girlande hatte ausgedient und wurde durch eine neue Verzierung ersetzt.
Dabei handelt es sich um einen handgenähten schmalen Schlauch aus feinstem Baumwollbatist, der gebügelt und mit Vorstichen gerafft wird. Daraus wurden kleine 'Blumenkörbchen geformt.
But not only the daisies have been plucked, also the festoon was replaced by a new decoration.
A handsewn small pipe of finest cotton batiste, flat ironed and ruffled with running stitch. Then I formed some kind of 'flower baskets'.

Diese Blumenkörbchen wurden auch am Ärmel aufgesetzt.
These flower baskets were also added to the sleeves.

Das Kleid erhielt ein völlig neues Aussehen...nach der neusten Mode!
Und das mit verblüffend einfachen Mittel.
The dress got a completely new look...according to the latest fashion!
And by surprisingly easy  means.

Der Kragen mit ganz kleinen Rosen...
The collar with tiny roses...

...und einem Bouquet vorn.
...and a bouquet in front.

Der Saum. Jedes Blumenkörbchen erhielt eine große und zwei kleinere Rosen.
Am Schwung der Bögen kamen ebenfalls die kleinsten Rosen zum Einsatz.
The hem. Each flower basket was filled with one big and two smaller roses.
The peak of the scallops was ebellished with the tiny roses.

Das Blumenkörbchen von außen...
The flower basket from the outside...

...und innen.
...and the inside.

Zu dem Ensemble trage ich einen großen Schal aus Satin mit Fransen, Ballhandschuhe aus rosa Leder, Ballschuhe und einen Haarkranz aus Papierrosen.
(Darunter eine Chemise, einen Bernhardtschen Schnürleib und einen Unterrock, sowie lange weiße Strümpfe)
I'm wearing a huge satin shawl with fringe, evening gloves of rose leather, ball slippers and a rose tiara with the dress.
(Underneath a chemise, Bernhardt's stays and a petticoat, as well as long white stockings)


Der Haarkranz besteht aus elf kleinen und drei großen Rosen auf einem Metallband.
The tiara is made of eleven small and three big roses attached on a metall band.


Ich bin gespannt, ob das Kleid noch weitere Modetorheiten erleben wird, aber ich denke eher nicht, denn ich bin rundum zufrieden mit dem Ergebnis...und außerdem sind noch einige andere Stücke in meinem Schrank, die sich besser zu einer Umwandlung eignen!
I'm curious, whether this dress will have to endure more alterations due to new fashions, but it might not, as I'm very happy with the result...besides there are other garments in my wardrobe, which are in for a change!

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Morgenüberrock August 1802, Journal des Luxus und der Moden

Bereits vor einiger Zeit habe ich in einer Auktion einen Fund getan, der sich auf den zweiten Blick als besondere Überraschung erwies.
Ein Modekupfer aus dem Journal des Luxus und der Moden vom August 1802.
Und eben dieses Modeblatt ist selbst im Verzeichnis der thulb Jena nicht digitalisiert, allerdings ist der Text zu dem Kupfer hinterlegt. Er lautet wie folgt:
A while ago I've made an exciting purchase in an auction, which proofed to be even more thrilling on a closer examination.
A fashion plate from the Journal des Luxus un der Moden of August 1802.
And exactly this fashion plate isn't digitalized in the vast collection of the thulb Jena, but their copy provides us with the accompanying text. It reads as follows:

"...Die zweite Mustertafel (Taf.22) zeigt Ihnen eine Dame im Morgenanzug im Garten oder in der Badeallee. Sie trägt einen Oberrock von schwarzem Casimir mit runden wulstigen Samtkragen von gleicher Farbe. Dieser Kragen läuft vorn zu. Der Oberrock ist über der Brust mit vier kleinen schwarzen Knöpfchen zugeknöpft. Lange enge Ermel. Die Brust deckt ein feines Hemdchen (Chemisette) mit schöner weißer Stickerei. Hinten angesetzte Caracobuffen. Lange Schleppe. Dazu ein Negligeehäubchen von weißem Atlas, mit einem Filetnetz von Goldfaden überzogen. Rings herum läuft eine 3 Fingerbreite Goldspitze. Der linke Backen zieht sich tiefer in das Gesicht hinein, als der rechte. Rechts sitzt ein Büschel weißer schwankender Rohrkolben mit vergoldeten Spitzen. - Schuhe von rothem englischen Atlasleder..." 
"...The second plate (No.22) shows a lady in a morning dress for the garden or the walk to the public bath house. She’s wearing a spencer of black cashmere with a round, bulging collar made of velvet of the very same colour. The collar is running smaller to the front. The spencer is closed with four tiny black buttons on front. Long, very narrow sleeves. Underneath a fine chemisette with white embroidery. A peplum in the back.
Long train. A negligee cap is worn with this ensemble, it’s made of white satin, decorated with a filet net of gold. A piece of gold lace is running all around as brim. The left cheek is covered more than the right. On the right is a bunch of white ears/cattail dipped in gold. -Shoes of red English leather...." (source: http://zs.thulb.uni-jena.de/receive/jportal_jparticle_00093892)

Ja, es handelt sich um ein schwarzes Morgenkleid und der Kupfer ist wirklich unglaublich elegant und wunderschön:
Yes, it's no typo it is a black morning dress, not mourning dress, and it's also utterly elegant and beautiful:

Noch bevor ich den Kupfer in den Händen hielt und tatsächlich aus der Nähe betrachten konnte, stand fest, dass ich dieses Morgenkleid unbedingt nacharbeiten mußte.
Even before the plate arrived and I was able to examine it closely, I knew that I had to re-create the morning dress.

Statt der im Text beschriebenen Cashmerewolle, wählte ich einen schwarzen gechintzten Baumwollstoff, der schon seit einiger Zeit in meinem Stoffschrank der Vergessenheit entgegenblickte.
Hinzukam schwarzer Baumwollsamt, grüner Satin für das Futter des Spencers, echtes Metallgoldband für die Haube, sowie Goldspitze aus altem Bestand.
Instead of the mentioned cashmere wool I decided on chintzed black cotton, which was in my fabric stash sadly facing a feeling of oblivion.
I added black cotton velvet, green satin for the lining of the spencer, real metall gold ribbon and old gold lace from vintage stock.

Um die 'Last' des runden Samtkragens zu tragen habe ich die vordere Kante des Spenzers von innen mit festem Leinen pikiert.
Die Ränder wurden hernach eingeschlagen und mit dem Oberstoff vernäht, dessen Kanten ebenfalls bereits umgebügelt waren.
To bear the weight of the velvet collar, I reinforced the edge of the spencer's bodice with sturdy linen.
The edges were later folded and sewn to the outer fabric, which edges were also prepared and folded to the inside with ironing.

Das pikierte Stück...
The prepared front...
...und mit den eingeschlagenen Kanten.
...and with the folded edges.

Bei den schmalen Ärmel habe ich mich erstmals dazu entschieden, alle vier Teile (Oberstoff und Futter) gleichzeitig zu vernähen. Dazu mußten die Saumzugaben zunächst umgebügelt und die Stücke dann vorsichtig links auf links zusammengelegt werden, ehe sie mit einem Stich durch alle vier Schichten zusammengenäht wurden.
For the first time I decided to sew all four pieces (outer fabric and lining) together at the same time. I turned and ironed the seamallowance under and then carefully matched the pieces (facing left sides), before they were stitched together.

Den Schnitt entwickelte ich aus meinen schon bestehenden frühen Spencern, wobei lediglich die Kragenlinie neu gestaltet werden mußte.
Bei dem Rockteil orientierte ich mich ein wenig an dem Reitkleid aus Janet Arnolds "Patterns of Fashion".
The pattern was taken from my other early spencers, I only needed to slightly alter the collar line.
The skirt was loosely based on the riding habit ensemble from Janet Arnold's book "Patterns of Fashion".

Der schwarze Samtkragen (der im Bild ein wenig aufgeklappt wirkt) erfüllt die Beschreibung 'rund und wulstig' aus dem Journal des Luxus und der Moden, denn getragen legt er sich wunderbar um die Brustpartie.
Hinten erkennt man die kleine Caracobuffen oder Schößchen.
The black velvet collar (which looks a bit odd in the picture above) fully meets the description of 'round and bulging' of the Journal des Luxus und der Moden, as it beautifully molds around the bust while being worn.
In the back is the peplum or caraco puffs.
Die vier kleinen Knöpfe vorn.
The four small buttons on the front.

Detail des 'langen engen Ermel'
Detail of the long, very narrow sleeve

 Blick auf das Futter.
The lining.

Das schwarze Kleid mit der sehr knappen Front, den knöpfbaren Trägern und dem schmalen Gürtel samt Goldschließe
The black dress with a very short front, butoned sholder straps and a narrow belt with a gold clasp.
Lediglich auf der rechten Seite lässt sich das Kleid aufknöpfen. Es wird mit zwei Knöpfchen geschlossen.
Only the right side of the dress is buttoned. It's closed with two black buttons.

Ein kleines Kissen wurde im Rücken eingenäht. Auf dem Bild erkennt man, dass bei dem Futter vorn die Nahtkante gebraucht wurde, sodass der Stoff nicht aufribbeln kann.
A small pad was added in the back. The picture shows that the lining in front is cut on the selvedge, hence the fabric won't fray.
Die Rückansicht des Kleides, dessen Rock aus fünf Bahnen besteht.
The back view of the dress, which skirt is made of five pieces.

Das Ensemble selbst ist rasch am Nähtisch entstanden, dann aber ging es an die wahre Herausforderung: die Goldhaube.
Von Anfang an ein Trauerspiel, das mich schließlich nach unzähligen Versuchen dazu brachte, die Haube völlig anders zu enwickeln.
Ich nahm das bereits vernähte Goldnetz und drapierte es über eine kleine schwarze Haube, darüber kam schwarzer Seidenchiffon in der Tradition eines Turban. Ein Stück der Goldspitze wurde eingearbeitet und zuletzte die goldenen Ähren hinzugefügt. Auch wenn es nicht ganz so spektakülar wie die Haube im Kupfer geworden ist, so ist die Haube dennoch ein Hingucker geworden.
The ensemble itself came together quickly at the sewing table, and then I had to face the true challenge:
the gold cap.
It was a drama from the very beginning, and ended - after several dissapointing attempts - in a different kind of cap.
I took the already stitched filet net and draped it over a black cap, on top I added a layer of sheer silk chiffon, trying to aim at the turban style. Last I added a piece of gold lace and the golden wheat ears.
Even though it's not as spectacular as the gold cap in the fashion plate, it turned out that the little cap is nonetheless eyecandy.
Detail der Morgenhaube
detail of the morning cap

Von vorn...
The front...
...und von hinten.
...and the back.

Die vergoldeten Ähren.
The gilded ears.

Zu dem Kleid trage ich eine leichte Chemise, lange Strümpfe, den Utrecht Schnürleib (denn für die Morgengarderobe wurde er ursprünglich konzipiert), einen Unterrock, eine langärmelige Chemisette
I wear a chemise with that dress, the Utrecht stays (because that was the purpose they'd originally be designed for: morning wear), a petticoat and a long sleeved chemisette

Rasch noch den Spencer überziehen und zuknöpfen und dann kann es auch schon auf den Weg durch die Badeallee gehen. In diesem Fall wählte ich als Ziel einen Weg durch den heimischen Wald entlang einer Kapelle und einigen Heiligenhäuschen hin zum Mendener Augenbrunnen.
Quickly put on the spencer and button it, before I leave to take a walk to the public Bath House.
Or in this case, I decided to walk along a lovely path through the local woods along a chaple and some saint's memorials to the Mendener eye's fountain.

Meine Garderobe wird vervollständigt durch ein Paar grüne Lederhandschuhe und einen kleinen Beutel. Dort oben auf dem Berg erahnt man schon die Kapelle.
I've added a pair of green leather gloves and a bag to my ensemble. Up on the hill the chapel already foreshadows through the trees.
Eines der alten Heiligenhäuschen auf dem Weg. Ein wenig hat der Herbst schon begonnen, aber glücklicherweise scheint die Sonne.
One of the old saint's memorials along the way. The autumn's already in the crisp air, but luckily the sun's shining.

Auf diesem Bild erkannt man, wo das Kleid aufgeknöpft wird, der durchblickende Unterrockt verrät's ;)
In this photo the opening of the skirt is revealed with the white petticoat peeking through ;)
Ein weiteres Häuschen.
Another memorial.
 Und in der Ferne lockt schon das Häuschen, neben dem sich der Brunnen befindet.
And  from afar the memorial, which is close to the fountain.

Die Quelle lässt sich zurückdatieren auf das Jahr 1684. Man behauptet, das Wasser sei heilsam für die Augen und es verbessere die Sehkraft, wenn man die Augen damit ausspült.
The fountain is dated back to the year 1684. It is said that the water's supporting the eye-sight and it's recommended to rinse the eyes with the cold fresh water.

Ob man nun an die Heilkräft der Quelle glaubt oder nicht, es ist ein wunderschöner Spaziergang und mit einem Morgenkleid von 1802 ist man auch für derartige morgendliche Ausflüge bestens gekleidet.
No matter whether you believe in the healing power of the water or not, it's a beautiful path to take a stroll and with a 1802 morning dress you're also properly dressed.


Samstag, 27. September 2014

Römische Bonbonnieren und Zuckerpastillen

Zu unserer zurückliegenden Reise nach Weimar und in die Vergangenheit gehörte es auch, damalige Gepflogenheiten aufzugreifen und die Mitglieder unserer illustren Reisegesellschaft vor Ort mit kleinen Gaben der Wertschätzung zu begrüßen.
Bei unserer ersten Reise warteten bei der Ankunft Briefe auf unsere Freunde, in diesem Jahr war es eine süße Überraschungen der besonderen Art:
Römische Bonbonnieren mit Zuckerpastillen.
Bereits im vergangenen Jahr hatten meine liebe Freundin Kerstin und ich die fein gefalteten Schachteln mit süßem Inhalt im Ausstellungungskatalog "Kultur des Sinnlichen" bewundert, und rasch war der Entschluß gefasst - und wurde in aller Heimlichkeit in die Tat umgesetzt.
Während Kerstin den kulinarischen Teil übernahm und sich in die Konditorenkunst Francois LeGoullons vertiefte, kümmerte ich mich um die Herstellung der Bonbonnieren.
Meine Suche führte mich zunächst zum naheliegenden, dem vielzitierten Journal des Luxus und der Moden.
Glücklicherweise hat uns der Mundkoch des Hofes dort in den Intelligenzblättern der Jahre 1791 (Januar und Dezember) und 1795 (November) seine Anzeigen hinterlassen.
Our past journey to Weimar and back into the Romanticism also included to cultivate the period manners, which means to welcome the members of our group with little gifts of appreciation upon their arrival.
In the previous year we've sent out letters to greet our friends and acquaintances, this year it was a sweet welcome:
Roman sweetboxes and sugar pastilles.
Back in 2013 during our visit to Weimar, my dear friend Kerstin and I already had the chance to admire the beautifully folded boxes and their sugar cameos in the catalogue "Kultur des Sinnlichen", which inspired us to consider these as a welcome gift. A plan, that was realized in secrecy.
While Kerstin focused on the culinary part and delved into the secrets of the conefctioner LeGoullon, I prepared the paper boxes, the bonbonnieres.
My search led me to the amazing Journal des Luxus und der Moden.
 Luckily LeGoullon has left his traces and valuable hints in period adverts from 1791 (January and December) and 1795 (November)

1795, Jahrgang 10, November, Journal des Luxus und der Moden
Intelligenzblatt (Quelle/source: thulb Uni Jena)

Transkription des Textes:
… Meine Bonbonnières à la Romaine, oder römische Bonbonnieren haben das Glück gehabt allgemein zu gefallen. Dieß hat mich aufgemuntert, sowohl an ihrer inneren Vollkommenheit als auch an ihrer äußeren Verschönerung immer fortzuarbeiten; und ich darf mir schmeicheln, dass sie in beyderlei Rücksicht sehr gewonnen haben. Auch die schönen Gegenstände der Abdrücke auf den Pastillen haben sich bey mir vermehrt; denn ich habe wiederum eine Anzahl neuer Glaspasten von antiken Gemmen aus Italien erhalten; und ich wage es daher mit Zuversicht meine Römischen Bonbonnieren allen hohen Herrschaften, und Liebhabern einer schön garnirten Tafel, zum Gebrauch für das Dessert, zu empfehlen.
Um eine Tafel reicher damit besetzen, und auch mit den Farben und äußeren Dekorationen der Boeten (= Schachteln, aus dem frz. boite abgeleitet) abwechseln zu können, habe ich einfache und doppelte Boeten gemacht. Die einfache Boete enthält 70 Stück Pastillen mit 70 verschiedenen Gegenständen; die doppelte Boete enthält dieselben 70 Gegenstände, allein immer gedoppelt, also 140 Pastillen. In Anlehnung des Geschmacks sind sie vermischt, und jede Boete enthält folgende 8 Sorten, nemlich 1) Pastilles à la Bergamotte, 2) P. au fraise, 3) P. à la rose, 4) P. à la violette, 5) P. à fleur d’orange, 6) P. à la canelle, 7) P. au Caffé, 8) P.au Choccolat.
Der Preis für 1 Stück einfacher Boete ist 12 gr. oder das Dutzend 6 Rthlr., von 1 Stück doppelter Boete 1 thlr oder das Dutzend 12 Rthlr. Sächs.cour.
Damit man die leeren Boeten wieder füllen könne, verkaufe ich auch die Pastiles à la Romaine, in obgedachter Mischung, pfundweise, das Pfund zu drittehalb Rthlr…
Translation of the text:
…My Bonbonnières à la Romaine, or roman sweet boxes have been well received at large. This has encouraged me to improve their inner and outer appearance and taste; and I may add that I did so successfully in every regard. I’ve also expanded my collection of prints for the pastilles;as I’ve purchased an amount of new antique cameo molds from Italy; and therefore I’d like to offer my roman sweet boxes to all Ladies and Gentlemen of authortity and nobility, as well I’d like to recommend them to admirers of decently laid tables, for dessert.
To decorate a table in an elegant manner, and to provide more variety in colour as well as the aesthetics of the boxes, I introduce single and double sweet boxes. The single box contains 70 pastilles with 70 different prints; the double box contains the same 70 prints, but doubled in number, hence 140 pastilles. To meet a variety of taste each box holds 8 different flavours, they are 1) Pastilles à la Bergamotte, 2) P. au fraise, 3) P. à la rose, 4) P. à la violette, 5) P. à fleur d’orange, 6) P. à la canelle, 7) P. au Caffé, 8) P.au Choccolat.
The price of a single Box is 12 gr. Or in a dozen 6 Rthlr., the double box is at 1 thlr or 12 Rthlr Saxon cour the dozen.
To enable the customer to refill the boxes, I also sell the Pastilles à la Romaine, in above mentioned mix, for 1/3 Rthlr by the pound....
1790er, Original Bonbonnière à la Romaine
(Quelle/source: Origami Didactics)
Die Schachteln bestehen aus zwei Teilen, wobei der Deckel später fest eingeklebt wird.
Diesem Deckel liegt die damals weitverbreitete Kunst der gefalteten Patenbriefe zugrunde.
Eine wunderschöne Ausstellung zur Faltkunst ist derzeit übrigens im Kirms Krackow Haus in Weimar zu sehen.
The box is made of two parts, where the lid is later glued into.
This lid is based on the German so-called folded godparents letter (in England it is known as puzzle purse), which was widely spread back then.
Currently to be seen in a beautifully displayed exhibition in the Kirms Krackow Haus Museum in Weimar.

1831, Patenbrief  (Quelle/source: Origami-Kunst)

Eine sehr gute Anleitung für den Deckel findet sich im Netz im Zusammenhang mit dem Valentinsbrief aus dem Film 'Bright Star'. Die Anleitung ist hier zu finden: Patenbrief!
Weiterführend gibt es auch noch eine Anleitung mit Video:
A very good tutorial for the lid is already up on the internet about the Valentine's letter in the movie 'Bright Star'. The tutorial is here: puzzle purse!
But there's also a video tutorial:

Das Unterteil der Schachtel ist einfacher in der Herstellung, ich habe mich dabei an folgende Anleitung gehalten:
The lower part of the box is much easier to assemble, I followed this easy tutorial:

Für die Herstellung habe ich herkömmliches Packpapier gewählt, welches farbig gestaltet ist.
Um die Schachtel ein wenig zu vestärken wurde dem Boden noch eine Pappe hinzugefügt.
Der quadratische Boden des 'Deckels' wird kreuzweise eingeschnitten, die Kanten werden aufgeklappt und in das Unterteil eingeleimt.
I used common packing/brown paper in different colours for my boxes.
To reinforce the box I added a cardboard inlay for the bottom inside.
The bottom of the lid is cut across, bend back and then glued into the box.
Um LeGoullons Werbeschrift treu zu bleiben, wählte ich verschiedene Farben und Ausführungen für die Schachteln.
To stay close to LeGoulon's descritpion from the advertisement, I've also chosen different colours and decoration.
Hier zeigt sich die Falttechnik des Deckels.
This shows the folding technique of the top (lid).

Unsere Schachteln haben eine Seitenlänge von sechs Zentimetern und eine Höhe von drei Zentimetern, während eines der Originale im Kirms Krackow Haus etwa 13 Zentimter mißt und 120 Zuckergemmen fassen konnte.
Our boxes measure approx. two and a half inches in lenght and one inch in height, while one of the original at the Kirms Krackow Haus measured five inches and contained 120 sugar cameos.

Die geöffnete Schachtel mit einigen Pastillen
The opened box with some pastilles

Die Schachteln, die damals einen stolzen Preis hatten, sind ein wunderbares Mitbringsel.
Die große Auswahl an Geschmacksrichtungen verrät die Vorliebe unserer Vorfahren für Süßwaren. 
Sicher waren die Pastillen ein Hingucker auf jeder Tafel und man kann sich lebendig ausmalen, wie über die Abdrücke der Gemmen debattiert und die feine Konditorenkunst LeGoullons bewundert wurde.
The boxes, which were quite expensive back then, are a lovely souvenir.
The asortment of different flavours reflects our ancestors' fondness for sweets.
Surely these pastilles have been real eyecandy on the tables and it's easy to imagine how our ancestors debated over the cameo prints and admired LeGoullon's amazing skills.

Wer noch ein wenig in dieser herrlichen Vorstellung schwelgen und etwas mehr über die Herstellung der Pastillen erfahren möchte, schaut am besten auf Kerstins Seite, denn dort verrät sie das kulinarische Geheimnis dieser süßen Aufmerksamkeit:
Those who like to dream a little longer and also like to learn more about the pastilles itself, should pay a visit to Kerstin's blogpost, where she reveals the recipe of this sweet gift:

 

Sonntag, 21. September 2014

Journal Journey into the Year 1811: September 'Journal des Luxus und der Moden'


Während der eine oder andere noch seufzend den zurückliegenden verregneten und unsteten Sommer Revue passieren lässt,
klingt aus dem fernen Jahr 1811 ein Ächzen ob der Hitze.
Ein Sommer, der in die meteorologische Geschichte eingegangen ist.
Aber hat er auch die modische Geschichte auf den Kopf gestellt?
Finden wir's heraus!
While some may recall the past rainy and unsteady summer with a sigh,
we do receive the memento of a groan due to the incredible heat from 1811.
A summer, which made meteorological history. 
But did it also took influence on fashion history?
Let's find out!

Journal des Luxus und der Moden 
September 1811
 (Herausgeber/Verleger Friedrich Justin Bertuch, Weimar)
1811, September, Journal des Luxus und der Moden
 XI. Erklärung der Kupfertafeln

Tafel. 25 Eine Dame en demi parure mit Ballon=Aermeln (Anmerk.: weitere Details im Modenbericht aus Berlin)
Tafel. 26 Eine Dame im Hut a la bergere, nebst mehreren neuen Hüten aus Berlin (Anmerk.: weitere Details im Modenbericht aus Berlin)

XI. Explanation of the copper plates
Plate 25 A lady in demi parure with balloon sleeves (Note: more details in the following fashion news from Berlin)
Plate 26 A lady with a hat a la bergere, next to a few more hats from Berlin (Note: more details in the following fashion news from Berlin)
 X. Moden 
1. Modenbericht aus München 
München im Julius 1811 
Die große anhaltende Hitze während dieses Sommers (1) äußerte auch ihren Einfluß ganz besonders auf die Moden, und nöthigte unsere Damen, sehr große feine Strohhüte mit noch größeren Schirmen, mit Spitzen am Rande garnirt, zu tragen. Aber auch diese scheinen noch nicht hinreichend, die Gesichter unserer Schönen vor den brennend=heißen Sonnenstrahlen zu schützen, sondern es kommen noch dazu sehr große Sonnenschirme mit chinesisch spitzigen Dächern, welche einen solchen Umfang haben, dass sie allenfalls wohl einen leichten Regen abhalten können. In der Kleidung ist aus eben diesem Grund keine der neusten Moden vorherrschend, und man wählt durchaus am meisten weiße leichte Zeuche.
Unsere Elegants tragen Gilets und lange weite Pantalons von roth, blau oder gelb gestreiftem Nankin, bis in die Schuhe, und dazu einen kurzen weiten Frak von brauner oder grauer Farbe und leichtem Tuche, jenen mit einem Kragen aus schwarzem Sammet geziert. 
 X. Fashions
1. Fashion news from Munich
Munich in July 1811
The continuing heat during this year’s summer (1) is also influencing the fashions and urges our ladies to choose big fine strawhats with even bigger brims, decorated with lace around the edges. But these still aren’t sufficient to protect the faces of our beauties against the burning sunbeams, that’s when enormous parasols with Chinese canopies appeared, which could also protect from light rain. For this reason no new dresses have been introduced, and we mainly see white sheer garments.
Our gentlemen wear their waistcoats with long and loosely fitting pantalons of red, blue or yellow striped nankeen, which reach down into the shoes. They match their ensemble with a short and loosely fitting coat of brown or grey colour and made of light wool, with a collar made of black velvet.

2.Modenbericht aus Berlin
Berlin, den 2.August 1811
Sie erhalten hierbei aus unseren geschmackvollsten Mode-Magazinen einige an Ort und Stelle gefertigte Zeichungen.
Auf Tafel 25. finden sie eine Dame en demi parure oder im sommermäßigen Ballanzug. Die Aermel sind hier unter dem Namen Ballon=Aermel seit kurzem sehr in Mode, und sind von sehr feinem durchsichtigen Zeuche. Unter dem Ballon=Aermel befindet sich ein enger Aermel, worauf die Puffen befestigt sind. Die stehenden Tollen über die Schultern sind von weißem Atlas=Band, so auch die Bogen zum Besatz des Kleides. Der Besatz selbst ist von Blonden oder Tülle. Der Kopfputz besteht in gescheitelten Haaren, und hinter jedem Ohre eine ziemlich große Locke. Eine einzige Flechte zieht sich um den Kopf mit einer kleinen Rosen Guirlande umwunden. Die Farbe der Rosen sowie der geschnürten Schuhe, ist carmesinroth.
Die 26 Tafel gibt einige der modernsten Hüte, wie sie der gebieterische Scepter der Göttin Mode unseren Berlinerinnen zu tragen befiehlt. Die Dame (Fig.1) erscheint in einem sogenannten italienischen Strohhut (oder a la bergere); das Kragentuch ist von sehr feinem durchsichtigen Zeuche, und hat unten einen kleinen gerollten Besatz von Tülle, der zwischen sechs schmalen Säumen liegt. Die Kragentücher mit einer gestickten Palm=Blätter Verzierung (2), werden auch nochhäufig getragen.
Von den hier abgebildeten Hüten ist Fig.2 und 3 ein und derselbe, bei Fig. 3 sehen sie die Cocarde, welche bei diesen Hüten etwas wesentliches zu seyn scheint. Die Cocarde ist mit einer schmalen goldenen Schnalle befestigt. Die Farbe der Cocarde, der Bänder, so auch des breiten gefältelten Bogens inwendig, sind of von sehr hochrother brennender Farbe. Diese Art Hüte heißen hier Aurora und werden, wie auch die a la bergere am häufigsten getragen. An den letzteren darf die Farbe der Bänder keine andere als hellblau oder blassgrün seyn.
Fig. 4 ist ein kleines Capote von Bast. Die weißen Atlaszacken sind mit Amaranth=Levantine (3) eingefasst. Drei kleine goldene Schnallen befestigen das weiße Band.
Fig. 5 ist ebenfalls ein leichter Sommerhut, vorn mit einer schmalen Rosenguirlande verziert.
Der Hintertheil des Hutes hat Ähnlichkeit mit dem Visier eines alten Ritterhelms, es kann größer und kleiner gemacht werden, am häufigsten wird es aber so getragen, wie es hier gezeichnet ist. 
2. Fashion news from Berlin
Berlin, August 2nd 1811
We do present some plates from our tasteful fashion journals.
Plate 25 shows a lady in demi parure or a summerly ballgown. The sleeves are known as balloon sleeves, and very recently became highly fashionable. They are made of very fine and sheer fabric. Hidden beneath the balloon sleeve is a fitted tight sleeve, on which the puffs are mounted. The embellishments on the shoulders are made of white satin bands, same goes for the scalloped decoration of the dress’ skirt. The emebellishment itself is made of blondes (lace) or tulle. The hair is parted, and there’s a huge curl behind each ear. A single braid is wound around the head with a small rose garland. The colour of the roses and laced slippers is carmine red.
Plate 26 presents some of the latest hats, which the imperious sceptre of the goddess of fashion commands. The lady (Fig.1) is sporting a so-called Italian strawhat (or a la bergere); the kerchief/fichu is made of fine and sheer fabric, and has a rolled trimming of tulle in between six rows of small pintucks. The fichus with embroidered palm-tree motifs (2) are also still in fashion.
From displayed hats on the plate Fig. 2 and 3 are the same, Fig. 3 shows the cocade, which is the hallmark of these hats. The cocade is attached with a gold clasp. The cocade’s colour, those of the ribbons, and the pleated trim inside, are often of deep red colour. These hats are called Aurora and, next to the a la bergere, are worn most often. The ribbons of the latter have to be either light blue or pale green.
Fig.4 is a little capote made of bast. The white pinked satin trim is bound with amaranth Levantine (3). Three small gold clasps hold the white trim.
Fig. 5 is also a light summer hat, decorated with a rose garland on the front. The back of the hat has a certain similarity with the ventail of a knight’s helmet. It’s seen bigger or smaller, but most often is worn as depicted in the plate.

 3. Modenbericht aus Paris
Den 10. August
Alle Hutformen der Damen haben noch die bisherige Höhe; doch ist es nicht mehr allgemeine Regel, dass der Schirm eines Hutes ebenso breit, als der Hut hoch sein müsse: hoher Kopf und schmaler Rand finden sich oft vereint. Außer den grünen Capoten, zahlreicher jetzt, als sie bisher waren, sieht man Capoten von grünen oder schottischem Grund mit einem Schirm von italienischem Stroh.
Um die Halbstiefelchen besser nachzuahmen, so haben einige Strumpffabrikanten en broderie a jour Strümpfe fertigen lassen, welche in der Mitte des Fußes eine Franze, wie bei Lederstiefelchen haben. Diese Strümpfe sind weiß; man hat sie in Baumwolle und Seide. – Wir sprachen schon mehrmals von den Hortensien. Da diese Blume, in den verschiedensten Graden ihrer Blüte, die Farben wechselt, so haben einige Modehändlerinnen bei den Blumenfabriken Bouquets bestellt, welche hellgrüne, pistaziengrüne, weiße und rosa Blüten haben. Bouquets dieser Art werden auf weißen Hüten getragen. Weiß ist die Modefarbe.
Auf anderen Hüten trägt man die kleinen regenbogenfarbigen Halstücher (fichus a l’iris), en marmotte (4) übergesteckt und zwar weit hinten am Hutkopfe. 
3. Fashion news from Paris
The 10th of August
All ladies’ hat shapes have the same height as before; but it isn’t a common rule anymore, that the brim has to be of the same size as the crown: high crown and small brim are often seen. Green capotes are seen more often, also those with a green or Scottish ground and a brim of Italian straw.
To mimic the half boots, some stocking manufactors have created the en broderie a jour stockings, which sport a fringe up on the ankle, like it’s seen on half leather boots. These stockings are white and made either of cotton or silk. –
We often talked about hydrangea. As this flower changes it’s colour during the different stages of blooming, some clever milliners have ordered bouquets at the flower manufactors, which have light green, pistachio green, white and pink petals. Bouquets of this kind are added to white hats. White is the first choice fashion colour.
We also see rainbow-coloured kerchiefs (fichus a l’iris) on hats, assembled en marmotte style (4), very far on the back of the hat.
 
 1811, Thomas Rowlandson 'Looking at the comet...' National Maritime Museum
(Quelle/Source: via pinterest)

***Erklärungen/Anmerkungen***
(1) Laut ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) und einiger weiterer Quellen war der Sommer 1811 einer der wärmsten und trockensten in der 246-jährigen Geschichte der Aufzeichnungen. Während dieses Sommers soll für lange Zeit ein ungewöhnlich großer Komet am Firmament sichtbar gewesen sein.
(2) Die Palmverzierungen wurden eifrig während der Leipziger Ostermesse beworben
(3) Levantin in einem roten Farbton (Armaranth)
(4) Eine umfassende Erklärung zu der Herkunft des Stils ‚a la marmotte’ findet sich auf dem blog ‚The Dreamstress - Terminology: marmottes and the savoyarde style’ – unbedingt lesen! 
***Explanations/Annotations***
(1) According to the ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) and various sources the summer of 1811 was one of the hottest and driest in the 246 years old history of the meteorological chronicles. During this summer an unusual large comet should be visible on the skies for a long time.
(2) The palm tree motifs were largely advertised at the Easter Fair in Leipzig
(3) Levantine in the colour of amaranth (red)
(4) An in-depth explanation of the origin of the term ‘a la marmotte’ can be found on the blog of ‘The Dreamstress - Terminology: marmottes and the savoyarde style’ – go have a good read!

Ein Blick in die anderen Metropolen wird zeigen, 
ob man auch in London und Paris unter der Hitze des Sommers 1811 litt.
 A look to the other metropolises will reveal,
wether they'd also suffer from the 1811 summer's heat wave.

An dieser Stelle gebe ich ab an Alessandra für die neusten Moden aus Paris vom/
And now I like to direct you to Alessandra for the latest fashions of Paris from
und an Maggie für einen Überblick aus London/and to Maggie for an overview from London via
  "Ackermann's Repository",
sowie an Natalie für die Neuigkeiten vom Londoner Hof/and to Natalie for news from London's court
  "LaBelle Assemblée"