Mittwoch, 6. Januar 2016

Über Stroh und so...

Ja ich weiß, mein Seufzen ob der Verarbeitung des Strohhuts für den Vernet Merveilleuses & Incroyables Modekupfer klingt noch durch die Höhen und Täler des Sauerlandes...
Aber besagtes "Nie wieder Stroh!" war rasch vergessen, als ein lieber Freund und großer Verehrer des Directoire und Consulat mich eher zufällig auf ein besonderes Reticule in der Sammlung Villa Rosemaine stieß.
Die kleine Tasche weckte augenblicklich mein Interesse. Die Oberfläche hatte einen wunderbaren Glanz. War das Seide? Nein, es handelte sich bei dem Material um Stroh...Grund genug allen Verdruss zu vergessen und sich abermals diesem faszinierenden Werkstoff zu widmen.
Yes I know, my sighing upon the assembling of the straw hat for the Vernet Merveilleuses & Incroyables fashion plate still echoes through the hills and valleys of the Sauerland...
But said "Never ever straw again!" was quickly forgotten when a dear friend and great admirer of the Directoire and Consulat turned my attention to a reticule from the Villa Rosemaine Collection by fluke.
The charming bag caught my interest in an instant. The surface attracted me with a beautiful shine. Was it made of silk? No, the chosen material was straw...reason enough to forget the past struggle and embrace the fascinating material once again.
1806, Gottfried Christian Bohns Waarenlager (Quelle/source: googlebooks)
Transkription:
In Frankreich verfertigt man in mehreren Gegenden vielerley Arten von Möbeln mit buntem Stroh überflochten im neuesten und besten Geschmack, Tische in mancherley Formen, Feuerschirme, Fächer, Blasbälge, Souvenirs, Etuis, Theebüchsen, Arbeitsbeutel und allerley Kästchen für Frauenzimmer.
Translation:
In some regions of France many varieties of furniture are embellished with coloured straw, following the best and latest taste, tables in different styles, fire screens, fans, bellows, souvenirs, cases, tea caddys, working bags and different boxes for ladies.

Buntes Stroh für einen Arbeitsbeutel. Genau nach diesem Hinweis hatte ich gesucht. Und glücklicherweise lassen uns die Quellen nicht im Stich, wenn es darum geht, die Verarbeitung des Strohs aufzudecken.
Coloured straw for a working bag. That was exactly the hint I was looking for. Luckily the sources never let us done when it comes to the process of making such straw bags.
1806, Gottfried Christian Bohns Waarenlager (Quelle/source: googlebooks)
Transkription:
Zu eingelegten Arbeiten wird das Stroh gespalten, indem man es benetzt, der Länge nach aufschneidet, etlich Male unter einem Messer herzieht, dadurch ganz gleich und glatt macht, vor- oder nachher auf verschiedene Art färbt, und es dann auf Pappe oder Holz leimt, wobei man verschiedentlich gefärbte Halme zusammenlegt und zu mancherley Figuren ordnet.
Translation:
In the process the straw is split after it was wetted, then it is cut several times in length. The next step is running over it with a knife, which will make the straw even and glossy. Before or after this step the straw is dyed and then glued to cardboard or paper, arraning the stems in patterns.

Die erste Hürde war das Färben der Strohhalme. Ich bemühte einige Quellen und stellte fest, dass es ein umständlicher Arbeitsgang war, denn Stroh besitzt eine natürliche Wachsschicht und um das Eindringen der Farbe zu gewährleisten, ist ein chemischer Vorgang vonnöten.
Ich entschied mich daher, bereits gefärbte Ware zu erwerben. 
Die Halme landeten zunächst für mehrere Stunden in einem lauwarmen Wasserbad.
The first obstacle was the dye. I searched for more sources and soon realized, that on one hand it was a tedious process, because naturally straw has a waxed surface, and on the other hand such material called for a chemical treatment.
Hence I decided to purchase dyed straw.
The stems ended up soaking in luke warm water for a few hours.

Links sieht man das Stroh vor dem Wasserbad, rechts ist es bereits gespalten und glattgebügelt. Die Farbe ist - wie damals auch - wasserfest.
On the left is the straw before taking it's bath, on the right it is already split and ironed flat. The dye is - like it was back then - waterproof.

Beim weiteren Zuschnitt der Halme hielt ich mich an die Vorgabe des Originals der Villa Rosemaine.
Further widths were decided upon the original reticule from the Villa Rosemaine.
    
Auch den Zuschnitt für die beiden notwendigen Pappen habe ich vom Original übernommen.
Die Wände messen etwa 24 x 20 Zentimeter und sind mit Baumwollstoff überzogen. Diesen Stoffüberzug benötigt man später beim Zusammennähen mit den gepaspelten Seiten. Als Kleber habe ich einen Stärkekleber verwendet.
I also copied the cardboard pieces from the original.
The pieces measure approx. 24 x 20 Centimetre and they are covered with cotton. This cover is necessary in a later step, when the pieces are sewn to the piped side piece. I used a glue based on starch.

Mit diesem Kleber werden auch die Halme auf die vorbereitete Pappe geklebt. Das Stroh wird mit einem Falzmesser glatt aufgepresst. Sind alle Halme aufgeklebt, werden die Ränder entsprechend mit einer kleinen, feinen Papierschere zugeschnitten.
This glue was also used to put the stems onto the prepared pieces. The straw is pressed on the surface with a folding knife. When all stems are attached, the edges are cut with a very fine paper scissors.

Die Oberfläche hat einen wunderbaren Glanz.
The surface is beautifully glossy.

Die angedeutete Klappe des Retiküls aus Seide und Stroh (auf Pappe). 
Ich freue mich sehr, dass ich genau die Seide aus einem Altbestand erworben habe, die dem Orignal nahe kommt, obwohl die Farbe nur als "Gelb" gekennzeichnet war. Einer meiner Vorsätze für dieses Jahr ist es, bei Material tierischen Ursprungs (Leder, Seide und Wolle) ausschließlich auf Altbestände zurückzugreifen. Überhaupt möchte ich versuchen vorrangig mit Stoffen und Materialien zu arbeiten, die aus alter Lagerware stammen, was sicherlich interessant wird, denn oftmals werde ich auf abweichende Farbtöne etc. zurückgreifen müssen, also so agieren, wie es in den Zeitungen um 1800 beschrieben wird, wenn ein Händler einen Ballen von jener Farbe und Güte bekommen hat. Auch damals war man in der Auswahl häufig eingeschränkt und mußte hier und da umdenken oder stückeln.
The faux flap of the reticule made of straw (on cardboard) and silk.
I am very happy that I managed to get exactly the silk I was looking for from vintage stock, although the colour was merely offered as "yellow". One of my resolutions for this year is to get animal fibres (leather, silk and wool) only from vintage stock. Actually I would like to try to work more with materials and fabrics from vintage stock, which might be interesting, because that means that I might have to deal with different colours or lenghts. This is exactly what happened in the papers around 1800 when a merchant in a small town suddenly offered a bolt of new fabric. Many have been quite limited in their choices and instead come up with new ideas or piecing.

 Die gepaspelte Seide für das Seitenteil wird entlang der Bogenkanten angenäht. Der Streifen ist ca. 5 Zentimeter breit. In die verbundenen Pappen wird dann noch ein Beutel eingenäht, der spätere Taschenbeutel.
The piped silk for the side piece is stitched along the scalloped edges. The stripe is about 5 centimetres wide. Between the connected cardboards another bag is stitched in, this will be the actual bag.
Der fertige Arbeitsbeutel. Die Vorderseite grüßt in glänzendem Stroh, die Rückseite in schlichter aber nicht minder glänzender Seide.
The finished working bag. The front shows the glossy straw, the back the more plain but also glossy silk.

Die Kordel war eine weitere kleine Herausforderung, denn eine Seidenkordel in diesem Farbton war auf dem Antikmarkt nicht aufzutreiben. Ich entschied mich schließlich für eine weiße Kordel aus glänzender Viskose, welche ich in einem Bad aus heißem Kaffee und Rotwein in genau den passenden Ton färbte.
The string was a further challenge, because I couldn't get a silk string in the exact shade on the antique market. I eventually decided on a white string made of glossy viscose, which I dyed in a bath of hot coffee and red wine into the exact colour.

Die Kordel wird entlang der Paspel angenäht.
The string is stitched down along the piping.

Ein Blick auf die Seite. Die Stroharbeit glänzt wunderbar.
A view of the side. The straw has a wonderful shining structure.

Die verarbeiteten Materialien auf einen Blick.
The different materials in one glimpse.

Kein Wunder, das diese Arbeiten nicht nur in Frankreich beliebt waren, sondern auch den Weg nach Deutschland fanden, wenngleich zunächst auch nur zögerlich. Sachsen war bekannt und geschätzt für derartige Stroharbeiten vom Strohhut bis zu diesen entzückenden Taschen.
Besonders erwähnenswert sind die Geschwister Engelhardt aus Dresden und ihre Strohwarenfabrik, sie haben wohl tatsächlich aus Stroh Gold gesponnen.
Not surprising that this beautiful fashion spread from France to Germany, albeit the german ladies warmed up to it only gradually. Saxon was famous for such straw products like hats and bags.
The most outstanding factory was Geschwister Engelhardt in Dresden, they might truly have spun straw into gold.
1797, Oktober, Journal des Luxus und der Moden, Moden-Neuigkeiten (Quelle/source: thulb Jena)
Transkription:
Aber heirbey blieb der spekulative Erfindungsgeist der Dresdner nicht stehen. Sie lernten nun auch die aufgeschlitzen Halme durch besondere Werkzeuge glätten, daß sie wie Spiegel glänzten, durchflochten und durchnähten die meisten Strohgeflechte mit buntgefärbten, ebenso zubereitetem Strohe, leimten diese auf Seide und Atlas auf, erfanden alle Wochen neue Facons von Hüten, Toquen, Hauben, machten von selbst zierliche Guirlanden, Federbüsche, Bänder, Schnüre aus eben diesem Material, und trugen es auch auf andere Gegenstände des Luxus, auf Arbeitskörbe, Vasen, Tafelaufsätze, Bouquets u.s.w. über. Den Anfang zu allen diesen künstlichen Strohverfeinerungen machte die Familie Engelhardt in Dresden.
Translation:
But the zest for inventing new things did not stop there for the Dresdner. They learnt to smooth and polish the split stems of the straw with special tools, thus they would be glossy like mirrors. They braided the coloured straw, glued it to silk and satin and invented a new style every other week for hats, toques, caps, they made delicate garlands, tufts of feathers, ribbons, strings from this very material, and added it to other luxery goods such as working bags, vases, table's centerpieces, bouquets, etc. The first, who came up with these fine straw works was the family Engelhardt in Dresden.


Dienstag, 8. Dezember 2015

Abwarten und Kaffee trinken...

Nach den turbulenten letzten Wochen rund um Vernet's 1814 Merveilleuses und Incroyables und den vielen Projekten in diesem Jahr, sehne ich mich mehr denn ja nach einer kleinen Verschnaufpause oder einem Winterschlaf light.
Ausgedehnte Mußestunden zum Jahresausklang...und dazu ein Tässchen Kaffee.
An dieser Stelle darf ich verraten, dass ich ein echtes Faible für das Porzellan aus frühromantischen Zeiten habe. Es bereitet mir große Freude durch Kataloge über das weiße Gold zu blättern oder bewundernd vor Virtinen zu verharren.
After the buzzing last weeks build around Vernet's 1814 Merveilleuses und Incroyables and the many projects of this year, I truly long for a small break or a hibernation in power nap style.
Extensive idleness at the end of the year...and sipping a cup of coffee.
At this point I may add that I have a weakness for porcelain from the early Romanticism. I utterly enjoy leafing through catalogues about the white gold and could spend hours in front of glass cabinets.
Erwischt! 
Die gute Stube im Kirms-Krackow-Haus in Weimar mit einer kleinen und feinen Auswahl an Porzellan.
Es ist also nicht verwunderlich, dass ich mich neulich Hals über Kopf in eine Tasse samt Untertasse verliebt hatte. Die Goldmalerei war derart wundervoll, dass ich einen kleinen Chip am Rand und einen Haarriss geflissentlich übersah. Ich empfinde Gebrauchsspuren als liebenswerte und lebendige Rückschau auf ein bewegtes Alltagsleben, auch wenn es den Sammlerwert mindert.
Gotcha! 
The living room at Kirms-Krackow-Haus in Weimar with a lovely assortment of porcelain.
Knowing this, it's not surprising that I fell in love head over heels with a coffee cup and saucer. The gilt finishing was so beautiful, that I deliberately ignored a small chip and craze. I don't mind signs of usuage as they are a vivid retrospective on daily life of bygone times, although they might reduce the value of collectibles.

Bei der Tasse handelt es sich um Porcelaine de Paris. Porzellan erhielt diese Bezeichnung im frühen 19. Jahrhundert, wenn es aus Hartporzellan gefertig wurde. Das Porzellan selbst mußte nicht unbedingt aus Paris stammen, es konnte auch woanders hergestellt worden sein und unter Pariser Adresse vertrieben werden, wichtig war, dass die Dekoration in der Hauptstadt ausgeführt worden war. 
(Quelle: Régine de Plinval de Guillebon, Porcelaine de Paris 1770-1850)
The cup and saucer are so called Porcelaine de Paris. This term was used in the early 19th century for hard-paste porcelain. The porcelain didn't have to invariably been manufacutred there, it could be originated from factories with at least a Parisian address. But it was important that it has been decorated in Paris.
(Source: Régine de Plinval de Guillebon, Porcelaine de Paris 1770-1850)

Meine Tasse hat leider keine Porzellanmarke, allerdings hat sich der Vergolder verewigt.
Unfortunately my cup and saucer have no porcelain mark, but the gilder has left his signature.

Die Tasse mißt 6,2 Zentimeter in der Höhe und hat einen Durchmesser von knapp 6 Zentimeter.
Die Malerei ist unglaublich zierlich in Gold und polychrome. Die Darstellung zeigt einen Bruder, der seine Schwester in einem Karren durch den Garten zieht und erinnert damit unweigerlich an Philipp Otto Runges Hülsenbecksche Kinder von ca. 1805.
The cup measures 6.2 centimetres in height and has a diametre of approx. 6 centimetres.
The gilt work is very fine and detailed, done in gold and polychrome. The cup shows a brother, which pulls his sister trhough a garden on a cart, which quickly reminds us of Philipp Otto Runges Hülsenbecksche Kinder from about 1805.

Die kleine Schwester mit dem Blumenkörbchen. Die Arbeit wurde etwa in der Zeit zwischen 1790-1820 ausgeführt.
The little sister with a flower basket. The work was probably done between 1790-1820.

Auf der vergoldeten Untertasse kann man ebenfalls umlaufend eine wunderschöne Malerei entdecken. Die Untertasse hat einen Durchmesser von 12,6 Zentimetern und ist 3 Zentimeter hoch.
The gilt saucer reveals a set of motives arranged in a circle. The saucer has a diametre of 12.7 centimetres and is 3 centimetres high.

Zwei der Motive zeigen Urnen. Möglicherweise handelt es sich bei dieser Arbeit um eine Erinnerungstasse an die beiden Kinder.
Two motifs on the saucer are urns. The cup possibly was meant as a memorabilia of the two children.

Die Tasse, die all die liebenswerten Spuren des Gebrauchs trägt, rührt wirklich an. Und nun stehe ich oft vor meiner eigenen Vitrine und betrachte sie. Übrigens gab es bei den Tassen des Porcelaine de Paris um 1800 selten Unterschiede zwischen Tee oder Kaffee, lediglich die Kannen, in denen serviert wurde, waren unterschiedlich.
The cup, which shows signs of usage and love, truly touches me. And now I often find myself in front of my cabinet to take a look. The Porcelaine de Paris cups around 1800 hardly differ in shape for tea or coffee, only the pots, in which the beverage was served, looked different.

Henriette Lorimier (1775-1854) Potrait of a Lady (Quelle/source: Villa Nuova Fine Arts)
Und nun freue ich mich auf entspannte Tage mit Kaffee und Katzengesellschaft, um all die entgangenen Blogbeiträge zu lesen und mich ausgiebig der (Fach-) Lektüre zu widmen, damit wir uns hier auch im kommenden Jahr wiedersehen.
And now I'm looking forward to enjoying coffee and cats' company, while catching up on all the blogposts I've missed, and do some serious reading and studying, which I will share with you next year.

Montag, 30. November 2015

Vernet's 1814 Merveilleuses & Incroyables: les Chaussures (aka silly slippers)

Es ist vollbracht!
In den vergangenen Monaten ging es am Nähtisch sehr französisch zu und angesichts der dunklen Schatten, welche sich in den letzten Wochen über Paris gelegt hatten, erwiesen sich Vernets Modekupfer als Lichtblick. 
Paris, das war und ist Kunst und Lebensfreude und genau das spiegelt sich meisterhaft in Vernets Kupfern wider und hoffentlich auch in unseren Nacharbeitungen.
It's finally done!
The past months at the sewing table have been rather french and in the face of the dark shadows, which have cast upon Paris in the last weeks, Vernet's fashion plates prooved to be a ray of hope.
Paris was and is the capitol of art and zest of life and this beautifully mirrows in Vernet's plates, and will hopefully show in our recreations.

Bei meinem Ensemble fehlte nur noch das Schuhwerk. Ich verwarf meinen ursprünglichen Plan, die Schuhe komplett selbst zu fertigen, denn meine Fähigkeiten reichen dazu längst noch nicht aus.
Ich entschloss mich dazu meine weißen Hirica Schuhe entsprechend umzuarbeiten und damit der Ökonomie der damaligen Damenwelt nachzueifern.
Only the shoes were missing. I discarded my original plan, to assemble the shoes from scratch, as I'm still not skilled enough to build a decent slipper.
I decided to alter my white Hirics shoes and thereby follow the period lady's economy.

Meine Hirica, von der Dekoration befreit. Das neue rosafarbene Schrägband und kleine Keile, welche seitlich eingenäht werden, um später die Schleifenbänder für die Fessel zu halten.
My Hirica, freed from the previous decoration. The new pink bias tape and small leather gussets, which are attached on the sides to hold the silk ties for the ankle.

Und da sind sie: ein verrückter rosa Traum. Die beiden vorderen Schleifen sind jeweils gebunden und festgenäht, die letzte wird um die Fessel geschlossen.
And here they are: a silly pink dream. The two front bows are bound and then stitched in place, whereas the third one is loose and will be tied around the ankle.

Hier erkennt man die angenähten Keile besser.
Here's a better view on the attached gussets.

Das Licht zaubert eine andere Farbnuance, allerdings sind die Bänder eher von der Farbe der vorhergehenden Bilder.
The light magically changed the shade of the ties, which are more similar to the previous photos.

Ein Blick in den Schuh und auf die Schuhmarke und Kennzeichnung.
A view to the inside with the shoe label and mark.

Vom Schuh bis hin zum Hut ein vollkommen verrücktes Ensemble...
From shoe to hat a wonderfully weird ensemble...

...und die vollständigen Ensembles werden in der Woche ab dem 07. Dezember 2015 täglich vorgestellt. Also nicht verpassen!!!
...and the complete ensembles will finally be relased from December 7th 2015 daily. Do not miss!!!

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Montag, 23. November 2015

Vernet's 1814 Merveilleuses & Incroyables: Chapeau de Paille d'Italie

Mal ehrlich, häufig sind es doch gerade die Details, welche uns für ein bestimmtes Kleidungsstück gewinnen. Und im Bann der Begeisterung findet man sich nicht selten geblendet von dem wahren Ausmaß der Arbeit.
Als ich die Modekupfer Vernets betrachtete war es der Hutschmuck aus weißen Lilien, der mir eifrig Sand Blütenstaub in die Augen streute, anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich mir ausgerechnet ein Kleid mit Stickerei und einem Strohhut ausgesucht habe.
Es waren die Lilien, die mich an ein Bund weißer Amaryllis erinnerten, welche in seidener Form vor vielen Jahren von meiner lieben Freundin Linda in mein Haus kamen und seither neben den Hüten in meinem Nähzimmer ihren Platz fanden.
Lilien hin oder her, diese gewagte botanische Freiheit wollte ich mir gönnen.
Erst dann fiel mein (zugegeben entsetzter) Blick auf den Strohhut selbst:
Chapeau de Paille d'Italie.
Und wie ich bald herausfinden sollte, war dieses Italienische Stroh von allerfeinster Qualität. Glücklicherweise hatte ich noch eine Restkrone (Hutdeckel und etwa 10 Reihen) und Strohband von einem alten Hut in dieser Qualität, aber das reichte bei Weitem nicht, also bestellte ich noch weitere Meter in feinster Ausführung dazu.
Honestly, it's often a certain detail that catches our attention for a garment. And exactly this excitement sometimes blinds our eyes for the real amount of work.
When I looked through the Vernet fashion plates it was the decoration of white lillies, which bedazzled me, I can't offer another explanation, why I've chosen a dress with plenty of embroidery and a straw hat.
Those lillies reminded me of a bunch of silk amaryllis, which was given me years ago by my dear friend Linda and which was placed ever since on a shelf in my sewing room next to my hats.
Lillies, of course, but I was determined to commit this botanical faux pas.
And then I noticed (with slight horror) the straw hat itself:
Chapeau de Paille d'Italie.
Soon I realized that italian straw was always of finest quality. Luckily I had an old hat's remnant (straw hat's toplid and about 10 rows attached) and straw braid, but that wasn't enough by far. I've ordered more of the finest and most tedious variety.

Aber wie sah es damals bei den Hutmachern aus? Meine Quellen verrieten, dass das Flechten des Strohs, welches in bester Qualität von Sommerweizen gewonnen wurde, und das Nähen der Hüte zumeist von Frauen auf dem Land getätigt wurde. Manche Dörfer hatte sich auf dieses Handwerk spezialisiert und in beinah jedem Haus dort fand man eifrige Frauen vor. Unterschieden wurden Landhüte von einfacher Ausführung und Hutstroh für die Modehüte.
How do we have to imagine the work of a straw hat maker? My sources revealed, that it was most common that the braiding of the straw - the finest quality was made of summer's wheat - and sewing of hats was done by female workers of the country sides. Some villages specialized on straw hat making and nearly in ever house women were busily braiding straw. For country straw hats in common quality as well as for fashionable hats.
1818, The book of English Trades (Quelle/source: googlebooks)
 Und wie wurde ein solcher Hut genäht?
And how was such a hat stitched?
1806, G.C. Bohns Waarenlager (Quelle/source: googlebooks)
Transkription:
Bei der Verfertigung der Hüte näht man die Strohflechten einzeln zusammen, und zwar so, daß die Nadel ringsherum unter den Maschen am Rande hinfährt. Den Kopf verfertigt man auf einem hölzernen Modell. Soll der fertige Hut weiß beiben, so schwefelt man ihn noch einmal in einer Trommel;
Translation:
The manufacture of hats is done by sewing the straw braids together by poking the needle along the loops on the edges. The crown is made on a wooden model. If the hat should remain white, it is sulfurated a second time in a barrel;

Leider verrät mein Modekupfer nur in einer Andeutung die tatsächliche Form des Strohhutes. Ich ließ mich bei der Ausführung daher durch einen anderen Modekupfer aus dem Jahr 1813 inspirieren.
Unfortunately my fashion plate leaves hardly any clues on the shape of the straw hat. I looked for inspiration in another fashion plate of the year 1813.
1813, Costume Parisien No.1318, Journal des Dames et des Modes (Quelle/source: sceneinthepast)
Zunächst fertigte ich ein Model aus Pappe und gestärktem Stickleinen. Da ich weder ein geeignetes Holzmodel, noch mir eine freihändige Ausführung der feinen Arbeit zugetraut habe, nutzte ich das Modell aus Stickleinen später als Unterkonstruktion, wobei auch der Schirm aus Stickleinen gefertigt wurde.
First I made a model of cardboard and stiffened embroidery linen. As I neither have a suitable wooden model, nor the skill to stitch the braid free hand, I used the embroidery linen as a base. I also did the brim of embroidery linen, closely following the paper modell.

 
Die Krone mißt 17.5 Zentimeter und entspricht dem Verhältnis der Länge zur Krempe, wie sie auf dem Costume Parisien Modekupfer angegeben ist.
The crown measures 17.5 centimetre according to the lenghts of the brim, as shown in the Costume Parisien fashion print.

Ich habe die beiden Hutteile getrennt bearbeitet. Bei der Krempe habe ich am äußeren Rand begonnen, da zur Krone hin die Strohbänder später nicht mehr komplett herumführen, sondern angesetzt werden.
I worked on the pieces seperately. I started on the edge of the brim, because the closer you get to the connection to the crown, the braid doesn't lead entirely around the brim anymore, but has to be pieced.

Der untere Rand des Stickleinengerüsts ist mit Hutdraht verstärkt. Das Gerüst selbst ist sehr leicht und da der Hut im Modekupfer gefüttert ist, sieht man diese Nähhilfe später nicht mehr.
Der komplette Hut hat ca. 40 Meter Hutstroh verschlungen.
The edge of the embroidery linen was enforced with a wire. The linen itself is light weight and as the hat on the Vernet plate is lined, the sewing aid won't show.
The complete hat needed approx. 40 metres of straw braid.

...und herum und herum und herum. Ich weiß gar nicht wie oft ich nicht nur das Stroh, sondern gleich auch den Finger erwischt habe...
...and round and round and round. I can't count how many times I not only pierced the straw, but also my fingers...

...nach nur einem Hut ist meine Verehrung für die damaligen Handwerkerinnen um ein vielfaches gewachsen.
...after only one hat my appreciation for the period artisans has at least tripled.

Der Übergang von Krempe zu Krone. Meine Stiche sind nicht immer ganz so sauber, wie in Bohns Waarenlager beschrieben...
The connection of crown and brim. My stitches weren't as neat as those described in Bohn's Waarenlager...

...aber schließlich hatte ich doch einen Chapeau de Paille d'Italie.
...but finally I've made my first Chapeau de Paille d'Italie.

 Der Hut wird nun noch gefüttert, angefeuchtet und in Form gebracht, und schließlich dekoriert...mit Amaryllis!
The hat needs to be lined, damped and pressed into shape, and decorated...with amaryllis!

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Sonntag, 15. November 2015

Die kahlen Äste des Winters

Im vergangenen Dezember erkundigte sich mein guter Freund Frank Hammerschmidt, ob ich nicht Interesse hätte, bei der Gestaltung des Covers seines geplanten Hörspiels "Die kahlen Äste des Winters" mitzuwirken. Was für eine Frage! Natürlich!
Allerdings ließ der erhoffte Schnee für das Shooting auf sich warten. Es war bitterkalt und in der Nacht vor dem Fototermin hatte es ein wenig gerieselt, zumindest hatte der Waldboden den nötigen kalten Zuckerguß.
Past December my dear friend Frank Hammerschmidt asked, whether I'd be interested to do a cover shooting for one of his planned radio plays "Die kahlen Äste des Winters" (The bare branches of winter). What a question! Sure I'd be interested!
Unfortunately the anticipated snow did not fall. It was bitter cold and during the night before the photoshoot we've had mild gushing of snow, at least the frozen ground had a soft cold sugar coat.
Copyright: Frank Hammerschmidt
Die Temperaturen lagen unter null Grad Celsius und zumindest die Äste der Bäume waren kahl, wie es der Titel des Hörspiels verlangte.
Temperatures had dropped below zero degrees Celsius and the branches of the trees were bare indeed, like mentioned in the title of the play.

Copyright: Frank Hammerschmidt
Ich hatte mein 1813 Winter Habit nach dem Belle Assemblée herausgesucht und darüber noch meine 1814 Costume Parisien Redingote.
and on top the 1814 CostumeParisien Redingote.  
 
Copyright: Frank Hammerschmidt
In die wärmenden Kleider eingemummt, mußte ich nur noch durch die Furchen im Wald laufen. Einige Bilder mit der Redingote und einige ohne...
Wrapped up in the warm clothes, I was asked to run through the woods.
A few pictures were taken with the Redingote a few without...
 
Copyright: Frank Hammerschmidt
Copyright: Frank Hammerschmidt
Copyright: Frank Hammerschmidt

 Das letzte Bild wurde es dann schließlich. Herbert Ahnen setzte es als Cover für das Hörspiel um.
The last picture was finally chosen. Herbert Ahnen designed the cover for the radio play.

Coverdesign copyright: Herbert Ahnen
Es dauerte etwa ein Jahr bis Franks Skript "Die kahlen Äste des Winters" umgesetzt wurde.
An diesem Wochenende feierte das Hörspiel bei HoerTalk Premiere.
Hört unbedingt mal rein, gerade beim Nähen ist so ein Hörspiel ein ausgezeichneter Begleiter!
It took about one year from script to premier.
This weekend it was introduced at HoerTalk.



Montag, 9. November 2015

Vernet's 1814 Merveilleuses & Incroyables: par dessus à la chinoise

Die vergangenen Tage habe ich mit dem Erstellen des Schnittmusters, Zuschnitt und Nähen verbracht.
Glücklicherweise ist das par dessus à la chinoise von der Schnittführung recht schlicht, lediglich die Verzierungen sind aufwändig. Der Rock mißt in der Länge ca. 75 cm und hat einen Saumumfang von ca. 1.60m. Die Kante ist in die namensgebenden chinesischen Bogen zugeschnitten. Im Rücken sitzt es nur leicht gekräuselt.
Vernet hat nicht nur die hochmodische Variante veröffentlicht, sondern auch noch ein gemäßigtes Kleid in ähnlichem Stil im Jahr 1813 im Journal des Dames et des Modes vorgestellt.
I've spent the past days with patterning, cutting and sewing.
Luckily the par dessus à la chinoise is easy to draft, only the embellishment is a bit challenging.
The skirt measures about 75 cm in lenght and has a circumference of less than 1.60 m. The hem is cut in the so-called chinese scallops. The back is only very slightly gathered.
Vernet did not only publish this highly fashionable variety, but also a more modest version in a similar style in an 1813s issue of Journal des Dames et des Modes.
1813, Costume Parisien No.1324 Pardessus de perkale, Robe de perkale (Quelle/source: sceneinthepast)
Wer denkt, dass es nur schlichter geht, verkennt allerdings die Experimentierfreudigkeit unserer Vorfahren, denn es gelang ihnen auch meisterlich Moden auf die Spitze zu treiben und zu karikieren.
But there's not only the direction to more plain varieties. Never underestimate our ancestor's joy of creating, they were ingenious in coming up with brave fashion ideas and caricatures.

1813, Le Bon Genre No. 60 Une Chinoise de la Chausée d'Antin (Quelle/source: Deutsche Digitale Bibliothek)
Mein Kleidungsstück ist folglich irgendwo zwischen diesen beiden wundervolen Kupfern angedacht.
Nachdem ich also das par dessus aus weißer Baumwollperkale zusammengenäht hatte, fiel mir auf, dass die kleinen Wimpelverzierungen nach meinem Geschmack zu dominant ausgefallen sind.
Der erste Schritt war, die Einfassungen zu überarbeiten.
My garment is somewhere in between these two amazing fashion plates.
After assembling the par dessus from white cotton perkale, I realised that the pink buntings were way too dominant for the overall look.
I decided to work on the tape again.

Ich habe das Einfassband noch einmal gefaltet und auf der Rückseite angenäht.
I folded the tape to the inside and stitched it down. 

Im Vergleich
A comparison

Vorderseite und Rückseite der Wimpel. Die überlappenden Enden dienten dann im nächsten Schritt dazu die Troddeln zu halten. Die Fäden der Troddeln wurden in 5er Einheiten (jede Troddel besteht aus insgesammt 20 Fäden, die in der Mitte umgelegt wurden) direkt um diese Enden drapiert, angenäht, umgeschlagen und abgebunden.
Front and back of the buntings. The overlapping ends of the trim served as base for the tassels. The threads of the tassels - each bundle counts 5 threads (each tassel is made of four such bundles, which are then folded in the middle after attaching), which is directly sewn to the overlapping ends, stitched down, folded and then bound into the appropriate shape.

Die Troddeln befinden sich am Gürtel, der Kragenzier und am Saum des Rocks. Die Troddeln haben jeweils eine unterschiedliche Länge. 
The tassels sit on the belt, the collar and the hem of the skirt. Depending on their place, they come in three different sizes.


Der Rock erhielt oberhalb der Bögen zusätzlich eine Stickerei, die sicherlich aufgrund meiner mangelnden Fertigkeit schlichter ausgefallen ist als auf dem Modekupfer dargestellt.
The skirt also has some embroidery above the scallops, which might have turned out less elaborate as shown in the fashion plate, due to my minor embroidery skills.

Nanu! Was liegt denn dort auf Stuhl und Kommödchen? Das sieht aus wie diese neumodischen Geckereien der Pariser Journale.
Hey! What is lying there on the chair and drawer? Looks like this highly fashionable frippery from the parisian journals.

Ein bisschen kurz geraten! Und ach, wie vorlaut scheint der Saum! Das mag in Paris die neueste Mode sein, aber hier wird es sicherlich für Spott sorgen...
A little short! Oh dear, look at the hem! This might be a thing in Paris, but over here it will cause quite some ridicule...

Welcher Hut dazu wohl passen mag?!
What kind of hat will match such dress?!

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Sonntag, 1. November 2015

herbst|blät|tern (verb)

Wenn die Tage wieder kürzer werden und es draußen so richtig ungemütlich wird, gibt es doch nichts Wunderbareres, als es sich auf der Couch behaglich zu machen. Möglichst mit einem warmen Getränk, einer Katze und einem guten Buch - herbstblättern eben!
When the days get shorter and the weather outside gets nasty, what can be more appealing than getting yourself installed on a couch. Preferably with a hot beverage, a cat and a good book - simply autumn-leafing!

 
Glücklicherweise überschneidet sich das Fallen der Blätter draußen mit den Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt.
Vor wenigen Wochen hat Kelly Anne Swallow ihre wundervolle Sammlung von Originalen aus der Zeit um 1800 bis in die 1830er in einer dreibändigen Ausgabe veröffentlich. Um die Lektüre zu vervollständigen gibt es noch als kleinen Appetithappen, ein Taschenbuch mit einer Zusammenfassung.
Luckily the falling of the leaves outside and new publications in the book market overlap.
Few weeks ago Kelly Anne Swallow has published her amazing fashion collection, ranging from the early 1800s to the 1830s, in three volumes. To complete the reads she also added an appetizing pocket book as summary.


Viele meiner Leser werden ihre erstaunliche Sammlung sicher schon von ihrem pinterestboard kennen. Ich freue mich besonders, dass sie den Schritt zur Veröffentlichung gewagt hat, denn ihre Kleidungsstücke sind wirklich spannend. Und genauso spannend sind ihre vier Bücher.
Many of my readers will probably be already familiar with her beautiful collection via her pinterest board. I am really excited, that she now has published, because the garments are highly interesting.
And so are the four books.

Ein jedes kommt mit einer kurzen Einführung, einem vergleichenden Modekupfer, vielen Fotos, Deatilfotos und den Maßen des Originals. Ursprünglich als persönliche Bibliographie ihrer Stücke gedacht, dienen die Ausgaben nun auch als Fundgrube für jeden Interessierten.
Each one comes with a short introduction, a comparing fashion plate, many photos, detailed shots and the measurements of the original. Originally intended as personal bibliography of her collection, now everyone is invited to peruse the books.

Auszug: Regency Fashion: taking a turn through time, Volume III Ladies Accessories (copyright: Kelly Anne Swallow)
Besonders interessant ist das kurze Kapitel über die Zeichen des Alters, wo Beschädigungen und Änderungen der Stücke aufgeführt sind.
My favourite chapter is the appendix "evidence of age", where the wear and tear through times is shown.

Die vier Bücher können direkt über blurb bestellt werden und ich hoffe, dass werden sie reichlich, damit Kelly ihre eindrucksvolle Sammlung noch um viele Stücke erweitern kann:
The four books can be ordered directly via blurb and I hope many will decide to do so, thus Kelly will go on and add new pieces to her unique collection and oulish more:

Und wer noch mehr Lesestoff benötigt, für den bietet Cassidy Percoco ihr neues Buch 
Bei diesem Buch liegt der Schwerpunkt auf der Analyse einiger ausgewählter Museumsstücke. Zu jedem gibt es eine Schnittzeichnung, die in ein Schnittmuster umgewandelt werden kann.
And for those, who demand even more reading material, Cassidy Percoco has just released her new book 
This book emphazises on the analysis of some selected museum's pieces. Every garment comes with a downsized pattern, which needs to be turned into a fitted pattern.

Einen interessanten Titel in Deutsch gibt es auf dem Blog Suschnas Textilen Geschichten.
Seit Ende Oktober ist nämlich ihre eigene Veröffentlichung
"Verflixt und Zugenäht - Textile Redewendungen gesammelt und erklärt" 
erhältlich.

...also, viel Vergnügen beim Lesen :)
...well, enjoy reading :)